Enorm wichtiger Sieg in einem enorm spannenden Spiel

Der 20. Februar 2016 war in den Terminkalendern der Tübingen Uncoachabulls und der Herrenberg Hurricanes ganz dick und fett und rot und sonst irgendwie markiert. Schließlich war beiden Mannschaften spätestens nach dem ersten Aufeinandertreffen Ende November klar, dass die Meisterschaft sehr wahrscheinlich nur über jenes Rückspiel am 20.02.2016 gehen wird. Beide Teams spielten bislang eine richtig starke Saison – die Gäste aus Herrenberg hatten bis dato nur ein Spiel am „Grünen Tisch“ verloren. Die Hausherren aus Tübingen mussten sich auch nur einmal geschlagen geben. Und dies war gegen keinen geringeren Kontrahenten als den VfL Herrenberg. Sang- und klanglos gingen die Basketballer aus der Neckarstadt mit 67:91 in Herrenberg baden. Nun standen sich also beide Mannschaften zum richtungsweisenden Duell gegenüber.Der Sieger dieser Begegnung hätte die besten Voraussetzungen auf die Meisterschaft in der Kreisliga West und damit auch zum direkten Aufstieg in die Bezirksliga. Weder Herrenberg noch Tübingen machten bisher einen Hehl daraus, dass sie allergrößte Lust auf den Aufstieg hätten. An jenem 20. Februar standen die Vorzeichen für die Uncoachabulls sehr gut. Sie hatten gut trainiert, waren voll motiviert und mit 12 Mann auch ein weiteres Mal in dieser Saison auf allen Positionen sehr variabel besetzt.

Vor gut gefüllten Rängen, Jason Kaempf hatte seine Musikantenfreunde aus aller Herren Länder zu dieser Partie eingeladen, ging die wilde Fahrt auch gleich los. Jasons wie wild trommelnden Schlachtenbummler gaben den Ton vor. Allerdings schienen sich die Uncoachabulls erstmal daran gewöhnen zu müssen, dass sie bei einem Heimspiel so viel Zuspruch von den Rängen erhielten. Der Motor lief noch nicht ganz rund, was allerdings auch für die Gäste aus Herrenberg galt. Es war zu spüren, dass sowohl die Gastgeber als auch die Hurricanes keine Fehler erlauben wollten. Das Spiel war sehr defensiv geprägt und sehr ausgeglichen. Hierdurch entwickelte sich aber auch sehr schnell ein enorm spannendes Szenario. Nach den ersten 10 Minuten waren die Uncoachabulls hauchdünn mit 16:14 in Front.

Nach der Viertelpause ging bei beiden Mannschaften eine ganze Weile nicht viel zusammen. Zumindest wenn man ein Fan des Offensivspektakels ist. In der Defensive rackerten und ackerten die Duellanten ganz extrem. So waren erfolgreiche Punkte nur auf Tröpfchenbasis zu bejubeln. Doch plötzlich kippte die Partie aus dem Nichts in Richtung der Gäste. Mitte des zweiten Viertels starteten die Herrenberg Hurricanes einen 12:2 Lauf, der auch noch in einem sehenswerten Dunk von Hurricanes Center Mario Braun endete. Kurioserweise schien genau diese Aktion die Unistädter wachzurütteln. Gerade als die Herrenberger zu enteilen drohten, folgte ein 9:2 Run der Uncoachabulls. Dies führte zu einem Halbzeitstand von 32.32. Nach 20 Minuten also Pari. Diese 20 Minuten waren aber so intensiv, dass es an Spannung kaum zu überbieten war.

Im dritten Viertel ging es erstmal sehr ähnlich weiter. Mal hatte das eine Team einen kleinen Lauf, dann folgte die andere Mannschaft wieder und zog gleich. In dieser Phase entwickelten die Uncoachabulls aber eine Idee, von der sie glaubten, dass sie zu einem Sieg verhelfen könnte. Es klingt zwar plausibel, wer die Uncoachabulls aber kennt, dürfte es in der Tat fast schon für unmöglich halten: über die Center zum Erfolg. Natürlich beinhaltete dieser Plan auch weiterhin eine konsequente Verteidigung, aber im Angriff lief jetzt fast alles über die 2-Meter-Garde. Klingt verrückt, ist aber so. Ab diesem Zeitpunkt setzten sich die Hausherren Punkt für Punkt von den Hurricanes ab. Sicherlich nicht schnell, dafür aber effektiv. Herrenberg kam nur noch von der Freiwurflinie zu Korberfolgen. Stand nach 3 Vierteln: ein knapper Vorsprung von 49:45 für die Tübinger.

Jetzt war es also Zeit für die wichtigste Phase der Begegnung. Wer jetzt den Sieg klarmachen wollte, musste noch ein paar Körner übrig haben. Die Partie war enorm intensiv und kräftezehrend. Das war bei den Herrenberger jetzt auch irgendwie deutlicher zu erkennen als bei den Neckarstädtern. Die Bank der Uncoachabulls war bekanntlich mit 12 Spielern sehr tief besetzt. Die Geschicke der Hurricanes verteilten sich inzwischen nur noch auf wenige Schultern. So hatten sie auch wahrscheinlich neben einer Prise Pech in manchen Situationen ein kleines Kraftproblem – verlegte Korbleger und ein verstopfter Slam waren dabei die offensichtlichsten Anzeichen. Die Uncoachabulls erkannten diese Schwäche recht schnell und gingen schonungslos auf Siegeskurs. Inzwischen stieg der Vorsprung der Gastgeber fast sprunghaft an. Es wollte dann auch alles irgendwie gelingen. Ballgewinne oder Rebounds hinten, erfolgreiche Aktionen vorne. Schnell war klar, das Duell heute sollte an die Uncoachabulls gehen. Und so war es dann auch. Den 14 Punkte Vorsprung nach 35 gespielten Minuten ließen sich die Uncoachabulls nicht mehr nehmen. Vielmehr bauten sie die Führung bis zum Spielende noch auf ein 68:50 aus.

Es war ein harter Fight und das Endergebnis lässt kaum vermuten, dass es ein enges Spiel war. Tatsache ist, dass sich beide Mannschaften alles abverlangt haben und eine enorm spannende und packende Partie geliefert haben. Nur das letzte Viertel, in dem die Uncoachabulls mit 19:5 Punkten klar die Überhand hatten, war eine kleine Ausnahme von diesem Thriller. Doch gerade dieser Endspurt macht den Sieg der Tübinger Basketballer auch nicht ganz unverdient. So jubelten die Uncoachabulls mit ihren zahlreich erschienen Fans um die Wette und eine kleine Welle kam auch noch zustande.

Auch wenn dieser Sieg sicherlich richtungsweisend ist, haben die Uncoachabulls noch eine kleine Strecke zu gehen. Aus den letzten drei Saisonspielen müssen mindestens zwei Siege herausspringen. Ansonsten ist auch weiterhin die Meisterschaft bedroht, da nicht davon auszugehen ist, dass die Verfolger Federn lassen werden. Jetzt ist erstmal eine dreiwöchige Pause ehe es dann am 13.03.2016 um 15 Uhr in die Volksbank Arena nach Rottenburg geht. Dort erwartet der TV Rottenburg 2 am Wahlsonntag die Tübingen Uncoachabulls. Im Restprogramm folgen dann noch am 03.04.2016 um 17 Uhr ein Auswärtsspiel beim TSV Calw und zu guter Letzt ein Heimspiel gegen die Spvgg Mössingen (10.04.2016, 17.30 Uhr).

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