Wow! Mannschaftsgeschichte geschrieben!

Was steckt hinter diesem Titel? Ganz einfach, genau das, was dort steht. Die Uncoachabulls haben im Heimspiel gegen den TSV Calw einen ihrer internen Rekorde gebrochen. Und es war nicht irgendeiner. Es war der bislang höchste Sieg in der Geschichte der Mannschaft. Es war der 19.10.1997, ein Heimspiel gegen die TG Nürtingen 2. Die Uncoachabulls (formerly known as Schläfer vom Neckar) hatten damals noch nichtmal einen Spitznamen als nach 40 Spielminuten (verteilt auf 2 Halbzeiten mit je 20 Spielminuten) ein 109:36 auf der Anzeigetafel prangte. Fast auf den Tag genau 18 Jahre später nun also der neue Rekord.Das Ergebnis vorweg, das Spiel endete mit 113:35, also mit 78 Punkten Unterschied und damit 5 Punkte mehr als der alte Rekord. Das muss man jetzt einfach mal sacken lassen.

Doch wie kam es zu diesem Erdrutschsieg? Mehrere Faktoren spielten an jenem 25.10.2015 eine Rolle. Einerseits waren die Gäste nicht in Bestbesetzung angereist. Der Topscorer fehlte und auch 2 weitere Leistungsträger schienen nicht mit an Bord gewesen zu sein. Gleichzeitig konnte das Trainerteam um Gianni Greco und Stoffel Kehrer aus dem Vollen schöpfen. 10 Spieler mit dabei und sehr motiviert sowie alle Positionen gut besetzt. Dieser Unterschied zeigte sich besonders unter den Körben. Die Lions aus Calw hatten keinen echten Center am Start, die Tübinger Basketballer hatten dagegen mit Nicholai Wilson und Lothar Netzel gleich zwei 2-Meter-Hünen im Aufgebot. Dazu kam dann noch der nicht minder imposante, montenegrinische Neuzugang Niko Vujacic, der im Übrigen auch gleich sein Debüt für die Uncoachabulls feierte.

Schon der erste Angriff wurde von Jörg Gronbach mit einem erfolgreichen Dreier abgeschlossen. Danach war das Spiel für ein paar Minuten noch einigermaßen ausgeglichen. Bis dann der Stein ins Rollen kam. Vor allem Jason Kaempf konnte dann noch bis zum Viertelende entscheidende Akzente setzen und ganze 10 Punkte erzielen. 27:11 nach 10 Spielminuten. Die Richtung war, wie schon zwei Wochen zuvor gegen Sindelfingen, klar. Das zweite Viertel wurde dann noch erfolgreicher, sodass zur Halbzeit bereits ein 55:15 auf dem Spielberichtsbogen zu lesen war. Besonders Nicholai Wilson hatte sich bis zu diesem auffällig oft in die Scorerliste eingetragen.

Nach dem Break und Seitenwechsel ging die dominante Spielweise der Uncoachabulls nahezu unverändert weiter. Das Tempo konnte stets hochgehalten werden und alle Spieler bekamen ähnliche Anteile. Einziger Unterschied war, dass die Gäste nun ab und an zu Korberfolgen kamen. Zwar nicht in großem Ausmaß, aber immerhin ein bisschen. Für sie persönlich war es jedenfalls immer ein Grund zur Freude, was darauf schließen lässt, dass sie dennoch irgendwo ihren Spaß hatten. Dennoch ging das Viertel klar und deutlich mit 25:13 an die Hausherren. Spielstand nach 30 Minuten: 80:28. Wow, das war schon deutlich.

Wer jetzt dachte, dass die Uncoachabulls locker ließen, sah sich getäuscht. Sie wollten dieses Mal versuchen, die 100-Punkte-Marke zu durchbrechen. Nachdem dies durch einen Mitteldistanzwurf von Brett Youens gelang, war dann auch dieses Thema endlich durch. Es folgten dann bis zum Spielende bekanntlich noch weitere 13 Punkte. Wie das noch gelang? Die Neckarstädter schalteten einfach keinen Gang zurück. Vielmehr wurde der Druck auf die Calw Lions noch weiter erhöht. Mit dem Effekt, dass die letzten 10 Punkte noch in weniger als 2 Minuten erfolgten.

Sieg Nummer 3 war damit unter Dach und Fach. Der einzige Wermutstropfen bleibt, dass das gesamte Spiel quasi vor einer Geisterkulisse stattfinden musste. Zeitgleich mit den Uncoachabulls trugen die Tübinger Bundesligabasketballer der Walter Tigers ihr Heimspiel gegen die Crailsheim Merlins aus. So war die offizielle Zuschauerzahl mit genau einer Person etwas dürftig. Danke trotzdem, liebe Nicki!

Ebenso gilt ein Dankeschön an Rottenburgs Oberliga-Coach Martin Leibßle sowie die beiden anderen Helfer, die das fehlende Kampfgericht kurzerhand ersetzte. Ohne Kampfgericht kein Sieg. Deshalb widmen die Uncoachabulls den Sieg zum Dank ihren 3 Helfern und der Zuschauerin.

In zwei Wochen steht für die Tübinger Basketballer das zweite Auswärtsspiel der Saison an. Am 7. November geht die Reise bis nach Pfrondorf. Dort werden sie von der Reservemannschaft der SV Pfrondorf Squirrels empfangen. Die neugegründete Nachwuchsmannschaft ist für die Tübingen Uncoachabulls eine völlige Unbekannte. Hochball ist um 14 Uhr. Bis dahin können die Uncoachabulls noch an weiteren Systemen schrauben.

Nachname
Vorname
Pts
FTA
FTM
2er
3er
Foul
 Dettner  Jakob  6  0  0  3  0  0
 Greco  Gianvito  0  0  0  0  0  1
 Gronbach  Jörg  25  7  6  5  3  2
 Kaempf  Jason  15  0  0  3  3  1
 Kehrer  Stefan  9  1  1  4  0  2
 Netzel  Lothar  18  4  2  8  0  2
 von Ess  Richard  4  2  2  1  0  3
 Vujacic  Nikola  2  0  0  1  0  0
 Wilson  Nicholai  18  0  0  9  0  1
 Youens  William Brett  16  6  6  5  0  1

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