21.11.2009: SV 03 Tübingen 4 vs Spvgg Mössingen

Nachdem die Schläfer vom Neckar am vergangenen Wochenende im Topspiel gegen die TSG Balingen einen sehr erfreulichen Sieg einfahren konnten, kam es am vergangenen Samstag zum ersten offiziellen Rückrundenspiel. Eine stark dezimierte Schläfertruppe empfing in der heimischen Uhlandhalle im letzten Heimspiel des Jahres 2009 die Spvgg Mössingen. Der Gegner hatte zuletzt zwei Siege in Folge eingeheimst und kam mit sehr viel Selbstvertrauen in die Unistadt. Außerdem wollten sie die deftige Hinspielniederlage wieder gut machen. Bei den Schläfern fehlten einige Akteure aufgrund von Verletzungen und dingenden Terminen. So musste das Trainerduo Gottfried/Greco fast auf die gesamte Centergarde verzichten. Einzig Schläfer-Neuzugang Alex Bitzer war als ausgewiesener „In-the-paint“-Spieler mit an Bord. Doch die vielen Ausfälle sollten auch eine Chance für die Schläfer sein, die ansonsten manchmal kürzer treten müssen, wenn es um Spielzeit geht. Außerdem konnte erst gar nicht die Gefahr aufgebaut werden, den Gegner zu unterschätzen.

Der Sprungball zu Beginn der Partie ging gleich an die Schläfer, die auch gleich konzentriert loslegten. Vor allem Matze Schaefer war sofort zur Stelle und zeigte gegen seine alten Teamkameraden aus Dusslinger Zeiten eine starke Anfangsphase. Leider zeigte sich aber auch in diesem Spiel eine gewisse Schwäche beim Abschluss. Schon in der vorangegangenen Woche hatte man Probleme die vermeintlich einfachen Korbversuche in Punkte umzuwandeln. So war auch in dieser Begegnung zu bemerken, dass es einige Korbleger und freie Würfe gab, die den Weg nicht durch die Mössinger Reuse gefunden hatten. Doch diese galt nur für die ersten fünf Minuten. Beim Stand von 7:4 für die Hausherren fanden selbige dann auch endlich Mittel und Wege einige Punkte auf dem eigenen Konto gutzuschreiben. Als der Vorsprung dann drohte in den zweistelligen Bereich zu rutschen, bat der Mössinger Trainer seine Mannen zur Auszeit. Diese schien auch kurzzeitig Früchte zu tragen, auch wenn sie selbst davon kaum profitieren konnten. Bis zum Ende des Viertels tat sich am Ergebnis dann nicht mehr viel. 15:8 führten die Neckarstädter zu diesem Zeitpunkt.

So richtig zufrieden waren die Schläfer mit dem bisherigen Verlauf nicht. Die Defense war größtenteils in Ordnung, aber es gab nach wie vor einen gewissen Mangel in der Offensive. Irgendwie wirkten die Schläfer im Angriff noch gehemmt. Außerdem war auch die Reboundarbeit noch verbesserungswürdig. Im zweiten Viertel änderte sich am eigentlichen Vorsprung der Schläfer nichts. Sie blieben konstant in Front, konnten sich aber nicht so richtig absetzen. Schade, denn mit etwas mehr Geschick hätte man schon zu diesem Zeitpunkt einen wichtigen Schritt in Richtung Sieg machen können. Aber immerhin passte in der Verteidigung einiges zusammen und das machte den Gästen aus dem Steinlachtal das (Angriffs-)Leben schwer. Wer weiß, vielleicht steckte den Schläfern noch die „harte“ Trainingseinheit des Vorabends in Knochen und sie konnten deshalb noch keine echten Akzente setzen?! Ganz zum Vergessen war dieses Viertel zwar nicht, aber mehr braucht man darüber auch nicht berichten. Halbzeitstand war ein noch nicht ganz so überzeugendes27:20 für die Gastgeber.

In der Halbzeitpause wechselten die Schläfer ihre Taktik, weil sie das Gefühl hatten, dass an diesem Tag noch etwas mehr drin sei als ein recht müdes Spiel. Ein Schiffskapitän hätte die Taktik sicher als „volle Kraft voraus!“ ausgelobt. Und siehe da, die Vierte des SV 03 Tübingen zeigte nun ein temporeiches Auftreten. Jetzt waren die Schläfer hellwach: gute Defense, konzentrierte Offense und viel Einsatzwillen beim Kampf um den Ball. Manchmal bedarf es nicht vieler Worte, sondern einiger Taten. Innerhalb von 4 Minuten erzielten die Schläfer einen 11:0-Lauf und erwischten damit die Gäste eiskalt. Die Spvgg Mössingen hatte damit zu diesem Zeitpunkt nicht gerechnet, denn die Schläfer schienen bis dahin vom Spielgeschehen eingelullt worden zu sein. Angeführt von Schläfer-Rookie Mike Klaus und Rückkehrer Matze Schaefer leiteten die Schläfer einen Schnellangriff nach dem anderen ein. Die Mössinger wurden regelrecht überrannt und die Gastgeber sahen tatsächlich einmal schneller aus als ihre Kontrahenten. Dies hatte letztlich zur Folge, dass dieses Viertel deutlich mit 25:8 an die Schläfer ging. Der Zwischenstand von 52:28 nach Viertelende war im Grunde schon eine Vorentscheidung.

Das letzte Viertel ließen die Schläfer nun wieder deutlich ruhiger angehen. Eigentlich war dies nicht so geplant, aber zwangsläufig entwickelte sich unterbewusst der oft zitierte Schlendrian. Das Viertel gestaltete sich dadurch wieder viel offener, das Spiel dagegen aber nicht. Das heißt jetzt zwar nicht, dass das Spiel unansehnlich war, dennoch gehört dieses Quarter am Ende der Saison sicherlich nicht zu den Highlights. Es gibt aber trotzdem Dinge, die festgehalten werden sollten. So schaffte es Nils Gottfried in diesen letzten zehn Minuten der Partie 9 seiner insgesamt 11 Punkte zu erzielen. Darunter waren auch zwei erfolgreiche Dreier, die ihn letztlich zum erfolgreichsten Dreierschütze der Schläfer an diesem Tage machten. Zudem untermauerte Alex Bitzer seine Vorherrschaft unter den Körben, die er vor allem in der zweiten Halbzeit mit viel Einsatz und Willen durchsetzte. Auch der Schlusspunkt der Partie sollte noch etwas Besonderes sein: Matze Schaefer verwandelte einen seiner seltenen Wurfversuche von jenseits der 6,25-Meter-Linie mit einem satten „Swish“-Ton. Zwar wehrten sich die Mössinger zuvor noch besser als im vorangegangenen Viertel, für eine echte Ergebniskorrektur sollte es aber dennoch nicht reichen. Die Schläfer setzten sich am Ende wiederum deutlich mit 68:45 durch.

Diesen Sieg hatten sich die Schläfer redlich verdient. In der ersten Halbzeit bewiesen sie ausreichend Geduld und packten die Gelegenheit beim Schopfe als der Zeitpunkt dafür gekommen war. Dies ist insofern bemerkenswert, weil die Schläfer in der Vergangenheit auch schonmal etwas ungeduldiger agiert hatten und sich damit vor allem im Angriff zu überstürzten Aktionen verleiten ließen. Dieses Spiel hat deutlich gezeigt, dass die Schläfer inzwischen ein homogenes Team bilden und auch mit einer dezimierten Mannschaft durch viel Einsatzwillen zum Erfolg gelangen können. Jeder Sieg ist zwar wichtig, aber er ist auch nur etwas wert, wenn man noch mehr dazu gelernt hat. Deshalb dürfen die Schläfer jetzt gespannt und voll motiviert auf die bevorstehenden Aufgaben schauen.

In der kommenden Woche steht für die Schläfer nämlich einiges auf dem Programm. Am Donnerstag, den 26.11.2009, treffen die Schläfer um 19 Uhr auswärts in der Rammerthalle auf den SV Weilheim. Gleich am folgenden Sonntag, den 29.11.2009, treten die Schläfer ebenfalls um 19 Uhr in der Tübinger Unihalle bei den TV Derendingen Allstars an. Zwei Derbys innerhalb von 4 Tagen sind sicherlich kein leichtes Unterfangen, versprechen aber viel Action und Spannung. Man darf gespannt sein, wie es für die Schläfer weitergeht. Die Schläfer freuen sich jedenfalls auf die beiden Aufgaben. Ebenso freuen sie sich über jeden Zuschauer, der die weiten Anreisen auf sich nimmt und die Schläfer-Truppe anfeuert.