18.10.2009: Spvgg Mössingen vs SV 03 Tübingen 4

Für die Schläfer vom Neckar stand an diesem Sonntag, den 18.10.2009, bereits das vierte Spiel innerhalb von 15 Tagen an. Nachdem es in den ersten drei Begegnungen zwei Siege und eine Niederlage zu vermelden gab, wurden die Schläfer nun von der Spvgg Mössingen erwartet. Auf diesen Gegner treffen die Unistädter seit der Saison 2003/2004 in regelmäßigen Abständen und konnten dabei bis auf einmal immer als Sieger hervorgehen. In dieser Saison sind die Mössinger aber noch gar nicht vom Erfolg verwöhnt worden. Wer die Steinlachtäler kennt, weiß aber, dass man dieses Team keinesfalls unterschätzen sollte. Für eine Überraschung ist dieser Gegner schon immer gut gewesen. Die Schläfer konnten aber ihrerseits einen sehr guten Kader für diese Begegnung aufbieten. So nahm auch wieder der halbwegs von seiner Schulterprellung kurierte Matze Schaefer am Spiel teil. Für ihn war es sogar ein besonderes Spiel, da er auf einige Kameraden der Vergangenheit traf. Damals war Matze Schaefer noch in Diensten der SF Dusslingen unterwegs.

Für die Begegnung in Mössingen hatten sich die Schläfer im Vorfeld viel vorgenommen. So wurde beispielsweise tatsächlich eine Trainingseinheit absolviert, die zumindest einmal die Bezeichnung „Training“ in kleinem Rahmen rechtfertigt. Mit diesem gefährlichen Halbwissen ausgestattet, machten die Schläfer gleich von der ersten Sekunde an Alarm. Die Partie ging sehr flott los und die Gäste aus Tübingen setzten sich schnell mit 10:0 ab. Auch in den Folgeminuten hatten die vermeintlichen Hausherren nichts zu melden. Bei den Schläfern passte dagegen fast alles. Nach Belieben kontrollierten sie die Offensivaktionen und ließen im Gegenzug kaum Korberfolge der Spielvereinigung zu. Ganz auffällig war zu diesem Zeitpunkt bereits die eindeutige Reboundüberlegenheit der Schläfer. Schon nach zehn gespielten Minuten betrug der Vorsprung der Schläfer 13 Punkte. Die Viertelpause wurde beim Spielstand von 21:8 erreicht.

Nach der Viertelpause fingen die Schläfer leider erstmal wieder damit an, den Schlendrian auszupacken und das Spiel leicht zu nehmen. Mangelnde Konzentration war die Folge, was wiederum einige Nachlässigkeiten nach sich zog. Im Vergleich zu den vorangegangenen Saisonspielen war diese Phase aber deutlich positiver zu bewerten als zuletzt. Dies war vor allem einer weiterhin soliden Verteidigungsarbeit zu verdanken, denn da hingen sich die Schläfer nach wie vor rein. Durch die etwas ruppige Spielweise der Gastgeber mussten die Tübinger Basketballer in diesem Spielabschnitt relativ häufig an die Freiwurflinie. Dort hätte die Trefferquote zwar besser sein können, aber trotzdem halfen die gesammelten Punkte dabei den Gegner auf Distanz zu halten. Einen der wenigen Punkte aus dem Spiel heraus nutzte Ur-Schläfer (und damit sozusagen Mit-Gründungsvater) Stefan „Stoffel“ Kehrer für seinen ganz persönlichen besonderen Meilenstein. Er erzielte seinen 2.000ten Schläfer-Karriere-Punkt. Damit führt er nicht nur die interne Rangliste an, sondern ist auch noch der erste Schläfer, der diese Bestmarke knackte. So konnte Stoffel Kehrer nach 20 gespielten Minuten bei einem Spielstand von 38:21 glücklich und zufrieden in die Halbzeitpause gehen.

Glücklich und zufrieden ist auch das Stichwort für den restlichen Verlauf des Spiels. Glücklich waren die Schläfer zu diesem Zeitpunkt allemal, aber zufrieden waren sie am heutigen Tag noch lange nicht. Jetzt drehten die Neckarstädter nämlich erst so richtig auf. Mit viel Motivation und dem nötigen Wurfglück überrannten die Schläfer nun die Spvgg Mössingen. Nach fünf Minuten in der zweiten Halbzeit war bereits ein 16:1 Run am Laufen, der sich bis Viertelende noch weiter ausdehnen sollte. Damit war der Sieg der Schläfer praktisch schon in trockenen Tüchern, was aber vor allem daran lag, dass sich die Mössinger bereits aufgegeben hatten. In dieser Phase schienen sie sowieso etwas mit sich selbst, dem Gegner und dem Schiedsrichtergespann beschäftigt zu sein anstatt sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Die Schläfer nutzten diese Sturm und Drang Phase für einen deutlichen Ausbau des Punktevorteils. Das dritte Viertel zeigte, dass der Motor der Schläfer durchaus schon sehr gut und geschmeidig laufen kann. Das Viertelendergebnis von 73:29 bedeutete zugleich, dass man endlich auch mal mehr als 70 Punkte in einer Partie erzielen kann. Bislang sah es in dieser Hinsicht nämlich eher mau aus.

Im letzten Viertel der Begegnung ließen die Schläfer nichts mehr anbrennen. Der Sieg war bereits besiegelt und war aus Sicht der Spvgg Mössingen unvermeidbar. Positiv fiel nun auf, dass sich die von der Bank gekommenen Schläfer nahtlos in das Spielgeschehen einfügten und den Vorsprung nicht nur hielten sondern auch noch kontinuierlich ausbauten. Viel passierte dann aber auch nicht mehr. Wie gesagt, hatte der Gastgeber kaum noch echte Gegenwehr vorweisen können. Und so endete dieses Auswärtsspiel mit einem 93:41 Sieg der Schläfer.

Insgesamt ein verdienter Sieg, wenn man beachtet, dass die Schläfer mit sehr großer mannschaftlicher Geschlossenheit auftraten. Das „Wir-Gefühl“ war deutlich zu spüren. Der Spaß kam dabei also auch nicht zu kurz. Außerdem hat dieses Spiel gezeigt, dass man auf jeden Fall über das nötige Potenzial für eine erfolgreiche Saison verfügt. Der Motor der Schläfer lief endlich wieder rund. Nur muss dieser sensible Motor immer mit dem richtigen Öl behandelt werden. Die passenden Zutaten sind nun (wieder) weitestgehend bekannt und es gilt jetzt die von Spiel zu Spiel die richtige Mischung zu finden.

Ob die richtige Abmischung tatsächlich gefunden wurde, können die Tübinger Basketballer des SV 03 nach einer dreiwöchigen Pause am 07.11.2009 um 11 Uhr in der heimischen Uhlandhalle gegen den VfL Sindelfingen III beweisen. Eine passende Zutat, deren Menge die Schläfer aber nicht so ganz selbst in der Hand hat, ist der Faktor „Fans und Zuschauer“. Sicher ist aber: je mehr Zuschauer die Schläfer anfeuern, desto motivierter werden die Schläfer auftreten. Und dies lässt den Motor von vorneherein schon flüssiger laufen.

An dieser Stelle noch eine wichtiger Hinweis: Die Schläfer vom Neckar gratulieren Stoffel Kehrer zur Erreichung der Bestmarke! 2000 Korbpunkte ist bei den Schläfern tatsächlich ein Meilenstein!

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