2011 – der Beginn einer neuen Dekade!

Aber fangen wir doch lieber erstmal klein an. Große Brötchen können die Schläfer in der laufenden Spielzeit ohnehin nicht mehr backen. Zumindest, wenn man das Thema Zwischenrunde oder gar Playoffs in Betracht ziehen möchte. Ja, es ist richtig, der Zug dorthin ist schon lange abgefahren. Aber darf man sich dann nicht über einen erfolgreichen Start in ein neues Jahrzehnt freuen?

Die Schläfer vom Neckar finden schon, dass das eine plausible Option ist. Und deshalb hatten sie sich im ersten Heimspiel des Jahres 2011 auch viel vorgenommen. Sie wollten die Gäste vom TSV Pliezhausen in respektvoller Manier wieder mit einer Niederlage nach Hause schicken. Da dies gelang, ist ihnen dieses Unterfangen gleich mal erfolgreich geglückt. Ob man dies schon als gutes Omen betrachten darf, sei aber dahingestellt. Schön war jedenfalls, dass die Schläfer diesen 78:45-Sieg vor – für Schläfer-Verhältnisse – ausverkauften Rängen (Zuschauerzahl: x = 2011- 1158 + 17 – 850) feiern durften.

Das Jahr 2011 begann so wie das Jahr 2010 aufgehört hatte. Die Schläfer vom Neckar mussten nämlich in einem Back-to-Back-Spiel, das sich über die Jahreswende zog, wieder gegen den TSV Pliezhausen spielen. Dieses Mal durften die Schläfer aber mal in der heimischen Uhlandhalle antreten. Das war ja in dieser Saison erst zweimal der Fall. Im dritten Heimspiel der laufenden Spielzeit wollten die Tübinger auch gleich den dritten Saisonsieg feiern. Ohne überheblich klingen zu wollen, standen die Chancen in diesem Spiel nicht schlecht. Mit einem ausgeglichenen Team von 10 Schläfern konnte der in dieser Saison quasi schon etatmäßige Head Coach Gianni Greco (nimmt das nicht so langsam Züge vom legendären Jackie Moon von den Flint Tropics an?) aus den Vollen schöpfen. Denn auch wenn sie auf dem Court nicht von Beginn an auflaufen konnten, nahmen mit Fabian Herwig, Stefan Kehrer, Stilian Manevski, Patrick Schaefer und Sebastian Rudischer gleich 5 hungrige Ballartisten auf der Bank Platz.

In der Starting Five der Schläfer stand neben Center Steffen Bosch, Power Forward Mike Klaus, Small Forward Nils Gottfried und Point Guard Gianni Greco auch der von seinen Fans frenetisch gefeierte Shooting Guard Daniel Krcmar auf dem Feld. Ja, richtig. Die Schläfer haben bei einem Heimspiel tatsächlich auch wieder eigene Fans am Start gehabt. Unglaublich, aber wahr.

Im ersten Viertel waren die Schläfer allerdings noch sehr eingerostet. Die ein oder andere Weihnachtsgans schien vielleicht doch größer gewesen zu sein, so dass das Konditionstraining der kurzen Winterpause noch nicht richtig anschlagen konnte. Die ersten Minuten gehörten dem unbestrittenen Rebound-König der Schläfer. Steffen „Boscho“ Bosch konnte von Beginn an zeigen, dass heute wieder mit ihm zu rechnen sein wird. Leider wurde er aber gleich durch zwei schnelle Fouls wieder gebremst. Die Rolle als Punktesammler übernahm dann gleich darauf der mit Fanclub ausgestattete Daniel Krcmar. Darunter war auch ein sehenswerter Dreipunkterfolg von jenseits der ab der Saison 2012/2013 offziell gültigen 6,75-Meter-Linie. Dann machte Daniel aber Platz für den nächsten ambitionierten Scorer. Patrick „Matze“ Schaefer hatte für dieses Spiel einen Sack voll Motivation mitgebracht und dies ließ er die Kontrahenten gleich mit mehreren Korberfolgen spüren.  Den letzten Punkt des Viertels markierte er per Freiwurf. Spielstand nach 10 Minuten war ein 19:13 für die Unistädter.

Auch wenn der TSV Pliezhausen bis hierhin nicht so viel Gefahr ausstrahlte, war er immernoch in Schlagdistanz. Die Schläfer mussten also endlich den Rost von ihren Gelenken loswerden. Unter den Augen von Schläfer a.D. Jens Melchert und seiner Familie konnten die Tübinger aber leider nach wie vor nicht die entscheidenden Akzente setzen. Immerhin gab es aber mal wieder nach langer Zeit einen Dreier von Stoffel Kehrer zu bewundern. Der eigentlich sehr zielsichere Schütze, konzentriert sich normalerweise innerhalb einer Partie auf andere Aufgaben. Wenn er dann mal einen Wurf nimmt, dann ist er aber mit großer Wahrscheinlichkeit als Punkterfolg auf der Anzeigetafel und dem Spielberichtsbogen zu vermerken. Die weiteren Punkte wurden aber wieder vorrangig von Daniel und Matze zum Spiel beigesteuert. In dieser Phase verwandelte Matze Schaefer sogar 6 von 6 Freiwurfversuchen. Im gesamten Match waren es sogar 9 von 13 Freiwürfen, die ihr Ziel fanden. Das ist wirklich ein seltenes Ereignis. Ob das wohl an seinem neuen „Familienstand“ lag? Oder war es doch der Erfolgsdruck durch die Anwesenheit seiner Familie? Egal, jedenfalls trug er auch in diesem Viertel dazu bei, dass die Schläfer die Oberhand behielten. Halbzeitstand: 35:27

Okay, bis hierhin war man im Soll. Aber die Schläfer können ja deutlich mehr als sie manchmal zugeben wollen. Deshalb mussten sie etwas mehr aus sich herauskitzeln. Was man von den Schläfern verlangt, tun sie dann auch – zumindest wenn sie wollen. Und dieses Mal wollten sie auf jeden Fall. Das dritte Viertel ging gleich sehr gut los. Ein Dreier von Gianni und kurz darauf ein erfolgreicher 1 gegen 0 Korbleger von ihm. Wenn solche Ereignisse schon direkt aufeinanderfolgen, dann kann das nur positiv sein. Das Viertel ging dann auch genauso weiter. Neben Matze fanden sich nun auch wieder andere Punktesammler. Da waren zum Einen Boscho – bis er durch sein viertes persönliches Foul in der zweiten Spielminute wieder ausgebremst wurde – und zum Anderen ein gewisser Mike Klaus, der wundervolle Jump Shots zeigte und damit eines der schönsten Geräusche im Basketball verursachte: „SWISH!“. War der TSV Pliezhausen bis zur Halbzeit noch bei 8 Punkten Abstand gehalten worden, so vergrößerte sich der Vorsprung nun rapide. 25:8 endete dieses Viertel und bedeutete zum Viertelende eine klare 60:35-Führung der Schläfer vom Neckar.

Der letzte Spielabschnitt sollte den Start-Ziel-Sieg der Tübinger nicht mehr gefährden. Nur am Anfang der letzten 10 Minuten war der TSV etwas wacher als die Schläfer. Aber das war nur von kurzer Dauer. Man könnte auch von einem Strohfeuer sprechen. Punktemäßig sorgten Mike und Matze dafür, dass nichts mehr anbrennen sollte. Aber auch die anderen Schläfer zeigten in der Defensive eine sehr engagierte Leistung. Leider wurden nicht alle für ihren Einsatz belohnt. So blieben Stilian Manevski und Fabian Herwig auch im vierten Viertel ohne Korberfolg. Das schmälerte ihren Anteil am Sieg aber keinesfalls. Die letzten zwei Minuten der Partie gehörten vor allem wieder Matze Schaefer, der ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt zwei Freiwürfe hintereinander verfehlte und damit seine traumwandlerische Quote zunichte machte. Ein Unsportliches Foul, das eigentlich keines war, ist dieser Mini-Tragödie vorangegangen. Was von der Linie nicht klappte, sollte dann aber noch per Korbleger folgen, die ihm ein Schläfer-Career-High von 27 Punkten bescherten. Das Spiel endete beim Stand von 78:45 für die Schläfer.

Was Schläfer-Coach Gianni Greco besonders gefiel, war nicht der Sieg an sich, sondern dass dieser Erfolg als Team erreicht wurde. Natürlich gab es Spieler, die mehr punkten konnten als andere, aber insgesamt hat jeder seinen Teil zum Sieg beigetragen. Schön war auch, dass die Spielanteile der einzelnen Schläfer relativ gleich verteilt waren und so durfte sich eigentlich jeder über ausreichend Spielzeit freuen. Nach dem Spiel bedankten sich die Schläfer artig bei ihren Fans. Auch wenn es sich um ein ungewohntes Gefühl handelte, könnten sich die Schläfer sehr gut daran gewöhnen und würden sich auch wirklich wünschen, dass der Zuschauerschnitt auf 15 bis 20 angehoben werden kann.

Nun haben die Schläfer erstmal wieder zwei Wochen Pause. Dann empfangen sie im letzten Heimspiel der Hauptrunde und damit auch dem letzten Spiel vor der Platzierungsrunde den VfL Sindelfingen 2. Der Hochball wird am Samstag, den 29.01.2011, um 16 Uhr in der Tübinger Uhlandhalle stattfinden. Zuschauer sind herzlich willkommen!