Was ist schöner als ein Derby-Sieg? Zwei Derby-Siege!

Teil 1 der Back-to-Back-Derby-Serie konnten die Schläfer vom Neckar gegen den TV Derendingen 4 ja bereits erfolgreich abschließen. Die zweite Episode ließ aber nicht lange auf sich warten. Genau eine Woche nach dem Hinspielerfolg trafen beide Teams wieder aufeinander. Die TVD Allstars hatten Rachegelüste im Gepäck und wollten sich für die deutliche Hinspielpleite umfassend revanchieren.

Nicht nur der TVD hatte dabei einen Neuling in seinen Reihen. Auch die Schläfer vom Neckar konnten einen kurzfristigen Neuzugang vermelden: Ilias El Aita (umfassender Bericht folgt!) konnte ebenfalls schon bei diesem Derby mitwirken. In einem Spiel, das nicht unbedingt zu den Leckerbissen des Basketballsports zählen dürfte, konnten sich die Schläfer vom Neckar danke einer tollen Teamleistung ein zweites Mal gegen den Tübinger Vorstadt-Klub durchsetzen. Der 70:55 Erfolg war das Ergebnis aufopferungsvoller Mannschaftsdienste, die jeder der Beteiligten bereit war zu leisten. Den Sieg hat man sich dadurch als Team verdient. Derby-Mission accomplished!

Es ist gerade einmal eine Woche her, da standen sich beide Mannschaften zuletzt gegenüber. Nun folgte Teil 2 des Back-to-Back-Derbies gegen den TV Derendingen 4. Die sogenannten TVD Allstars hatten in der Vorwoche noch eine schmerzhafte 45:75 Niederlage gegen den Schläfer vom Neckar hinnehmen müssen. Dies sollte sich dieses Mal nach ihrem Geschmack aber nicht wiederholen. Zwar ging es in dieser Partie vor allem um die oft zitierte Ehre, mit einem Auge schielten die Gäste aus der Tübinger Vorstadt aber auch noch auf die symbolisch existierende „Goldene Ananas“. Dieser Meistertitel ist ein Ehrentitel und Meister muss man ja erstmal werden. Die Schläfer vom Neckar peilen aber dasselbe Ziel an, weshalb sie sicher kein Spiel einfach so verloren geben. Schon gar nicht ein Derby! Dennoch standen die Zeichen vor der Begegnung nicht gerade gut. Mit Fabian Herwig (Urlaub im fernen Afrika) und Patrick „Matze“ Schaefer fehlten nicht nur zwei sehr sympathische Menschen, sondern auch gleich durchschnittlich 30 Schläfer-Punkte. Und auch sonst kündigten sich nicht viele Schläfer für das Derby an. Gianni Greco ließ sich aber etwas einfallen und kaufte kurzfristig einen Neuzugang aus Leverkusen ein. Dieser hatte sich zufällig auf der Schläfer-Website verlaufen und wurden gleich in die Trainingshalle der Tübinger Basketballer entführt. Am Ende eines harten Work-Out-Programms wurde Ilias El Aita dann ein Vertragsangebot unterbreitet. Noch schwindelig im Kopf von Thomas Hofmanns Dreipunkt-Festival unterschrieb er dann auch gleich den Knebelvertrag. Somit war er dann auch gleich für das Derby gegen den TVD einsatzbereit.

In der Starting Five fand man Ilias dann aber noch vergeblich. Das Trainergespann Greco/Küper setzte noch auf die altbewährten Kräfte. Unter den Körben sollten Steffen Bosch und Nils Gottfried für Wirbel sorgen. Die Flügelpositionen besetzten Stefan Kehrer und Stilian Manevski, der damit übrigens zum ersten Mal in der Startformation der Schläfer wiederzufinden war. Coach Greco kümmerte sich dann wie gewohnt um den Spielaufbau. Die Bank wurde dann von Coach Küper, Alessandro Pricci und Ilias El Aita warm gehalten. Der Sprungball gehörte Boscho und seinen SV-Mannschaftskollegen. Und die Schläfer legten mit Vollgas los. Waren sie in der Vorwoche noch zu Beginn mot 0:7 ins Hintertreffen geraten, so waren sie dieses Mal deutlich wacher. Schnell war ein 12:0 auf der Anzeigetafel der Tübinger Uhlandhalle zu lesen. Damit hatten nichtmal die Gastgeber selbst gerechnet. Obwohl der TVD mit einer sehr veränderten Formation an den Start ging, die eigentlich einen sehr fähigen Eindruck erweckte, konnten sie in dieser Phase keine Akzente setzen. Dies ging so bis zur fünften Spielminute, dann riss aber erstmal irgendwie der Faden der Schläfer. Im Zusammenhang mit Foulproblemen mussten die Hausherren die Aufstellung umstellen, was leider zu einem negativen Effekt führte. Innerhalb von drei Minuten konnten die Gäste einen 11-Punkte-Rückstand zu einem knappen 18:20-Defizit verwandeln. Die Viertelpause sollte dann erstmal wieder zum Kräftesammeln genutzt werden, denn der letzte Korb der Schläfer wurde bereits in der sechsten Spielminute durch Ilias per Freiwurf erzielt. Das war eine gefühlte Ewigkeit her.

Im zweiten Viertel zeigten sich beide Teams aber von ihrer nervösen Seite. Schuld daran war wohl der inzwischen sehr knappe Spielstand. Jetzt wollte sich keiner mehr einen Fehler leisten. Aber gerade jetzt waren extrem viele Ballverluste, Fehlpässe und vergebene Wurfchancen zu verzeichnen. Es dauerte sogar ganze zwei Minute bis der erste Korb des zweiten Spielabschnitts gelingen sollte. Auch die darauf folgenden Korberfolge waren sehr spärlich gesät. Nach fünf Spielminuten im zweiten Quarter stand es gerade mal  5:4 für die Gastgeber. Sehr magere Kost war das für die dieses Mal recht zahlreich erschienen Zuschauer. Da die Schläfer in Person von Alessandro, Gianni und Stoffel immerhin drei Dreier im gegnerischen Ziel versenken konnten, hatten sie den Kopf wieder etwas aus der Schlinge ziehen können. Wenn man dieses Viertel positiv beschreiben möchte, dann könnte man sagen, dass diese Phase eine Defensivschlacht war. Ist man aber ehrlich genug, muss man zugeben, dass es einfach ein mieser Zock war. Allerdings, und da muss man ebenfalls fair sein, hatte TVD Allstar Felix Heisel in dieser Spielphase einen wirklich sehr guten Touch. Mit 8 von 10 Punkten konnte er seine Farben im Spiel halten. Den Rückstand zur Halbzeitpause konnte er aber auch nicht verhindern. Das Viertel endete mit 13:10 für die Schläfer, die Halbzeit sah mit 33:28 ebenfalls wenig freundlich aus.

Wer die Schläfer in dieser Saison bisher verfolgt hat, wird aber wissen, dass nun die starke Phase kommen müsste. In der zweiten Halbzeit haben sie zuletzt den Grundstein für den jeweiligen Erfolg legen können. Daran erinnerte Coach Gianni Greco seine Jungs, forderte aber gleichzeitig auch, dass man wieder etwas engagierter zu Werke gehen solle. Die mangelnde Reboundarbeit im Angriff und der Verteidigung sowie die fehlende Laufbereitschaft in der Offensive waren dabei Hauptkritikpunkte.

Scheinbar wieder etwas frischer waren die Schläfer dann auch gleich wieder am Drücker. Ein Dreier von Nils Gottfried war da nur der Anfang. Es folgten weitere gute Szenen der Schläfer, die nun vor allem durch durchdachtes Lauf- und Passspiel zu guten Chancen kamen. Ein freier Wurf hier, ein guter Pass unter den Korb da. Es lief jetzt insgesamt flüssiger als noch in der ersten Halbzeit. Zwar reichte es noch nicht für den ganz großen Schub, aber erste Frustration war bei den Gästen nun schon zu bemerken. Abgesehen von einer weiteren kurzen Sahne-Phase von Felix Heisel hatten die Derendinger immer weniger entgegenzusetzen. Diese Tendenz wurde dann auch noch bestärkt als die Derendinger Mannschaftsbank mit einem technischen Foul wegen Meckerns belastet wurde. Kurz zuvor hatte das Schiedsrichtergespann beide Mannschaften noch dazu ermahnt jedwede Kommentare zu unterlassen. Dieses Vergehen wurde dem TVD dann zum Verhängnis. Die Gastgeber bekamen vier Freiwürfe zugesprochen und hatten dann auch noch Ballbesitz. Daraus erspielten sie sich dann zwar nur drei Punkte, aber das psychologische Momentum war nun bei den Schläfern anzusiedeln. Zur letzten Viertelpause führten die Hausherren mit 53:44. Der Vorsprung konnte also ein weiteres Mal in kleinen Schritten ausgebaut werden.

Im letzten Aufeinandertreffen vor einer Woche hatten die Schläfer ihrem Kontrahenten nur vier Punkte im Schlussabschnitt gestattet. Das Ziel sollte dieses Mal ähnlich sein. Nach der ersten drei Minuten des letzten Quarters sah auch alles danach aus als sollte dieses Vorhaben gelingen. Innerhalb dieses Zeitraums legten die Tübinger Basketballer einen 11:0-Lauf hin. Die Führung wurde damit auf 20 Punkte erhöht, was den Spielverlauf dann in der Folge sehr ermatten ließ. Ganz aufgegeben hatten sich die Gäste zwar noch nicht, aber so richtig daran glauben, dass man doch noch einen Sieg entführen könnte, wollte auch keiner mehr. Alles, was danach folgte, war eigentlich nur noch Ergebniskosmetik und Bubelei. Spätestens fünf Spielminuten vor Ende der Partie stand der Sieger bereits fest. Ein nicht ganz nachvollziehbarer zweiter Foulpfiff gegen die Derendinger Bank besiegelte dann das Ganze. Auch Ilias merkte, dass seine Hilfe in dieser Partie nicht mehr benötigt wird, weshalb er sich wohl dazu entschied mit seinem Fußgelenk umzuknicken und verletzt auszuscheiden. Zum Glück schien die Verletzung aber nicht ganz so schlimm zu sein. Lachen konnte er zumindest darüber. Der ein oder andere durfte im Anschluss noch ein paar Punkte sammeln, mehr ging dann aber nicht mehr. Vollkommen Derby untypisch trabten beide Mannschaften im freundschaftlichem Gleichschritt der Ziellinie entgegen. Am Ende bestätigte das Schiedsrichtergespann einen 70:55 Heimerfolg der Schläfer vom Neckar.

Insgesamt war das wieder eine tolle Teamleistung der Schläfer. Trotz der Ausfälle konnten die SVler mit starkem Zusammenhalt die offensichtlichen Defizite ausmerzen und den Schaden sogar so gering halten, dass ein weiterer Sieg eingefahren werden konnte. Zwar fiel der Erfolg nicht so hoch wie im Hinspiel aus, aber das war auch gar nicht nötig. Der 15-Punkte-Vorsprung spiegelt die Kräfteverhältnisse und den Spielverlauf im Grunde ganz gut wieder. Schön war auch, dass gleich vier Schläfer zweistellig punkten konnten und zwei weitere mit 9 Punkten diese Marke nur ganz knapp verfehlten. Wenn dies kein Indiz für eine geschlossene Mannschaftsleistung ist, dann kann es keinen anderen Beweis dafür geben. Nils und Gianni konnten sich sogar gemeinsam über ihre Topscorer-Trophäe freuen. Sonst fallen beide ja nicht unbedingt durch ihre Scorerqualitäten, hier hatten sie aber immerhin jeweils 14 Punkte erzielen können. Dennoch: Star war hier eindeutig das Team!

Nachdem die Derby-Serie mit 2:0 an die Schläfer geht, haben die Tübinger Basketballer jetzt erstmal eine kleinere Spielpause. Erst am übernächsten Wochenende tragen die Schläfer ihr nächstes Spiel aus. Dabei handelt es sich um das letzte Heimspiel der Saison 2010/2011. Am 02.04.2011 gastiert der TSV Calw ab 20 Uhr in der Uhlandhalle. Dabei möchten sie in diesem Saturday Night Game den Schläfern sicherlich eine Retourkutsche für die Hinspielniederlage da lassen und selbst zwei Punkte mit nach Hause nehmen. Es wäre zudem die erste Niederlage der Schläfer in der Platzierungsrunde, was bestimmt ein weiterer Motivationsfaktor für die Calwer Lions sein dürfte. Deshalb freuen sich die Schläfer vom Neckar über jede Unterstützung, die sie von den Rängen der altehrwürdigen Uhlandhalle erhalten. Alle Fans, Freunde und Bekannte sind herzlich zu diesem Heimspielabschied eingeladen.