Bananenrunden-Meisterschaft in Herrenberg nochmals untermauert

Dass die Schläfer vom Neckar Meister der Platzierungsrunde geworden sind, wurde hier ja schon ausführlich beschrieben. Doch die goldene Ananas wäre für die Schläfer nichts wert gewesen, wenn sie den Saisonabschluss beim VfL Herrenberg 2 noch verpatzt hätten. Nach zehn siegreichen Spielen in Folge und einer im Jahr 2011 bislang makellosen Bilanz wollten die Tübinger Basketballer auch das Saisonfinale erfolgreich gestalten. Entsprechend motiviert gingen sie dann in der Geburtsstadt von Wilhelm Schickard an den Start. Dass seine Erfindung, die Rechenmaschine, am Ende aufgrund eines deutlichen 92:40 Sieges benötigt wurde, lag vor allem an der geschlossenen Mannschaftsleistung. Die sehr taffe Verteidigung wurde mit einer geballten Offensiv-Power kombiniert. Unzählige Ballverluste der Gastgeber und 12 erfolgreiche Dreipunktversuche belegen die eindeutige Überlegenheit in diesem Start-Ziel-Sieg der Schläfer.

So schnell kann es gehen. Die Saison 2010/2011 fand mit der Begegnung beim VfL Herrenberg 2 schon ihr Ende. Toll ist, dass es schon vor der Partie zur Meisterschaft der Bananenrunde gereicht hat. Bisher war man in dieser offiziell als Platzierungsrunde betitelten Saisonphase noch ohne Niederlage. Und auch im Jahr 2011 waren die Schläfer noch ungeschlagen. Doch was gäbe es enttäuschenderes als ein Niederlage zum Abschluss der aktuellen Spielzeit. So waren die Schläfer  vollkommen entschlossen auch die Auswärtsreise nach Herrenberg mit zwei Punkten im Gepäck abzuschließen und den elften Sieg in Folge feiern zu können. Den 7 mitgereisten Schläfern standen 11 motivierte Herrenberger Kontrahenten gegenüber. Nachdem die Tübinger Basketballer den VfL im Hinspiel noch mit 81:47 nach Hause schickten, hatte sich die Reservemannschaft der ans Stuttgarter Straßenbahnnetz angeschlossenen und zum Landkreis Böblingen gehörenden Großen Kreisstadt Herrenberg wieder etwas gefangen. Dabei hatten sie sogar den TV Derendingen 4 deutlich mit 80:54 besiegen können. Auch den VfL Sindelfingen folgte eine nur recht knappe Niederlage. Kurz gesagt, beide Teams wollten in diesem Aufeinandertreffen nochmal alles zeigen.

Für den SV 03 Tübingen gingen der Ex-Herrenberger Patrick „Matze“ Schaefer und Nils Gottfried auf den Centerpositionen sowie Stefan Kehrer und Gianni Greco im Backcourt von Beginn an den Start. Ergänzt wurde die Startaufstellung noch durch Fabian Herwig, der in seinem 45. Spiel für die Schläfer vom Neckar seinen Abschied gab. Fabi wird seinen Lebensweg ab Herbst sehr wahrscheinlich in Berlin fortsetzen. Auf der Bank nahmen noch Stilian Manevski und Ilias El Aita Platz. Die Startphase gehörte zunächst den Gästen aus Tübingen, die vor allem durch gutes Passspiel und tolle Laufwege zu den ersten Korberfolgen kamen. Die Herrenberger fielen zu diesem Zeitpunkt eher durch ihre recht ruppige Spielweise auf. Dadurch konnten sie sich zunächst in der Partie halten. Nach vier Minuten nahmen sie jedoch beim Stand von 7:2 für die Schläfer vom Neckar bereits die erste Auszeit. Diese fruchtete aber nur bedingt, weil die Schläfer eine sehr erfolgreiche Defense auf das Spielfeld zauberten. Den Gastgebern wurden dabei nur sehr wenige einfache Wurfchancen gewährt. Leider nutzten die Schläfer diesen Vorteil in der Offensive nicht ausreichend für eigene Punkte. So fiel der Spielstand nach zehn gespielten Minuten doch vergleichsweise knapp aus. Die Schläfer hätten da schon etwas höher führen müssen.

Zu streng wollte Coach Gianni Greco mit seinen Jungs in diesem Saisonfinale aber nicht sein. Vor allem weil es am Engagement seiner Schläfer keineswegs mangelte. Es hätte halt offensiv noch besser laufen können. Die Ansatzpunkte waren also gegeben und genau da setzten die Tübinger Basketballer nach der ersten Viertelpause dann auch direkt an. Angetrieben vom stark aufspielenden Fabi Herwig erkämpften sich die Schläfer zahlreiche Rebounds, zwangen die Herrenberger zu einigen Ballverlusten und ließen vorne einen Punktehagel niederprasseln. Ein 18:0-Lauf war das Ergebnis eines absolut kompromisslosen Auftritts der Gäste. Nach sechzehn gespielten Minuten führten die Schläfer mit 34:10. Die Hausherren aus Herrenberg wollten sich zu diesem Zeitpunkt aber nicht kampflos geschlagen geben. So versuchten sie sich kurz vor der Halbzeitpause nochmals aufzubäumen. Aber auch das gelang ihnen aufgrund der starken Schläfer „D“ nur sehr begrenzt. Sechs Punkte gelangen ihnen da zwar, aber das sollten auch die einzigen Korberfolge des gesamten zweiten Quarters bleiben. Ein unsportliches Foul durch den VfL Herrenberg, begangen am ebenfalls gut aufgelegten Nils „Opa“ Gottfried, führte dann kurz vor Halbzeitschluss noch zu weiteren zwei Punkten für die Schläfer. Die Halbzeitführung betrug 26 Punkte, was auf der Anzeigetafel durch einen Spielstand von 42:16 aus Sicht der Gäste visuell bestätigt wurde.

Der große Vorsprung schien den Schläfern erstmal nicht so gut zu tun. Etwas nachlässiger gingen sie jetzt zu Werke. Dies fiel vor allem in der Verteidigung auf, die bis zu diesem Zeitpunkt wirklich tadellos war. Vielleicht schwanden nun aber auch einfach die Kräfte ein wenig. Zwar zeigen die Schläfer häufig gute Leistungen, wenn sie gefordert sind, bei 7 Schläfern wird dann mit der Zeit jedoch manchmal die nicht vorhandene Kondition schmerzlich vermisst. Einer zeigte sich davon aber nach wie vor unbeirrt: Fabi punktete weiterhin nach Belieben und machte den Schläfern deutlich, wonach sie sich ab der kommenden Saison auf dem Court auf jeden Fall sehr sehnen werden. Mit 12 Punkten war er hauptsächlich dafür verantwortlich, dass auch das dritte Viertel mit 18:14 an die Schläfer ging. Durch diesen engen Spielabschnitt hatten auch die Herrenberger Basketballer wieder etwas mehr gefallen am Spiel gefunden. Die Unistädter hatten also etwas Aufbauarbeit betrieben, wobei das eher ungewollt geschah. Doch auch wenn das Viertel knapper als zuvor ablief, konnten die Schläfer den Vorsprung nochmals etwas ausbauen. So stand es nach dreißig gespielten Minuten 60:30 für die Tübinger.

In den letzten zehn Minuten der Saison sollte also nichts mehr Anbrennen für die Schläfer. Was die Herrenberger jetzt aber erfahren mussten, war für sie wahrscheinlich nicht so erfreulich. Die Schläfer vom Neckar zeigten sich im bisherigen Saisonverlauf auf dem Spielfeld immer sehr hungrig – nein, damit ist nicht der schier unbändige Hunger abseits des Spielfeldes gemeint (Stichwort „McD“ bzw. Codename „Burger King“)! – und wenn ein schwaches Viertel zu beklagen war, dann versuchten sie durch Teamplay das folgende Quarter besser zu gestalten. Wie gesagt, das dritte Viertel war ausbaufähig und deshalb war der Hunger der Schläfer für den letzten Spielabschnitt der Saison nochmals sehr stark geworden. Scherzhaft wurde als Ziel noch die Erreichung der 100-Punkte-Marke ausgelobt, wobei man den Gegner bei 10 oder weniger Punkten halten wollte. Dass zumindest eines der beiden Ziele erreicht wurde, war dagegen nicht zu erwarten. Ähnlich wie in den zehn Minuten vor der Halbzeitpause spielten die Schläfer wieder eine sehr effektive Defense, die den Herrenberger keinerlei Spielraum gestattete. Innerhalb von vier Minuten war der Vorsprung durch einen 14:0 Run auf 74:30 angewachsen. Der Sieg war den Gästen natürlich nicht mehr zu nehmen, aber anstatt locker zu lassen, machten die Schläfer munter weiter. Neben dem letzten erfolgreichen Dreier von Fabi Herwig für die Farben der Tübinger Basketballer durften die Schläfer auch noch vier astreine Dreipunkterfolge von Stili (alias Stilian Manevski) feiern. Diese gelangen ihm sogar in Folge, was beim altbekannten Videospiel NBA Jam vom Kommentator mit den Worten „He’s on fire!“ geehrt worden wäre. Durch dieses starke Abschlussviertel kamen die Schläfer tatsächlich noch dem wirklich unseriös ausgelobten Offensiv-Ziel sehr nahe. Beim Spielstand von 92:40 war dann aber endgültig das Saisonende erreicht.

Mit einem deutlichen Auswärtssieg verabschieden sich die Schläfer vom Neckar in die lange Sommerpause. Mit diesem Erfolg untermauerten sie, dass sie dieses Jahr zu schwach für die Zwischenrunde aber auch viel zu stark für die Platzierungsrunde waren. Die goldene Ananas ist nun jedenfalls verdientermaßen bei den Schläfern gelandet. Mit durchschnittlich 28,25 Punkten Unterschied pro Spiel konnten die Schläfer ihre Gegner bezwingen. Zieht man den Sieg am Grünen Tisch gegen den TSV Calw ab, hier wurde das Spiel mit 20:0 für die Tübinger Basketballer gewertet, wäre der Punkteunterschied im Durchschnitt sogar bei knapp 30 Punkten anzusetzen. Aber genug mit den Daten für Statistik-Fetischisten. Insgesamt war der Sieg in diesem Spiel wieder nur durch eine tolle Mannschaftsleistung zu erreichen. Es ist schon erstaunlich, wie die Schläfer die mangelnde Körpergröße mit Herz und Spielwitz wettmachten. Die beste Kombination für die Schläfer war aber schon immer, wenn das Team zusammenhält und sich mindestens zwei Scorer finden. In diesem Spiel gebührt der Dank neben der geschlossenen Mannschaftsleistung auf jeden Fall auch Fabian Herwig, der mit 30 Punkten und einer Glanzleistung von der Schläfer-Bühne abtrat. Die Schläfer sind stolz darauf einen wunderbaren Weggefährten auf diese Weise verabschieden zu dürfen.

Eine zunächst ernüchternde Saison hat sich für die Schläfer vom Neckar doch noch in eine tolle Spielrunde entwickelt, die mit diesem Saisonfinale nochmal ein gebührendes Ende fand. In der Sommerpause wird es dann aller Voraussicht nach aufgrund verschiedener Abgänge aber auch potenzieller Neuzugänge einen größeren Schnitt im Kader der Schläfer geben. Ein regelmäßiger Besuch der Schläfer-Website wird sich demnach sicherlich lohnen. Das Schläfer-Management arbeitet hinter Kulissen fieberhaft schon an der neuen Saison und die Neuigkeiten werden zeitnah auf www.schwaben-basketball.de oder alternativ auf www.basketball-tuebingen.de veröffentlicht.

Ein herzliches Dankeschön an alle Begleiter, Fans, Sympathisanten, Freunde und Spieler der Schläfer vom Neckar für die Unterstützung und Teilnahme in der Saison 2010/2011! Auf bald!