Tschu Tschu – Der Zug ist abgefahren!

Groß waren die Chancen auf ein Erreichen der Zwischenrunde nach 3 Niederlagen aus 4 Spielen nicht. Ein Heimsieg gegen den SV Böblingen 2 mit mindestens 13 Punkten Unterschied hätte das Tor aber nochmal aufgestoßen. Es hat in dieser Saison leider einfach nicht sein sollen. Mit einem klaren 61:80 mussten sich die Schläfer vom Neckar aus dem Aufstiegsrennen verabschieden. So früh wie schon lange nicht mehr. Bis hierhin hatten die Unistädter einfach zu viele Hürden, die überwunden werden wollten. Eine sehr schwere Hauptrundenstaffel war da aber nur der Anfang. Verletzungspech und wichtige Ausfälle waren dann letztlich noch viel schwerwiegendere Steine, die sich den Schläfern in den Weg stellten.

Das zweite Heimspiel der Schläfer vom Neckar in der Saison 2010/2011 hätte passenderweise auch als „Last Chance“ betitelt werden können. Aus den bisherigen 4 Spielen, von denen allein 3 auswärts stattfanden, hatten die Tübinger Unistädter gerade mal einen einzigen Sieg einfahren können. Deshalb standen die Schläfer auch bereits zum jetzigen Zeitpunkt mit dem Rücken zur Wand. Das Schöne am Basketball ist, dass die Lösung in der Regel sehr einfach ist. In diesem Fall musste ein Heimsieg mit mindestens 13 Punkten Abstand her. Schafft man das nicht, dass geht die Rechnung am Ende für die Neckarstädter nicht mehr auf. Entsprechend motiviert gingen die Schläfer dann auch schon beim Warm-Up zu Werke. Auch wenn mit Mike Klaus, der sich im Surf-Urlaub im regnerischen Marokko aufhielt, und Fabian Herwig, längerfristige Verletzung, gleich zwei wichtige Leistungsträger der Start-Fünf fehlten, die Schläfer ließen sich dadurch nicht entmutigen.

Mit voller Konzentration ging es dann auch los. Leider – zumindest aus Sicht der Schläfer – war der SV Böblingen mit einer sehr spielstarken Truppe an den Start gegangen. Auch sie schienen zu wissen, was auf dem Spiel stand. In der Anfangsphase gab es aufgrund einer sehr guten Defense auf beiden Seiten kaum Punkte zu bejubeln. Eine recht ausgeglichene Begegnung war die Folge. Die ansonsten auf eine 3-2 Zonenverteidigung recht empfindlich reagierenden Böblinger hatten sich an diesem Tag dann recht schnell an diese Gegebenheit angepasst. Diesen Umstand konnten sie für sich nutzen. In der zweiten Hälfte des ersten Viertels konnten sie sich nämlich langsam absetzen. Bei den Schläfern war im Angriff dagegen eher der Wurm drin. Einzig Steffen „Wolverine“ Bosch konnte sich gegen die agile Verteidigung der Gäste durchsetzen. Dies war dann für die Wichtigkeit dieser Partie zu wenig. Ganz ließ man die junge Mannschaft aus Böblingen aber nicht davonziehen. Die Konzentration war schließlich nach wie vor vorhanden. Es mangelte letztlich nur an den Ideen in der Offensive. Zum Viertelende lagen die Schläfer mit 13:20 im Hintertreffen.

In der Viertelpause musste Coach Gianni Greco seine Mannen nochmals mental aufbauen. Es fiel auf, dass die Schläfer etwas die Geduld verloren hatten. Man versuchte die Angriffsaktionen mit der Brechstange durchzusetzen, was – wie am Spielstand zu sehen war – nicht so richtig gelungen war. Dieser Appell schien aber geholfen zu haben. Die Schläfer fingen nach zwei erfolgreichen Dreiern wieder an an sich zu Glauben. Vor allem auch deshalb, weil einer dieser Dreipunkterfolge durch Stilian Manevski quasi vom benachbarten Schulhof des Tübinger Kepler-Gymnasiums seinen Weg ins Ziel fand. Beim SV Böblingen machte sich kurzfristig Unsicherheit breit. Trotz des neugewonnenen Selbstvertrauens fanden die Schläfer nicht richtig in die Spur zurück. Wichtigster Grund: sie wurden von den Gästen regelrecht überrannt. Egal, was auch geschah, die Böblinger waren schneller in der Tübinger Zone angekommen als die Schläfer überhaupt gedanklich umschalten konnten. So war es sogar möglich, dass die Schläfer nach einem eigenen Korberfolg einen Tempogegenstoß der Böblinger Regionalligareserve hinnehmen mussten. Sowas sieht man auch in der Kreisliga nicht alle Tage. Die mangelnde und zu langsame Rückwärtsbewegung wurde dann auch gleich in einer Auszeit zur Sprache gebracht. Dies blieb dieses Mal allerdings ohne Wirkung. Ein 20:4 Lauf der Gäste aus Böblingen war das Ergebnis dieser groben Nachlässigkeit. Die mentale Fitness war demnach zu diesem Zeitpunkt gar nicht vorhanden, was sich an einigen Aktionen, wie z.B. Ballverlust ohne den Versuch der Wiedereroberung des Balles, belegen ließ. Ein kurzes Aufbäumen zum Viertelende führte dann zum Halbzeitstand von 31:43 aus Sicht der Gastgeber.

In der Halbzeitpause musste sich „Coach G“ dann noch um kleinere Nebenkriegsschauplätze kümmern. Chriss Skouras war erbost, weil er die erste Halbzeit am Anschreibetisch verbringen musste, da das Kampfgericht wiedermal nicht komplett angetreten war. Er wollte vor lauter Ärger nicht mehr am Spiel teilnehmen, Gianni konnte ihn dann aber doch noch überzeugen und sah dann im Folgenden noch einen echten Klassiker: beidhändiger Unterhandkorbleger! Der Einsatz hatte sich also definitiv noch gelohnt. Auch Jason Kaempf war nicht glücklich über seine Spielanteile in der ersten Hälfte der Begegnung. Er durfte nur wenige Sekunden auf dem Parkett stehen, ehe die Coaching Staff ihn wieder auf die Bank beorderte. Der Grund war aber schnell erklärt, da Jason erst kurz vor Spielbeginn in der Halle erscheinen konnte und damit kein echtes Aufwärmprogramm möglich war.

Nachdem diese Kämpfe ausgefochten waren, konnte es dann auch zum Glück mit der eigentlichen Schlacht weitergehen. Die Schläfer hatten ja noch ein 12-Punkte-Defizit in einen 13-Punkte-Vorsprung zu verwandeln. Man fasste sich nochmals ein Herz und versuchte das drohende Ausscheiden aus dem Aufstiegsrennen noch abzuwenden. Leider muss man aber fairerweise zugeben, dass der SV Böblingen an diesem Tag einfach immer die nötigen Akzente setzen konnte. Mit einer sehr flexiblen Offense zermürbten sie jegliche Abwehrbemühungen der Schläfer. Ein schneller 8:0-Run besiegelte quasi das Ausscheiden der Schläfer. Dem Spielstand des 31:51 rannten die Gastgeber nunmehr stetig hinterher. Chancenlos waren sie zwar nicht, aber leider reichte es nicht für eine so dringend benötigte Aufholjagd. Zu diesem Zeitpunkt hätte man 33 Punkte aufholen müssen, um die Möglichkeit an der Zwischenrunde teilzunehmen noch aufrecht zu erhalten. Ob dieser sehr hohen Hürde schienen die Schläfer nun wie gelähmt zu sein. Wobei dies vielleicht nicht ganz den weiterhin vorhandenen Bemühungen der Hausherren gerecht wird. Aller Beteiligte versuchten auch weiterhin ihr Bestes, um zumindest noch das Spiel in eine ordentliche Bahn zu lenken. Leider waren diese Anstrengungen zu diesem Zeitpunkt recht vergebens.

In das letzte Viertel gingen die Schläfer mit einem 43:62 Rückstand. Zwar wurde noch kein Nichtangriffspakt unterschrieben, aber es war eigentlich jedem Anwesenden klar: die Schläfer verabschieden sich aus dem Aufstiegsrennen. Dieser traurige Umstand hatte aber auch eine positive Seite, die man als Spieler natürlich während der Partie nicht hören möchte. Die Moral stimmte, denn es wurde auch weiterhin versucht gute Aktionen anzubringen. In diesem Spielabschnitt sollte das dann auch tatsächlich wieder gelingen. Nicht wenige Angriffe konnten mit sehenswerten Aktionen abgeschlossen werden. Vor allem Patrick „Matze“ Schaefer und Boscho konnten sich hier gekonnt in Szene setzen. Kurzzeitig machte sich dann nochmal Frustration breit, was sich darin äußerte, dass Boscho noch ein Technisches Foul kassierte. Der Rest des Spiels plätscherte dann aber vor sich hin und beide Teams taten sich auch nicht mehr weh. Am Ende stand das Endergebnis bei 61:80 fest.

Schon vor dem Spiel war man sich bewusst, dass es ohne Punktegaranten wie Fabi Herwig schwer wird die eigene 70-Punkte-Marke zu knacken. Deshalb wollten sich die Schläfer auf die Defense konzentrieren. Dies gelang leider nur phasenweise. Der SV Böblingen konnte das Tempo des Spiel nach Belieben steuern und dies war in dieser Begegnung der Knackpunkt. Da die Schläfer gegen dieses temporeiche Spiel kaum etwas entgegenzusetzen hatten, kann man von einem verdienten Sieg der Gäste sprechen. Damit haben sie sich auch gleichzeitig neben dem TV Derendingen 3 schon vorzeitig für die Zwischenrunde qualifiziert. Als faire Sportler gratulieren die Schläfer beiden Mannschaften zu diesem wichtigen Meilenstein auf dem Weg in die Bezirksliga. Die Schläfer müssen nun mit der nicht immer attraktiven Platzierungsrunde vorlieb nehmen. Aber auch dort können attraktive Gegner auf die Tübinger warten, die zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht feststehen.

Jetzt gehört es aber zur Ehrenschuld, dass die Schläfer die drei verbleibenden Spiele der Hauptrunde anständig weiterführen. Die erste Gelegenheit haben sie am 11.12.2010 um 11 Uhr beim TSV Pliezhausen. In diesem Kellerduell werden die Schläfer zu einer sehr ungewöhnlichen Zeit antreten und zugleich das letzte Spiel des Jahres 2010 bestreiten. Vielleicht findet der ein oder andere Fan der Schläfer den Weg in die Pliezhäuser Sporthalle im Schulzentrum, um die Schläfer zu einem möglicherweise erfolgreichen Jahresabschluss anzutreiben. Willkommen wären sie allemal!