Abgezockte Uncoachabulls zocken die Bezirksliga-Reserve der Pfrondorf Squirrels ab

Im bereits zweiten Spiel der Rückrunde empfingen die Tübingen Uncoachabulls am vergangenen Samstag die SV Pfrondorf Squirrels 2. Es war also einmal mehr Derby-Time angesagt. Kein Wunder, dass sich dieses Mal die Zuschauerränge in der Tübinger Uhlandhalle ganz gut füllten. Im Hinspiel konnten sich die Tübinger Basketballer gegen die Eichhörnchen aus dem Teilort Pfrondorf mit 68:46 durchsetzen. Das Spiel war damals sehr umkämpft. So erwarteten die Uncoachabulls Gäste, die alles auf Revanche setzen möchten. Bevor es jedoch losgehen konnte, musste noch eine dritte Person für das Kampfgericht gefunden werden. Leider fanden sich bis zum Spielbeginn nur zwei Anschreiber am Kampfgerichtstisch ein, sodass der leitende Schiedsrichter darauf bestand, dass vom Heimteam ein Freiwilliger einspringen möge. Uncoachabulls‘ spielender Coach Gianni Greco opferte sich und durfte fortan nicht mehr ins Spielgeschehen eingreifen. An den Tisch gebunden, war er ab diesem Zeitpunkt für den Rest des Spiels nicht mehr genießbar. Sicherlich ein seltenes Bild für die Geschichstbücher der Uncoachabulls.

Nun aber zum Spiel: Im ersten Viertel entpuppten sich die agilen und bissigen Squirrels als sehr harte Nuss. Die Hausherren fanden zum Start nur sehr mühsam zu Korberfolgen. Irgendwie hatten die Gäste da ein kleines Abwehrbollwerk errichtet und die Gastgeber mussten sich erst darauf einstellen, dass sie dieses Mal keine Hünen aus der langen Garde im Aufgebot hatten. Erst mit zunehmender Spieldauer wurde das Handgelenk auf beiden Seiten etwas lockerer. Bei den Uncoachabulls tat sich hier vor allem Jay Gronbach hervor, der ein echter Aktivposten in Sachen Scoring war. Bei den Squirrels senkten sich gleich mehrere Würfe mit Brett in den Korb. Insgesamt ein recht ausgeglichenes Viertel. Vielleicht sogar durch etwas Nervosität geprägt. Nach 10 Spielminuten lagen die Gastgeber knapp mit 20:18 in Front.

Das zweite Viertel war nur noch in den beiden Anfangsminuten ausgeglichen. Ab dann übernahmen erstmal vorwiegend die Uncoachabulls das Zepter. Schön war, dass sich das Scoring nun nicht allein auf wenige Personen verteilte, sondern sich inzwischen ein sehr variables Spiel entwickelt hatte. In der Defense ließen die Uncoachabulls deutlich weniger zu und es wurde zunehmends schwerer für die Gäste zu erfolgreichen Aktionen zu kommen. Nach 20 Spielminuten war die Führung deshalb auf 10 Punkte ausgebaut worden. Spielstand zur Halbzeit: 42:32.

Bis hierhin war sicherlich noch nicht alles gelungen, dennoch stimmte die Einstellung und die Tendenz. Das dritte Viertel sollte sich zu einer kleinen Zerreißprobe für die Gäste aus Pfrondorf entwickeln. Plötzlich gelang ihnen kaum noch etwas. Jede Option in Richtung Korb schien blockiert oder nur schwer erreichbar. Die Uncoachabulls hatten ihre Abwehrreihen zur zweiten Halbzeit gut justiert. Daraus ergaben sich etliche Gelegenheiten dem Derby-Kontrahenten einige Punkte um die Ohren zu hauen. Zumindest schien es sich für den SV Pfrondorf so anzufühlen. Die Hausherren erkannten nun ihre Chancen und nutzten diese Situation eiskalt aus. 23 eigenen Punkten standen 9 des Gegners entgegen. Die Führung wurde ausgiebig ausgebaut. 65:41 stand es jetzt für die Gastgeber.

An einen Sieg hat von den Gästen nun wohl niemand mehr geglaubt. Trotzdem hängte sich das sehr junge Team nochmal sehr rein. Man wollte sich sicherlich nicht demontieren lassen. Das verdient auf jeden Fall Respekt. Und dennoch, es half nichts. Die Uncoachabulls zogen ihr Spiel weiter durch. Es war nichts davon zu spüren, dass man irgendwie locker ließe. Es ging also weiter munter hin und her – mit erheblichen Vorteilen für die Tübinger Basketballer. Insgesamt war das natürlich alles zur Freude des Publikums, denn es gab bis zum Spielende noch einige schöne Aktionen zu sehen. Beim Stand von 86:55 war dann endgültig Schluss. Sieg Nummer 8 (aus 9 Spielen) war damit unter Dach und Fach.

Die Uncoachabulls haben sich diesen Sieg redlich verdient. Es war kein einfaches Derby und dennoch wurden exakt die richtigen Mittel zum Sieg gefunden. Sie konnten die Fastbreaks der jungen Pfrondorfer fast gänzlich vermeiden und haben neben einer starken Verteidigung auch den Ball in der Offense gut laufen lassen. Das Fehlen der fast gesamten Centergarde wurde mit enormen Einsatz gut kompensiert. Der Gegner war quasi chancenlos an den Brettern. Und inzwischen konnte auch Gianni Greco wieder ein bisschen lächeln. Schließlich war es ein abgezockter Sieg seiner abgezockten Jungs.

Nachdem es bislang doch ein recht ruhiger Saisonverlauf war, geht es nun für die Uncoachabulls in die heiße Phase der Saison. Gleich 2 Spiele erwartet die Basketballer des SV 03 Tübingen innerhalb von 7 Tagen. Erstmal kommt es im Bezirkspokal zu einem ganz besonderen Derby gegen den TV Derendingen 2. Das Spiel gegen die sogenannten Anacondas findet am Mittwoch, 03.02.2016, ab 20.30 Uhr in der Uhlandhalle statt. Welche Chancen die Uncoachabulls gegen den Landesligisten hat, wird man sehen. Trotzdem freuen sich natürlich alle auf dieses ganz spezielle Aufeinandertreffen. Hier sind die Uncoachabulls mal nicht der Favorit, was auch mal schön ist. Am 06.02.2016 reisen die Tübinger dann ein zweites Mal zum SV Böblingen 3 in die Hermann-Raiser-Halle. Ab 18 Uhr trifft man dort zum Rückspiel auf den Tabellendritten.

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