13.10.2009: VfL Sindelfingen 3 vs SV 03 Tübingen 4

Die Schläfer vom Neckar sind durchwachsen in die Saison 2009/2010 gestartet. Einen Sieg gegen den Ur-Rivalen SV Weilheim und eine Niederlage gegen die TV Derendingen All-Stars standen bislang zu Buche. In beiden Spielen war vor allem die Offensivleistung noch stark verbesserungswürdig. Nachdem es nun zwei Heimspiele in Folge gegeben hatte, mussten die Schläfer vom Neckar nur drei Tage nach der bitteren Heimpleite gegen den TVD bei einem ungeliebten Gegner auflaufen. Wie üblich, bat der VfL Sindelfingen 3 an einem Dienstagabend seinen aktuellen Herausforderer in die heimische Sporthalle des Pfarrwiesengymnasiums. Diese Sportstätte versetzt jede auswärtige Mannschaft zunächst in ein anderes Universum. Per Zeitreise wird man in die 1970er zurückversetzt: Parkettboden, Uralt-Körbe, modische (Extrem-)Kurzhosen und das dazugehörige Altstar-Team des VfL Sindelfingen bilden das passende Ambiente für ein gewisses „back in the days“ Gefühl. Doch im Gegensatz zur Saison 2006/2007 als die Schläfer sich sogar zweimal von diesem Schein des VfL Sindelfingen 3 haben trügen lassen, wollten sie diesen Dienstag wieder an die guten alten Tage anknüpfen als die damals noch jungen Schläfer Ende der 1990er eben an diesem Ort den Aufstieg in die Bezirksliga feiern konnten.

Mit großer Motivation gingen die Schläfer vom Neckar an die bevorstehende Aufgabe heran. Die eigentlich zu neunt angereisten Gäste aus der Unistadt mussten wider erwarten auf Alessandro Pricci verzichten, der leider sämtliche Ausweise vergessen hatte. Da mit Tin Johanning, Matze Schaefer (beide verletzt) sowie Basti Rudischer und Nils Gottfried gleich vier weitere Stammkräfte fehlten, blieb dem Trainergespann Kehrer/Greco noch ein achtköpfiger Kader, um den zweiten Sieg der noch jungen Saison einzufahren. Mit dem Ziel einen Sieg zu ergattern, legten die Gäste aus Tübingen gleich richtig los. Leider klappte noch nicht alles, was man sich vornahm. Aber immerhin stimmten der Einsatz und der Kampfeswille. So kamen die Schläfer immer wieder in aussichtsreiche Wurfpositionen, die allerdings eher sporadisch für gewinnbringende Korbpunkte genutzt wurden. Der zweite erfolgreiche Dreipunktwurf von Fabi Herwig bedeutete in der siebten Spielminute des ersten Viertels die 12:4 Führung. Bis dahin war zwar noch nicht alles Gold, was glänzte, dennoch konnte vor allem die Defensive überzeugen. Doch plötzlich riss kurzzeitig der oft zitierte Faden und kleinere Aussetzer der Konzentration waren festzustellen. Der VfL nutzte dies gekonnt für die eigenen Zwecke und kämpfte sich zum Viertelende auf 12:16 heran.

Nachdem die Schläfer nun wieder merkten, dass das Spiel drohte aus dem Ruder zu geraten, schworen sie sich in der kurzen Spielpause nochmal neu auf die wichtige Aufgabe ein. Dieses Mal sollte es dann auch wirklich Früchte tragen. Die Unistädter rissen das Spiel an sich und konnten dabei nun nicht nur in der Verteidigung überzeugen. Auch in der Offensive wussten sie immer wieder neue Akzente zu setzen. Der Knoten schien geplatzt zu sein. Ein 17:0 Run zwischen der vierten und zehnten Spielminute des zweiten Spielabschnitts sind eindeutiges Indiz dafür, dass bei den Schläfern nun alles rund lief. Der VfL Sindelfingen war zu diesem Zeitpunkt sprichwörtlich mit seinem Latein am Ende. Besonders erfreulich waren in diesem Zeitraum die zwei Dreier von Christos „Chriss“ Skouras sowie die ersten zwei Schläferpunkte von Neuzugang Alex Bitzer. Zur Halbzeit stand es 39:20 für die Neckarstädter aus Tübingen.

Nach einer stark verkürzten Halbzeitpause wollten die Schläfer auch gleich wieder dort weitermachen, wo sie zuvor aufhörten. Leider gelang dieses Vorhaben nicht so recht. Es stand nun vielmehr das Thema „Schlafwagen-Basketball“ auf dem Programm. Die Schläfer ruhten sich nun etwas auf dem relativ großen Punktepolster aus und vergaßen dabei die Augen offen zu halten. Glücklicherweise war der VfL Sindelfingen an diesem Tag nicht in bester Form und aus diesem Grund änderte sich letztlich kaum etwas am Vorsprung der Tübinger Basketballer. Dieses vollkommen unspektakuläre Viertel entschieden die Gastgeber zwar mit 12:10 für sich, aber die Schläfer behielten weiterhin die Nase vorn. Wie beschrieben, mussten sie fast nichts dafür tun. Doch leider bedeutete dies auch, dass man sich wieder mit einem sogenannten Low Score Game (Anm. d. Red.: Spiel mit wenig Korberfolgen) zufrieden geben musste. Spielstand nach drei gespielten Vierteln: 49:32 für die Schläfer vom Neckar.

Der letzte Spielabschnitt sollte dann aber wieder mehr Action mit sich bringen. Die leicht frustrierten Gastgeber ließen ihrem Unmut nun immer häufiger freien Lauf und packten noch den ein oder anderen versteckten (verbalen & physischen) Seitenhieb aus. Die Schläfer nutzten diese Gelegenheit für Körbe. Schön waren dabei wiederum 2 Dreier von Christos Skouras und 4 Punkte durch den aufgrund von Foulnot auf wenig Spielzeit gekommenen Steffen „Boscho“ Bosch, die er seiner überragenden Reboundarbeit zu verdanken hatte. Gegen Ende des Spiels ließ sich Stefan „Firby“ Kehrer doch noch von der Aggression der Heimmannschaft anstecken und verursachte ein Technisches Foul. Dabei wollte er sich doch eigentlich seinem großen Ziel widmen: 2.000 Karrierepunke bei den Schläfern vom Neckar. Tja, vielleicht war es auch die gerechte Strafe für das Technische Foul, dass er diese Bestmarke an diesem Abend nicht schaffen sollte. Viel tat sich bis zum Ende der Partie dann nicht mehr und die Schläfer durften sich letztlich über einen deutlichen und verdienten 65:42 Sieg freuen.

Zum ersten Mal in der Saison wurde die 60-Punkte-Marke überschritten. Im Vergleich zu den vergangenen beiden Spielzeiten ist dies dann schon ein auffallender Wert. Doch das eigentlich wichtige Ziel war erreicht, denn die Schläfer durften mit 2 Punkten im Gepäck wieder glücklich und zufrieden nach Hause fahren. Spontan wurde dann entschieden, dass man eine alte Tradition wieder aufleben lässt. Bei einem Sieg konnte dies nur eines heißen: Besuch eines Burger Restaurants mit berühmter Krone. Dazu gibt es aber noch eine kleine Anekdote: die Schläfer spalteten sich in 2 Gruppen, um das besagte Restaurant per motorisiertem Fahrzeug zu erreichen. Genauso zielsicher wie jenseits der 6,25-Meter-Linie steuerte Chriss Skouras jede Baustelle des Daimler Produktionsstandortes Sindelfingen an und sorgte für eine ca. 20minütige Verzögerung des Gaumenschmauses. Dann wurde aber ausgelassen der Kalorienhaushalt wieder aufgefrischt.

Dies wird auch dringend nötig sein, denn bereits am kommenden Sonntag, den 18.10.2009, geht es für die Schläfer vom Neckar weiter. Um 15 Uhr werden die Schläfer in der Mössinger Jahnhalle von der bis dato sieglosen Spvgg Mössingen erwartet. Das bislang wackelige Auftreten der SV 03 Basketballer lässt aber keine voreiligen Siegesgedanken zu. So wird die Tübinger „Vierte“ den kommenden Gegner ganz sicher nicht unterschätzen. Deshalb freuen sich die Schläfer natürlich über jeden Zuschauer, der sie anfeuert. Für die Schläfer wird es nämlich langsam Zeit den Basketballmotor zum Laufen zu bringen.