Drittes Spiel, zweite Niederlage – jetzt wird’s eng!

Ja, es ist wahr: so hatten sich die Schläfer vom Neckar die Saison 2010/2011 nicht vorgestellt. Nach drei gespielten Spielen müssen sich die Schläfer bereits mit zwei Niederlagen herumschlagen. Die Konkurrenz aus Derendingen und Böblingen punktete dagegen beständig und marschiert zielgerichtet in Richtung Zwischenrunde.

Im dritten Spiel der Saison traten die Tübinger Kreisliga-Basketballer beim SV Böblingen 2 an. Beide Teams hatten vor der Partie das gleiche Punkteverhältnis aufzuweisen. Jedoch hatten die Böblinger ihr Auswärtsspiel beim TV Derendingen bei weitem nicht so hoch verloren wie die Schläfer zum Saisonauftakt. Wohl wissend dass ein Sieg in Böblingen eigentlich Pflicht ist, reisten die Unistädter hochmotiviert zur Hermann-Raiser-Halle. In einer mitreißenden und recht ausgeglichenen Partie zogen die Schläfer am Ende dann aber doch den Kürzeren. Mit einer 54:66 Niederlage im Gepäck ging es wieder zurück an den Neckar.

Nachdem das Auftaktspiel zur Saison 2010/2011 gegen den TV Derendingen alles andere als erfreulich verlief, konnten die Schläfer beim VfL Sindelfingen 2 mit einer guten Leistung sogar wieder das negative Korbverhältnis zu ihren Gunsten ausbessern. War der VfL Sindelfingen noch ein dankbarer Gegner, so ist dessen direkter Ortsnachbar ein weitaus unangenehmerer Kontrahent. Der SV Böblingen 2 konnte im Vorfeld gegen den TSV Pliezhausen überzeugen und musste sich bei seinem Gastspiel in Derendingen auch erst in der Schlussphase geschlagen geben. Damit sind der SV 03 Tübingen 4 und der SV Böblingen 2 vor diesem Spiel definitiv direkte Konkurrenten gewesen. Dementsprechend konzentriert reisten die Tübinger in die altbekannte Böblinger Hermann-Raiser-Halle. Vom extremen Aufwärmprogramm der Gastgeber ließen sie sich jedenfalls schonmal nicht einschüchtern.

Auf dem Spielfeld angekommen, zeigte sich gleich wie viel für beide Mannschaften auf dem Spiel stand. Man tastete sich langsam ins Spiel und versuchte so wenig Fehler zu machen wie nur möglich. Dies verursachte eine recht verkrampfte Anfangsphase. Bei den Böblingern führte dies zu einigen Ballverlusten, bei den Gästen äußerte sich dies vor allem in den etlichen vergebenen Korbchancen. Viele Punkte durften die Zuschauer demnach nicht bejubeln. Erfolgreiche Spielaktionen waren wirklich Mangelware und hätten auf jedem Handels-Basar sicherlich mehr Geld eingebracht als die gesammelte Auslese einer Diamantenmiene. Trotzdem muss man ergänzen, dass trotz der qualitativ nicht hochwertigen Spielperiode eine gewisse Spannung zu spüren war. Beide Mannschaften kämpften schon zum jetzigen Zeitpunkt um jeden Ball und waren mit ganzem Herzen auf dem Court vertreten. Ganz vorne mit dabei war einmal mehr der als „Wolverine“ bekannte Steffen Bosch, der von den 12 Schläfer-Punkten des ersten Viertels alleine 9 Punkte beisteuerte. Mit einem ausgeglichenen 12:12 begaben sich die Teams zu ihren Auswechselbänken.

Nach einer kurzen Teambesprechung waren die Schläfer auch gleich wieder voll auf dem Parkett. Zwar wirbelten die Gastgeber mit ihren jungen und agilen Beinen sehr umher, aber die Unistädter  ließen sich davon nicht aus dem Konzept bringen. Jeder Punkt wurde nun umgehend wieder gekontert und erwidert. So lief das bis zur sechsten Spielminute des zweiten Viertels. Dann musste Steffen Bosch aber mit Foulproblemen auf der Bank Platz nehmen. Zwar war er nicht allein verantwortlich dafür, dass die Schläfer so gut mithielten, aber in der Offensive war er bis dahin praktisch die einzige effektive Waffe (13 von 22 Punkten). Die Defensive stimmte nach seiner Auswechslung noch ein paar Angriffe lang. Zum Ende der ersten Halbzeit schwanden dann aber die Kräfte und die Schläfer fingen sich durch Unachtsamkeiten ein paar Körbe ein. Plötzlich waren die Böblinger mit 11 Punkten in Front. Zur Halbzeit hatten die Schläfer gerade mal 25 Zähler gesammelt, ließen selbst aber auch nur 36 zu. Trotzdem bedeutete der 25:36 Rückstand ein zweistelliges Defizit, dass wieder ausgemerzt werden musste.

In der Halbzeit machten die Schläfer einen Grund für den niedrigen Spielstand aus: bisher hatten sie keinen einzigen Erfolg von jenseits der 6,25-Meter-Linie feiern können. Dies ist nicht nur sehr außergewöhnlich für die Schläfer sondern ganz nebenbei auch noch sehr unzuträglich für ihre Spielweise. Ohne Korberfolg von außen tun sich die Neckarstädter für gewöhnlich auch schwerer unter den Körben zu punkten. Die Schläfer nahmen sich aber vor, sich davon nicht verrückt machen zu lassen. In der Defensive hatte bis hierhin ja einiges geklappt und mit Geduld sollte dies dann auch für die Offensive bald so sein. Ja, zwischen Theorie und Praxis liegen ja manchmal Welten. So schlimm war es bei den Schläfern aber nicht. Aus 11 Punkten Rückstand wurden kurzerhand nur noch 7 ehe es dann jedoch aber wieder in die andere Richtung ging. Ab der vierten Spielminute des dritten Quarters liefen die Schläfer dann beständig einem 10-bis-12-Punkte-Defizit hinterher. Ein  Annähern wollte irgendwie nicht gelingen. Zwar spielten die Gäste nicht schlecht, aber der SV Böblingen war auch nicht ohne Können unterwegs. Aus diesem Grund gestaltete sich dieses Viertel sehr ausgeglichen, was auch am Viertelergebnis von 17:17 sofort zu erkennen war. In der Zwischenzeit hatten sich mit Steffen Bosch und Patrick „Matze“ Schaefer gleich zwei Leistungsträger ihr viertes persönliches Foul eingehandelt. Aufgrund des längenmäßig recht kleinen  Aufgebots der Schläfer, sollte sich dieser Umstand später nochmal bemerkbar machen. Nach drei Spielperioden führte der SV Böblingen nach wie vor mit 11 Punkten (Spielstand: 42:53).

Noch gaben sich die Gäste aus Tübingen natürlich noch nicht auf. Im Basketball hat man ja schon viele verrückte Dinge gesehen. Wieso sollte es also auch nicht in diesem Spiel noch für einen Erfolg reichen? Schläfer-Coach Gianni Greco stimmte seine Mannen nochmal ein und forderte neben Einsatzwillen auch Cleverness ein. Vermeidbar war dann das fünfte Foul von Matze Schaefer. Allerdings folgte hierauf eine sehr starke Phase der Schläfer. Binnen fünf Minuten schrumpfte der Rückstand von 11 auf 3 Punkte zusammen. Die Schläfer bliesen zum Endspurt und die Attacke schien zu Gelingen. Abermals tat sich „Boscho“ als Punktesammler hervor und steuerte bei der Aufholjagd bis zur siebten Spielminute 7 Korbpunkte bei. Der SV Böblingen wurde nun deutlich nervöser. Aus der Coaching Zone der Gastgeber kamen einige zynische und aus Wut entstandene Kommentare ins Spiel. Das Momentum drohte zugunsten der Schläfer zu kippen. Just zu diesem Zeitpunkt kam die Vollbremsung: Steffen Bosch musste nach einem zweifelhaften Offensivfoul  mit seinem fünften persönlichem Foul neben Matze Schaefer auf der Bank Platz nehmen. Noch war aber alles möglich. Doch dann kam die endgültige Bremsung zustande. Einen eigentlich schon sicheren Rebound ließen die Schläfer doch noch ins Aus fallen. Leider erholten sich die Schläfer von diesen Bremsmechanismen nicht mehr und am Ende zeigte die Anzeigetafel den höchsten Rückstand der Partie an. 54:66 verloren die Gäste aus der Tübinger Universitätsstadt.

Letztlich hätten beide Mannschaften den Sieg verdient gehabt. Der SV Böblingen 2 konnte immer wieder schöne Akzente setzen, aber auch die Schläfer wussten mit gekonnten Aktionen zu glänzen. Vor allem in der Verteidigung waren die Schläfer an diesem Tag eine starke Truppe. Leider war die Offensive ein ziemlicher Gegenpol dazu. Nur 54 Punkte in 40 Spielminuten sind einfach zu wenig um ein Spiel gewinnen zu können. Vor allem von außen müssen die Schläfer nun wieder zulegen, denn in dieser Begegnung gelang ihnen kein einziger Dreipunkterfolg. Wahrlich bemerkenswert, wenn nicht sogar einmalig in der Schläfer-Historie. Natürlich überwog nach dem Spiel die Enttäuschung der Schläfer. Trotzdem möchte Gianni Greco nicht pauschal von einem Misserfolg sprechen: „Dass Böblingen eine gute Mannschaft hat, war uns schon vor dem Spiel klar. Heute haben wir aber gesehen, dass wir zumindest mit den Konkurrenten mithalten können. In der Verteidigung haben wir außerdem eine Neuerung versucht, die aus meiner Sicht richtig gut funktioniert hat. Auf dieser Basis können wir sicherlich aufbauen, auch wenn die kommenden Partien dadurch sicherlich nicht einfacher werden“.

Was er damit meint: am 13.11.2010 geht es zum ungeschlagenen Tabellenführer nach Derendingen und am 28.11.2010 folgt dann auch schon das Rückspiel gegen den SV Böblingen. Spätestens nach diesen zwei Spielen wissen die Tübinger, in welcher Spielrunde sie sich im Jahr 2011 zur zweiten Saisonhälfte befinden werden. Beim TV Derendingen wollen die Schläfer nun zunächst die Schmach aus dem Hinspiel wieder vergessen machen. Am 13.11.2010 treffen sie um 18 Uhr zum dritten Auswärtsspiel in Folge in der Unisporthalle dann auch auf ihren Ex-Mitstreiter Habib Zaher, der erst kürzlich nach Derendingen gewechselt ist. Für diese Begegnung brauchen die Schläfer  jedwede mögliche Unterstützung und würden sich daher über einige Fans freuen! Ein solches Derby sollte jedenfalls für ordentlich Spannung sorgen können, was einen Besuch sicherlich lohnenswert macht.