15.11.2009: SV 03 Tübingen 4 vs TSG Balingen

An einem Sonntagmittag stand die erste Begegnung der Schläfer vom Neckar gegen die TSG Balingen an. Der Gast aus dem Eyach-Tal war bisher sehr gut in die Saison gestartet und führte mit fünf Siegen aus fünf Spielen ungeschlagen die Tabelle der Kreisliga Nord 2 an. Dabei hatten sie den bislang einzigen Schläfer-Bezwinger in dieser Saison, den TV Derendingen 4, schon zweimal besiegt. Die Tübinger Unistädter waren demnach schon gewarnt vor den Liganeulingen. Deshalb war es auch nicht verwunderlich, dass die Gastgeber sich nicht nur bemühten eine konkurrenzfähige Truppe zusammenzustellen. Vielmehr durfte das Interims-Trainergespann Kehrer/Greco auf einen vollwertigen Kader zurückgreifen. Nachdem sich dann auch das Kampfgericht pünktlich auf die Sekunde an den Anschreibetisch setzte, konnte das Topspiel der Kreisliga Nord 2 losgehen.

Der Hochball ging noch an den Gegner, aber die ersten zwei Punkte der Begegnung gehörten den Schläfern. Jedoch war die Anfangsphase recht symptomatisch für ein wichtiges Spiel. Das Niveau war zwar in Ordnung, konnte aber im Verlauf des Spiels dann doch noch ein wenig angehoben werden. Etwas hektische Angriffsbemühungen auf beiden Seiten waren nicht selten. So gab es in den Anfangsminuten auch einige vermeidbare Ballverluste, Fehlpässe und Fehlwürfe zu verzeichnen. Dies schien vor allem dem Balinger Trainer Jan von Berg nicht zu gefallen und so nahm er nach vier gespielten Minuten die erste Auszeit. Und tatsächlich schien er seine Mannen am richtigen Nerv getroffen zu haben. Nach dieser Auszeit hatten die Hausherren ihre liebe Mühe zu Punkten zu kommen. Dazu war die Defensive der Schläfer ziemlich lasch. Es mangelte irgendwie an der nötigen Frische. Die nutzten die Gäste aus Balingen teilweise geschickt aus und setzten sich dadurch bis zum Viertelende mit 20:14 ab.

Die Schläfer wussten, dass sie mehr zeigen mussten, um nicht die zweite Heimpleite der laufenden Saison hinzunehmen. Dieses Wissen schien sie nun etwas zu lähmen. Gegen die aggressive 3-2 Zonenverteidigung der TSGler fanden die Gastgeber kein probates Mittel und selbst wenn sie einen Weg durch die Abwehrreihen gefunden hatten, wurden die vermeintlich leicht zu ergatternden Punkte leichtfertig vergeben. Mit zwei schnellen Dreiern setzten sich die Gäste dann zwischenzeitlich mit 10 Punkten ab. Die Schläfer wankten, fielen aber nicht. Ebenfalls durch eine schöne Dreierserie von Fabian Herwig und Gianni Greco fanden sie schnell wieder zurück in die Spur und verkürzten auf einen Punkt Rückstand. Nachdem dann auch nach langer Zeit wieder die erste Führung der Schläfer zu verbuchen war, entwickelte sich ab sofort eine sehr spannende Begegnung. Bis zum Viertelende wechselte die Führung regelmäßig mit jedem Angriff. Es ging hin und her, wobei sich keines der beiden Teams irgendwie profilieren konnte. Als der „Riese aus Österreich“ Georg Meierhofer mit seinem Korb den Endstand der ersten Halbzeit klar machte, konnten die Schläfer mit einer knappen 34:33 Führung zum Pausenplausch antreten.

Zum Start der zweiten Halbzeit wurden wie üblich die Seiten gewechselt. Jedoch änderte auch die neue Spielrichtung nichts am Spielgeschehen. Über das gesamte dritte Viertel hinweg wechselte der Vorsprung der jeweiligen Mannschaft fast von Angriff zu Angriff. Es handelte sich dabei nicht unbedingt um ein schönes Spiel, was etliche Fehlpässe, Fangfehler und unglückliche Korbaktionen bewiesen. Spannend war es aber allemal. Die anwesenden Zuschauer mussten es also nicht bereuen, den freien Sonntag in der Tübinger Uhlandhalle zu verbringen. Was besonders auffiel, war der aufopferungsvolle Kampfgeist, den beide Spielpartner an den Tag legten. Die Schläfer versuchten ihrerseits die spielerischen Defizite durch mächtigen Kampfeinsatz zu kompensieren. In der Defense passte zwar noch nicht alles, auffallend war aber, dass die TSG Balingen kaum Chancen bekam, die gefährlichen langen Spieler unterm dem Tübinger Korb zu platzieren. Vielmehr suchten sie ihr Glück von jenseits der Dreipunktmarkierung. Teilweise war dies von Erfolg gekrönt. Die Schläfer wussten allerdings jede Aktion im Gegenzug zu kontern. Somit hatten sie fast immer eine Antwort parat. Die logische Konsequenz dieses Viertels konnte nur das Unentschieden am Ende dieser Spielperiode sein. Beim Stand von 53:53 ruhten sich die Spieler zum letzten Mal offiziell in der regulären Spielzeit aus.

Es war zu diesem Zeitpunkt nur schwer vorauszusehen, welche Mannschaft das Spiel siegreich beenden wird und wer mit gesenktem Haupt nach Hause gehen muss. Die Schläfer waren zumindest bestrebt alles gegen eine Niederlage zu unternehmen. In den ersten zwei Minuten passierte nicht viel. Die Nervosität war beiden Parteien deutlich anzumerken. Doch ab der vierten Spielminute der letzten Spielperiode zeigten sich die Schläfer nun nicht nur kämpferisch sondern auch cleverer als die noch größtenteils jungen Balinger. Binnen kurzer Zeit erspielten sich die Schläfer eine kleine Führung mit fünf Punkten Differenz. Relativ schnell wuchs dieser Vorsprung dann auch auf acht Punkte an. Die Schläfer näherten sich mit großen Schritten dem Erfolg. Man merkte nun, dass die TSG Balingen versuchten über erfolgreiche Dreier zurück ins Spiel zu finden. Doch anders als noch zuvor schossen sie nun des Öfteren eine sogenannte „Fahrkarte“. Damit hatten es die Gastgeber natürlich auch deutlich einfacher das Spiel nun endgültig an sich zu reißen. Schläfer-Rookie Mike Klaus wollte jedoch das Spiel schon vorzeitig beenden und verabschiedete sich in der siebten Spielminute mit seinem fünften Persönlichen Foul auf die Auswechselbank. Die Gäste versuchten ihrerseits noch ab und zu die Zeit anzuhalten, um die Schläfer an die Freiwurflinie zu zwingen. Obwohl die Wurfquote von der Freiwurflinie hätte besser sein können, half die Balinger Taktik den Tübinger dabei, das Spiel nach Hause zu schaukeln. In den letzten zwei Minuten dieses Spiels passierte nicht mehr viel. Irgendwann hatten sich die Balinger dann doch mit der Niederlage abgefunden. Am Ende setzten sich die Schläfer mit einem recht deutlichen 78:67 Sieg gegen den direkten Kontrahenten durch.

Damit übernehmen die Schläfer vom Neckar temporär die Tabellenführung und müssen sich nun davor vorsehen, dass sie noch mehr gejagt werden als schon zuvor. Vielleicht ist der Sieg der Schläfer am Ende eine Spur zu deutlich ausgefallen. Dennoch dürfen sich die Schläfer darüber freuen, einen sehr wichtigen Sieg eingefahren zu haben. Da es in der sehr umkämpften Staffel der Schläfer eng zugeht, könnte in der Abschlusstabelle jeder Korb entscheidend sein. Zurück zum Endergebnis: Die Unistädter haben sich diesen Sieg vor allem durch eine sehr kämpferische und mannschaftlich geschlossene Leistung in der zweiten Halbzeit erarbeitet. In der ersten Halbzeit hatten sie dagegen noch Probleme gegen die Verteidigungsform der TSG Balingen. Als ihnen aber bewusst war, dass an diesem Sonntagmittag keine zwei Punkte durch Schönspielerei möglich waren, feuerten sie sich gegenseitig zu großem Kampfeswillen an. Dieser Zusammenhalt war heute Spiel entscheidend.

Für die Schläfer geht es in der nächsten Woche mit einem weiteren Heimspiel weiter. Dabei empfangen sie am 21.11.2009 die Spvgg Mössingen um 15 Uhr in der Tübinger Uhlandhalle zum Rückspiel. Das Hinspiel konnten die Schläfer zwar sehr deutlich gewinnen, es wäre aber ein Fehler gerade diesen Gegner zu unterschätzen. Zum einen werden die Schläfer ganz sicher nicht in Bestbesetzung antreten können, zum anderen haben die Mössinger derzeit einen kleinen Lauf und konnten dabei überraschend gegen den SV Weilheim bestehen. Da es sich um eine wichtiges Heimspiel der Schläfer handelt und es gleichzeitig auch das letzte Heimspiel der Hauptrunde darstellt, freuen sich die Schläfer vom Neckar über jeden Besucher, der sie anfeuert.