Man sieht sich immer zweimal im Leben …

… den VfL Sindelfingen sieht man aber als Tübinger Basketballer irgendwie deutlich häufiger! So ist man auf den VfL Sindelfingen 2 in dieser Saison schon zweimal getroffen. Im ersten Spiel gewannen die Schläfer vom Neckar auswärts mit 104:55. Im Rückspiel vor knapp drei Wochen wurde dann in einem ruppigen Spiel ein weiterer 100:84 Erfolg gefeiert. Dabei ging es aber zuletzt sehr aggressiv zu. Dieses Mal wollten sich beide Mannschaften mit dieser Aggression gegenüber dem Gegner zurückhalten. Den Schläfern gelang dies vor heimischen Publikum auch, dem VfL leider nicht. So mussten die Tübinger mit Steffen Bosch einen Verletzten beklagen. Das Spiel ging aber wieder deutlich an die Schläfer. Endstand war 80:64 für den SV 03 Tübingen 4.

Keine vollen drei Wochen ist es her als der SV 03 Tübingen 4 das letzte Mal den VfL Sindelfingen 2 in der heimischen Uhlandhalle begrüßen durfte. Das damalige Spiel war besonders aggressiv geführt worden und beinhaltete einige unschöne Szenen, die an manchen Tagen zumindest ein technisches oder unsportliches Foul nach ziehen würden. Auch nach der Partie wurden noch einige Gefechte ausgetragen, dann hatte man sich aber darauf verständigt, das nächste Spiel ohne solche Szenen durchzuführen. So, nun war es also soweit. Diese Partie stand nun an und tatsächlich waren beiden Mannschaften sehr handzahm. Sowohl Coach Greco als auch der Abteilungsleiter und Trainer des VfL Sindelfingen 2 Georg Ntoussis hatten ihren Jungs strikte Zurückhaltung verordnet. Natürlich galt dies nur für unsportliche Aktionen. Defense und Offense durfte natürlich immernoch gespielt werden wie gewohnt. Damit auch verbal keine unpassenden „Nettigkeiten“ ausgetauscht werden, hatten die Schläfer auch ihre zwei griechischen „Dolmetscher“ Christos Skouras und Jason Kaempf aufgestellt.

Beide mussten zunächst auf der Bank Platz nehmen, um von außen gewisse Störungen besser wahrnehmen zu können. Dafür schickte Gianni Greco sich selbst (der Trainer stellt sich immer selbst auf) und Steffen Bosch, Fabian Herwig, Daniel Krcmar sowie Patrick Schaefer als Startformation auf das Spielfeld. Den besseren Start erwischten die sehr motivierten Schläfer. Nach  drei gespielten Minuten führten sie bereits mit 9:2. Außer dem Coach hatten sich bis dahin auch alle Starter in der Punkteliste eintragen können. Dann folgten aber drei sehr zähe Minuten, in denen kurz gesagt beiden Mannschaften nichts gelang. Der anfängliche Schwung ist dabei leider etwas verloren gegangen. Dann schaltete sich aber auch Gianni Greco ein, der ansonsten lieber außerhalb der Dreipunktlinie zum Wurf bereitsteht. Eine wichtige Erkenntnis hieraus war, dass die Sindelfinger Deckung durch stetigen Zug zum Korb aus den Fugen gebracht werden konnte. Leider wurde diese Erkenntnis aber zunächst nicht durch die Gastgeber genutzt. So ge:schah es, dass der VfL sich wieder an die Schläfer herankämpfen konnte. Zur Viertelpause stand es 18:13 für die Hausherren.

In einem bis hierhin überraschend ruhigen Aufeinandertreffen der beiden Teams ging es nun recht knapp zu. Die Schläfer vom Neckar hatten etwas den Faden verloren und mussten sich in der dritten Spielminute des zweiten Viertels plötzlich mit einem 20:22 Rückstand herumschlagen. Die Lage wurde nun doch etwas kritisch für die Schläfer. Glücklicherweise konnten sie sich aber auf eine Sache verlassen: die Verteidigungsarbeit stimmte. Mit diesem Wissen und dem daraus resultierenden Vertrauen fanden die Tübinger wieder in die Erfolgsspur zurück. Auch die unglaubliche Sicherheit von der Freiwurflinie war ein unerwartetes Plus der Schläfer und gab deshalb noch einen weiteren Schub. Dem VfL Sindelfingen fiel in den Folgeminuten nicht viel ein und so machte sich dann langsam doch etwas Frustration breit. Noch blieb aber alles ruhig und beide Mannschaften fuhren weiterhin eher einen Kuschelkurs, was Aggression anbelangt. Zur Halbzeit führten die Schläfer dann wieder recht souverän mit 35:27.

Natürlich war den Schläfern aber bewusst, dass man noch etwas mehr zeigen müsse, um das Spiel erfolgreich zu Ende bringen zu können. In den vergangenen Partien war besonders das dritte Viertel ein entscheidender Faktor bei den Tübinger Basketballern. Hier wurde zuletzt sehr oft der Grundstein für den Sieg gelegt und so sollte es auch an diesem Tag sein. Der Start in die zweite Halbzeit war zwar noch etwas verhalten, dann ging es aber beim Stand von 41:29 so richtig los. Es folgte ein 16:4-Lauf der Schläfer, der erst in der siebten Spielminute des dritten Quarters enden sollte. Was war passiert? Die Gastgeber nutzten nun endlich die Schwächen der Sindelfinger Defensive aus. Der Weg zum Korb wurden nun deutlich öfter gesucht und gefunden. Außerdem ließen bei den Gästen auch so langsam die Kräfte nach, weshalb die Schläfer ihre konditionellen Vorteile (das es sowas bei den Schläfern überhaupt gibt, ist schon bemerkenswert!) ausnutzten und den Vorsprung dadurch auf 26 Punkte vergrößern konnten. Die Punktejagd endete als dann doch das erste unsportliche Verhalten mit einem unsportlichen Foul geahndet wurde. Der Sindelfinger Center Ntoussis setzten nach einem Rebound seine Ellbogen zu vehement ein und kassierte dafür das Foul. Danach war leider erstmal wieder etwas Unruhe angesagt, die zum jetzigen Zeitpunkt unnötig war und ein Zeichen großer Frustration gewesen sein musste. Bis zum Viertelende passierte dann nicht mehr viel. Mit 59: 38 ging es in die letzte Viertelpause des Spiels.

Im letzten Spielabschnitt wurde das Wort Verteidigung aus dem Wortschatz beider Mannschaften gestrichen. Zumindest musste dies der Eindruck der anwesenden Zuschauer gewesen sein. Ähnlich dem Tontaubenschießen wurde jeder Angriff sehr schnell mit einem Wurf abgeschlossen. Besonders der Sindelfinger Topscorer Vasquez-Pichardo zeigte seine Qualitäten als Punktesammler. Insgesamt 4 Dreier konnte er im Schlussviertel erfolgreich erzielen und dabei 15 Punkte markieren. Leider hätte er vorher für eine Aktion in der ersten Spielminute des letzten Viertels mit einem disqualifizierenden Foul die Halle verlassen müssen. Als die Schläfer einen Angriff starteten riss und schlug er den kräftigen Schläfer-Center Steffen „Boscho“ Bosch abseits des Balles einfach um. Die ansonsten sehr übersichtlich agierenden Schiedsrichter ahndeten diese Situation mit einem unsportlichen Foul und der Spieler konnte damit seine Punktesammlung in dieser Phase des Spiels doch noch starten. Boscho verwandelte tapfer noch beide Freiwürfe musste dann aber mit einer schweren Knieprellung vom Spielfeld transportiert werden. Nun befindet er sich für die nächste Zeit erstmal auf der Injury List der Schläfer. Der große Vorsprung, das Wurfglück des Vasquez-Pichardo  und die mangelnde Motivation in der Defensive führten dazu, dass am Ende ein recht deutlicher und trotzdem nicht ganz so hoher Sieg der Schläfer auf der Anzeigetafel stand. Mit 80:64 entschieden die Hausherren die Partie für sich.

Es war zwar nicht zu erwarten, dass es ein zurückhaltendes Auftreten beider Mannschaften geben wird. Trotzdem kann dieses Spiel nicht als glimpflich eingestuft werden. Das erste unsportliche Foul war noch vertretbar und war auch nicht sonderlich bösartig. Das zweite Foul dieser Art hätte aber auch gerne noch etwas strenger ausgelegt werden können. Die Schläfer selbst dürfen sich dieses Mal aber von jeder Schuld freisprechen lassen, denn sie waren wirklich vorbildlich in ihrem Auftreten.

Am Ende stand ein sehr verdienter und eigentlich auch nicht wirklich gefährdeter Sieg der Schläfer vom Neckar fest. Aufgrund der recht kleinen Aufstellung der Gastgeber war auch in dieser Begegnung wieder viel Teamwork von Nöten. Dies hat hier aber sehr gut geklappt und so hat auch dieses Mal wieder jeder Schläfer einen beträchtlichen Teil zum Erfolg beigetragen. Es fällt wirklich sehr auf, dass die Schläfer in solchen Situationen eine Einheit bilden, die nur schwer zu brechen ist.  Gleich 4 Tübinger punkteten zweistellig und auch die Freiwurfquote von 76% bei 29 Wurfversuchen ist sozusagen famos.

In der folgenden Partie treffen die Schläfer vom Neckar zuhause auf den VfL Herrenberg 2. Spielbeginn ist am 27.02.2011 um 17 Uhr in der Tübinger Uhlandhalle. Auch wenn der VfL Herrenberg 2 bisher in dieser Saison noch nicht so viel erreicht hat, dürfen die Schläfer gewarnt sein. Sie müssen nämlich wieder auf die gesamte Center-Garde verzichten. Teamspirit, Kampfgeist und viel Spaß dürfen die hoffentlich dann zahlreich anwesenden Zuschauer dann sicherlich wieder erwarten. Eingeladen sind sie natürlich wieder alle!