Schläfer vom Neckar gehen im Back-to-Back-Derby gegen die TVD Allstars mit 1:0 in Führung

Zwar gab es in dieser Saison für die Schläfer vom Neckar bereits zweimal ein Derby gegen den TV Derendingen. Dabei waren die beiden Spiele gegen den TV Derendingen 3 eher gegen die jüngere Generation des Vorstadt-Klubs. Dieses Mal ging es aber gegen die unter dem Projektnamen Allstars firmierenden Derendinger, die quasi alle Altersstufen repräsentieren und auch schon alte Bekannte der Schläfer sind. Und das Besondere daran: beide Derby-Begegnungen gegen die TVD Allstars fanden innerhalb von einer Woche statt.

Man könnte meinen, dass das eine Maßnahme der Ligaleitung war, um es beiden Fangemeinden einfacher zu machen, sich die Spieltermine zu merken. Zweimal Samstag um 16 Uhr, ganz einfach! Teil 1 dieses Aufeinandertreffens fand in der Tübinger Unisporthalle statt. Dabei handelt es sich um die Heimspielstätte des TV Derendingen. Die Schläfer hatten also einen kurzen Anreiseweg. Dennoch fanden sie nur schwer in die Partie. Mit großem Einsatz und jeder Menge „Messer-zwischen-den-Zähnen“ konnten sich die Schläfer aber die Führung erkämpfen und siegten dann am Ende doch recht deutlich mit 75:45.

Nun war es endlich soweit. Es stand das Duell an, auf das sich alle in dieser Platzierungsrunde gefreut hatten. Das Derby gegen die TV Derendingen Allstars, die bis zu diesem Zeitpunkt ebenfalls eine weiße Weste behalten konnten, stand an. Das besondere daran war, dass es eigentlich nur der erste Teil eines sogenannten Back-to-Back-Spieles war. Der zweite Teil wird dann nämlich genau in einer Woche stattfinden. Dieses erste Kapitel wurde in der Tübinger Unisporthalle ausgetragen, welches auch die Heimspielstätte des TV Derendingen ist. Somit mussten sich die Schläfer auf eine  sehr weite Reise machen … oder auch nicht. Bis kurz vor dieser Begegnung war seitens der Schläfer noch nicht ganz klar, wer alles mitwirken kann. Es schien so als ob man ein weiteres Mal ohne Center-Garde antreten müsse. Jedoch hatte dann Toprebounder Steffen „Boscho“ Bosch doch noch etwas Zeit freischaufeln können. In der Startformation stand er dann zusammen mit Nils Gottfried, Stefan Kehrer, Fabian Herwig und Gianni Greco.

Diese Starting Five fand allerdings nicht so gut ins Spiel. Die Gastgeber konnten gleich zu Beginn ein paar tolle und erfolgreiche Aktionen starten und führten dadurch schnell 7:0. Bei den Schläfern gelang bis hierhin nicht sehr viel und schon jetzt war zu spüren, dass die Allstars des TVD sehr motiviert zur Sache gingen. Davor hatte Schläfer-Coach Gianni Greco zwar gewarnt, aber geholfen hat dies leider nicht viel. Das bedeutete zwar nicht, dass die Tübinger Basketballer weniger Motivation auf den Court brachten. Allerdings fand man nicht das richtige Mittel, um den schnellen Start der Heimmannschaft zu unterbinden. Gut war dagegen, dass sich die Schläfer vom Neckar von diesem Aufwind der Derendinger nicht beirren ließen. Sie suchten nun geduldiger nach guten Lösungen. Vor allem durch schnelles Passspiel konnten die Schläfer nun in der Offensive überzeugen und kämpften sich dadurch rasch wieder ins Spiel zurück. Nach sechs Minuten konnten sie dann die erste eigene Führung der Partie verbuchen. Fabian Herwig verwandelte zwei Freiwürfe und brachte seine Farben damit in Front. Ab diesem Zeitpunkt schafften die Derendinger nur noch 2 Punkte bis zur Viertelpause und die Schläfer konnten sich auf 19:11 absetzen.

Nach der kurzen Pause war das Spiel dann wieder etwas zerfahrener. Bedingt durch einige Auswechslungen litt der Spielfluss auf beiden Seiten. Das war zwar nicht der Qualität der Teilnehmer geschuldet, sondern lag einfach daran, dass man sich immer wieder auf neue Situationen einstellen musste, was dann aber leider nicht immer gelingen konnte. Ein Bankspieler der Schläfer tat sich aber besonders positiv hervor. Mit zwei Wahnsinnsdreiern konnte Stilian Manevski sehr schöne sechs Punkte erzielen, die sein Team nun sogar auf zwölf Punkte von den Gastgebern entfernte. Auch Alessandro Pricci konnte sich mit schönen Aktionen auf dem Weg zum Korb durchsetzen. Doch dann stockte das Spiel der Schläfer ganz plötzlich. Ab der sechsten Spielminute des zweiten Viertels gelang rein gar nichts mehr. Es war nur noch der TVD am Zug, der sich in großen Schritten wieder an die Schläfer näherte. Da den Gästen wirklich kein einziger Punkt mehr gelang, war der Spielstand zur Halbzeitpause auf ein spannendes 34:29 aus Sicht der Schläfer geschmolzen. In der Halbzeit gab es dann logischerweise Gesprächsbedarf.

Nun muss man aber sagen, dass es sich ja schon fast zur Regel ergeben hat, dass die Schläfer in dieser Platzierungsrunde eine etwas dürftigere erste Halbzeit spielen. Ab dem dritten Viertel sind sie dann aber meistens wie ausgewechselt gewesen. Und so sollte es auch in diesem Spiel sein. Waren die ersten beiden Minuten dieses Spielabschnitts noch sehr zäh, so ging es danach aber so richtig los. Besonders Boscho und Fabian konnten nun nach Belieben punkten. Beide hatten nun Mittel und  Wege gefunden, dem Erfolg näher zu kommen. Unterstützt durch die anderen Teammitglieder konnte der Vorsprung nun wieder deutlich erhöht werden. Nach drei Minuten führten die Schläfer schon wieder mit 12 Punkten. Auch in der Folge waren die Schläfer nun deutlich konsequenter und kamen immer wieder zu Korberfolgen, ohne dass der TVD zu Erfolgen kommen konnte. Zwischendurch ereignete sich aber noch etwas kurioses: Boscho stand dreimal an der Freiwurflinie. Alle drei Freiwürfe wurden wegen Übertretens nicht gewertet. Boscho merkte allerdings nicht, dass er es war, der selbst die Freiwurflinie überschritten hatte und ermahnte Patrick „Matze“ Schaefer doch bitte nicht zu früh in die Zone zu ziehen. Nun ja, werten wir es mal als unglückliche Situationen. Aber irgendwie hatte es das Schiedsrichtergespann, das ansonsten einen guten Job machte, in diesem Viertel mit unserem Boscho. Ein astreiner Monsterblock gegen das Brett wurde als Goaltending gewertet. Es war also sein Viertel und dann auch wieder nicht. Trotzdem führten die Schläfer nun mit 54:41 zur letzten Viertelpause.

Im letzten Viertel war bei den Gastgebern irgendwie die Luft raus. Die Schläfer konnten nun riesige Schritte in Richtung Sieg machen. Zwar war auch hier wieder der Start etwas verhalten, dann aber ab der dritten Spielminute waren die Schläfer kaum noch zu bremsen. Es hatte ein paar Parallelen zum Spiel gegen den VfL Herrenberg. Auch hier wurde im letzten Viertel noch ein hoher Sieg erwirtschaftet. Bei den Schläfern gelang nun fast alles. Nur wenn sie sich selbst im Weg standen, wurden sie auf dem Weg zum Korb aufgehalten. Ganz bezeichnend war hierbei eine Situation, die wahrscheinlich jede Wertung zum Korb der Saison gewinnen würde. Der TVD versuchte sich unter dem Korb des SV 03. Mehrere Versuche gingen innerhalb eines Angriffs daneben, dann entbrannte ein Kampf um den Ball. Keines der beiden Teams konnte sich dabei den Ball so richtig sichern. Und  so kam es, dass der Ball irgendwie Richtung Mittellinie kullerte. Ein Derendinger Spieler hatte die Gelegenheit, den Ball zu ergattern, jedoch rollte der Ball durch seine Beine. Am schnellsten schaltete Alessandro, der sich den Ball schnappte und per Korbleger vollendete. Grandioser Sport! Auch wenn die Schläfer vom Neckar nun bereits mit 17 Punkten in Führung waren, hatten sie immernoch nicht genug. Sie schienen jetzt erst so richtig Lust auf einen höheren Sieg zu bekommen. Bis zur letzten Sekunde kämpften sie um jeden Ball. Der Vorsprung konnte auf 30 Punkte ausgebaut werden. Im Schlussabschnitt erlaubten die Gäste den Gastgebern nur noch 4 Punkte. Am Ende zeigte die Anzeigetafel der Tübinger Unisporthalle einen Spielstand von 45:75 an. Die Schläfer hatten das Derby also deutlich für sich entscheiden können.

Vielleicht ist der Sieg eine Spur zu deutlich ausgefallen, aber verdient waren die zwei Wertungspunkte allemal. Vom anfänglichen Rückstand hatten sich die Schläfer relativ schnell wieder erholt. Als sie noch im ersten Viertel das erste Mal in Führung gingen, spürte man deutlich, dass sie nicht gewillt waren, den Derbyerfolg aus den Augen zu lassen. Spielerisch mag es keine Glanzleistung gewesen sein. Trotzdem spürte man vollen Einsatz und ganz ohne Geschick wäre auch kein Sieg möglich gewesen. Damit geht Teil 1 des Back-to-Back-Derbies an die Schläfer vom Neckar. Mit dem 30-Punkte-Vorsprung dürfte im Normalfall auch der direkte Vergleich im Falle einer Niederlage der Schläfer im Rückspiel in relativ sicheren Gefilden schwimmen. Vollkommen sicher kann man sich zwar nicht sein, aber man darf erwarten, dass man mit diesem Erfolg einen wichtigen Schritt in Richtung „Goldene Ananas“ getan haben dürfte.

Teil 2 dieser Derby-Serie findet dann bereits am kommenden Samstag, den 19.03.2011, ebenfalls um 16 Uhr statt. In diesem Heimspiel werden die Schläfer zwar auf zwei ihrer Punktegaranten (Fabian Herwig und Patrick Schaefer) verzichten müssen, dennoch hat man nach wie vor Siegchancen. Getreu dem Motto „Was ist schöner als ein Derbysieg? Zwei Derbysiege!“ werden die Tübinger Basketballer alles dafür geben, dass auch die Zuschauer auf ihre Kosten kommen. Mit dem Zuschauerzuspruch waren beide Teams in dieser Partie noch etwas unzufrieden, dafür dürfte im Rückspiel aber deutlich mehr an Fangemeinde präsent sein. Die Schläfer würden sich jedenfalls sehr über Unterstützung freuen. An Spiel, Spaß und Spannung dürfte eigentlich nicht mangeln.