Nach 7 Jahren mal wieder gegen den VfL Herrenberg

Nur die alteingesessenen Urgesteine aus der Schläfer-Historie werden sich noch an die heißen Duelle gegen den VfL Herrenberg erinnern. Ungefähr zur selben Zeit wie die Schläfer vom Neckar meldete der VfL Herrenberg eine Basketballmannschaft zum offiziellen Spielbetrieb an. Das war Anfang der 90er. Seither ist natürlich einiges geschehen, das hier erstmal keine Berücksichtigung finden wird. Dennoch ist es schon 7 Jahre her, dass die Tübinger Basketballer das letzte Mal auf ein Team des VfL Herrenberg trafen.

Heuer spielen der VfL Herrenberg 2 und der SV 03 Tübingen 4 beide in der Platzierungsrunde der Kreisliga Nord 1 gegeneinander. Die Schläfer vom Neckar empfingen den in dieser Saison bislang nicht ganz so glücklich agierenden VfL zum Heimspiel in der heimischen Uhlandhalle. Man muss ehrlich sein: die Spannung vergangener Tage war in dieser Begegnung nicht mehr zu merken. Trotzdem durften die anwesenden Zuschauer ein munteres Spiel beobachten. Am Ende setzten sich die Schläfer souverän mit 81:47 durch.

Nach zwei siegreichen Spielen in der Platzierungsrunde beim TSV Calw und zuhause gegen den VfL Sindelfingen 2 trafen die Schläfer vom Neckar auf ein Team, das sie schon seit langer Zeit nicht mehr angetroffen hatten. Der VfL Herrenberg gab mit seiner Bezirksligareserve ein Gastspiel in der Tübinger Uhlandhalle. Das letzte Aufeinandertreffen resultiert aus der Saison 2003/2004 als sich beide Mannschaften in der Aufstiegsrunde zur Bezirksliga gegenüberstanden. Das Hinspiel verloren die Schläfer damals zuhause mit 65:74, was damals den Nichtaufstieg der Tübinger Basketballer bedeutete. Im bedeutungslosen Rückspiel und gleichzeitigem Abschiedsspiel von Florian Martin gewannen die Schläfer dann aber deutlich mit 78:57. Sieben Jahre sind seither vergangen und es hat sich auf beiden Seiten seither einiges getan. Der VfL Herrenberg hat ein sehr junges Team mit ein paar erfahrenen Recken kombiniert und hat bisher noch nicht so ganz überzeugen können. Die Schläfer haben zwar noch die gleichen Ansprüche wie damals, mussten aber bekanntlich in dieser Saison notgedrungen zurückstecken. Für das heutige Spiel fanden sich zwar 9 Schläfer, aber wiedermal war kein einziger Centerspieler dabei.

So war die Startaufstellung mit Gianni Greco auf der „Eins“, Fabian Herwig und Daniel Krcmar auf den Flügeln sowie Nils Gottfried und Patrick Schaefer auf den großen Positionen recht klein. Der VfL Herrenberg konnte da einige Kilos entgegenbringen, was den Schläfern im Spielverlauf teilweise erheblich zusetzte. Der Start ging aber eindeutig an die Hausherren. In den ersten fünf Minuten der Partie kamen nur die Unistädter zu Korberfolgen. Der VfL hatte dagegen erhebliche Probleme mit der Tübinger Verteidigung. Angeführt vom ehemaligen Herrenberger Landesliga-Akteur Patrick „Matze“ Schaefer konnten die Schläfer mit 10:0 in Führung gehen. Diese Situation schien den Gastgebern aber nicht so gut zu tun. Schnell schlichen sich ein paar Flüchtigkeitsfehler ins Spiel der Schläfer ein, was zur Folge hatte, dass die Gäste vom Ammer-Ursprung sich wieder herankämpfen konnten. Nach neun Spielminuten waren die Schläfer dann nur noch mit 3 Punkten in Front. Bis zum Ende des Viertels konnte dies immerhin wieder auf ein 19:13 aufgebessert werden.

Ins zweite Viertel starteten die Schläfer dann wieder ganz ordentlich, wenngleich die Defensive nicht mehr ganz so zwingend wie noch zuvor war. Es reichte zumindest aus, um den Vorsprung wieder etwas anwachsen zu lassen. Ein kurzer 10:3 Zwischenspurt der Schläfer ließ wieder etwas mehr Freiraum für das Zocken und Spaß haben zu. Auch in den Folgeminuten hatten die Gastgeber mehr Spielanteile. Es gelang zwar kein einziger Korberfolg von der Dreipunktlinie, dafür wussten sich die Schläfer immer wieder geschickt durchzusetzen, um zum Korb ziehen zu können. Diese Korbleger und Jumpshots mussten dann aber auch im ersten Versuch sitzen, denn auf Reboundeifer konnte man sich bis auf einzelne Ausnahmen an diesem Tag nicht verlassen. Mit etwas mehr Engagement bei der Reboundarbeit hätte das Spiel theoretisch auch schon zu diesem Zeitpunkt entschieden sein können. Dem VfL Herrenberg merkte man an, dass sie ebenfalls unterbesetzt angetreten sind und nun auch schon mit der Kondition Probleme bekamen. Dennoch gelang ihnen noch ein sehenswerter Buzzer Beater zur Halbzeit, der per Dreier von Herrenbergs Nummer 7 J. Hornung verwandelt wurde.

Trotz des 37:24 Vorsprungs waren die Schläfer mit der ersten Halbzeit nicht zufrieden. Sie wussten, dass sie noch mehr zeigen können und nahmen sich vor dies auch auf dem Court darzubieten. Leider ging das in den ersten Minuten des dritten Spielabschnitts nicht so gut. Beide Teams zeigten zu diesem Zeitpunkt, weshalb sie den Einzug in die Zwischenrunde verpasst hatten. Glücklicherweise war aus Sicht der Tübinger Basketballer diese Phase nur von kurzer Dauer. Dann sollte nämlich die One Man Show des Police Academy Absolventen Stefan Kehrer folgen. Seine Dreierserie von drei Dreiern in Folge wurde nur von ihm selbst mit zwei erfolgreichen Freiwürfen und dem glänzend aufgelegten Matze Schaefer – ebenfalls per Dreier – unterbrochen. Dies bedeutete, dass er mit seinen 11 Punkten in dieser Phase maßgeblich daran beteiligt war, den Vorsprung bis zur Viertelpause auf 58:37 auszubauen. Den Schlusspunkt des Quarters setzte er mit seinem dritten Dreier selbst. Ja, man könnte sagen, dass es sein Viertel war. Der Auftritt erinnerte irgendwie an seinen Auftritt vor einigen Jahren gegen den TB Kirchentellinsfurt als er im Alleingang das Spiel zugunsten der Schläfer drehte. Es war aber auf jeden Fall ein Beweis dafür, dass „Stoffel“ seine Wurfqualitäten auch mit seinen 34 Jahren nicht verloren hat. Die anderen Schläfer freuen schon auf mehr davon.

Im letzten Viertel des Spiels war deutlich festzustellen, dass sich der VfL Herrenberg schon seinem Schicksal ergeben hatte. Viel Gegenwehr stand den Schläfern nun nicht mehr entgegen. Nun trugen sich die Tübinger Basketballer in die Punkteliste ein, die bis dahin punktemäßig eher noch nicht so sehr aufgefallen waren. So kamen auch Alessandro Pricci, Stilian Manevski, Jason Kaempf und Gianni Greco zu ein paar Punkten. Überraschenderweise ließen auch alle eingesetzten Schläfer nicht mehr locker bis die Schlusssirene ertönte. Ihnen schienen die Worte von Coach Greco zur letzten Viertelpause noch in den Ohren zu tönen. Er setzte nämlich als Ziel, dass man selbst noch die 80-Punkte-Marke erreichen sollte und dabei die Gäste bei unter 10 Viertelpunkten hält. Ziele muss man haben, dachten sich die Hausherren und setzten genau diese Vorgaben um. Am Ende konnten sie also trotz ungewohnter Besetzung einen ungefährdeten 81:47 Sieg feiern.

Mit dem Ergebnis konnten die Schläfer zufrieden sein. Der Weg dorthin war aber holpriger als es ihn wahrscheinlich lieb war. Man muss aber hervorheben, dass es sich mal wieder um eine gute Teamleistung handelte. Die Schläfer waren aber aufgrund der fehlenden Center-Garde auch dazu gezwungen mehr und andere Leistung als sonst an den Tag zu legen. Dass dies geklappt hat, ist ihnen hoch anzurechnen, denn in einer Platzierungsrunde, bei der es eigentlich nur noch um die goldene Ananas geht, ist Motivation manchmal nur sehr schwer auffindbar. Der Mannschaftsgeist kitzelt diese Leistungen dann aber doch irgendwie hervor und so geht der klare Erfolg auch in dieser Höhe in Ordnung. Der VfL Herrenberg 2 hat sich aber als taffer und tapferer Gegner erwiesen, dem ebenfalls Respekt gezollt werden sollte. Ein weiteres Aufeinandertreffen der beiden Teams findet am 16.04.2011 um 16 Uhr in der Herrenberger Kreissporthalle statt.

Als nächstes erwartet die Schläfer ein spannendes Matchup. In einem sogenannten back to back Derby treffen die Tübinger Basketballer auf ihre Nachbarn vom TV Derendingen. Die TV Derendingen Allstars – offiziell TV Derendingen 4 – empfangen die Schläfer zum Hinspiel am 12.03.2011 um 16 Uhr in der Tübinger Unisporthalle. Haargenau eine Woche später kommt es dann auch schon zum Rückspiel in der Uhlandhalle. Zu beiden Spielen sind alle Schläfer-Fans und -Freunde herzlich eingeladen. Zuerst gilt es also die Schläfer vom Neckar beim Auswärtsspiel lautstark zu unterstützen. Spannung und Derbystimmung dürften bereits jetzt garantiert sein.