Zum Saisonstart ausgebremst!

So hatten sich die Schläfer vom Neckar den Saisonstart zur Spielrunde 2011/2012 in der Kreisliga Nord 2 nicht vorgestellt. Zwar war allen bewusst, dass sich das Gesicht der Schläfer zur neuen Saison wandeln wird, aber dass der Start so in die Binsen gehen sollte, hätte wahrscheinlich niemand erwartet. Okay, das Team vom vergangenen Sonntag war uneingespielt und auch durch das fehlende Kampfgericht teilweise an den Anschreibetisch gebunden. Trotzdem war es überraschend, dass man so chancenlos agierte, dass die TVD All Stars fast zu keinem Zeitpunkt der Partie Angst um die zwei Wertungspunkte haben mussten. Selbst der anwesende Schläfer-Nachwuchs von Nils und Dr. Tsunami fand das Auftreten so schlimm, dass sie sich das Spiel gar nicht mehr anschauen wollten. Der Derby-Sieg des TV Derendingen 4 war damit auch vollkommen gerechtfertigt. Zumindest kann man feststellen, dass es nicht am mangelnden Einsatz der Schläfer lag. Dennoch muss sich im Verlaufe der Saison noch Einiges bessern. Die Baustellen sind nun aber bekannt und hier kann man weiter ansetzen.

Saisonaufttakt 2011/2012, die Schläfer vom Neckar sind sehr motiviert und bringen gleich 10 Spieler an den Start. Alle Positionen sind besetzt und auch die Qualität ist nach eigener Auffassung ausreichend vorhanden. Der Gegner, die TV Derendingen All Stars, wurde in jüngster Vergangenheit teilweise deutlich in die Schranken gewiesen. Aber gleich zwei Dinge wollten nicht so recht in die Planung der Tübinger Basketballer passen: einerseits spielte man trotz Heimspiels im Wohnzimmer des Kontrahenten aus der Tübinger Vorstadt, andererseits fehlte gleich zum Saisonbeginn das komplette Kampfgericht. Die Unihalle war kurzfristig als Ersatzspielort auserkoren worden, da die eigentliche Heimspielstätte, die altehrwürdige Uhlandhalle, doppelt belegt wurde und Kreisliga-Basketball anscheinend nicht so attraktiv ist wie die NBBL (Anm. der Red.: Nachwuchs Basketball Bundesliga). Die kurzfristige Verlegung war dann wohl auch der Grund weshalb die Jungs der U18m2 nicht zum Kampfgericht erschienen. Damit mussten gleich 3 Spieler der Schläfer an den Anschreibetisch und die dortigen Pflichten übernehmen.

Doch dann konnte auch schon Basketball gespielt werden. Dass die Schläfer vom Neckar in dieser Saison ein neues Gesicht haben, machte sich in der Startphase stark bemerkbar. Sehr uneingespielt agierten die Hausherren, wohingegen die Derendinger sich von einer sehr konzentrierten Seite zeigten. Ohnehin hatten sie in der Vorwoche schon einen überzeugenden Sieg im Derby gegen den SV Weilheim eingefahren. Die Schläfer schienen mit der Situation überfordert. Ein Team, das so in dieser Form bisher kaum zusammengespielt hatte und dann auch noch durch die Kampfgerichtpflicht gebunden war. Das konnte erstmal nicht gut gehen. So lagen die Schläfer nach  fünf gespielten Minuten mit 3:11 zurück. Als dann auch schon Foulprobleme auftraten, war es um die Schläfer geschehen. Auswechslungen waren nur schwer möglich und so mussten sich die Spieler auf dem Court eher zurückhalten. Der TVD nutzte die Schwächen der Schläfer glücklicherweise nur bedingt aus. Im Prinzip müssen die Gastgeber sogar froh sein, dass es am Ende des ersten Viertels nur 9:19 stand.

Im zweiten Viertel stellten die Schläfer dann ihre Taktik um, was dann auch zu deutlich besseren Aktionen führte. Auf diese Weise konnte das Spielgeschehen zumindest gleichwertig gestaltet werden. Die Gäste aus Derendingen ließen sich aber nicht auf die Sturm und Drang Phase der Tübinger ein, sondern zeigten ihrerseits ebenfalls eine ansprechende Leistung. Trotzdem schmolz der Rückstand bis zur siebten Spielminute des zweiten Viertels auf 4 Punkte zusammen. Mit dem ein oder anderen Freiwurftreffer mehr, hätten die Schläfer sogar noch näher kommen können. Wie aber auch schon im Testspiel gegen die Spvgg Mössingen ließen die Jungs des SV 03 einige Chancen von der Freiwurflinie liegen. Dass die Schläfer aber überhaupt wieder in Spiel zurückfinden konnten, lag vor allem an der deutlich verbesserten Defensive und am beständigen Attackieren der gegnerischen Zone. Vor allem Patrick „Matze“ Schaefer konnte sich hierbei mit 8 Punkten belohnen. Zur Halbzeit wuchs der Rückstand aber wieder auf 9 Punkte an. So leuchtete auf der Anzeigetafel der Zwischenstand von 23:32 in roten Zahlen auf.

In der Halbzeitpause überlegte sich das Coaching-Gespann um Gianni Greco und Stoffel Kehrer eine andere Defensivtaktik aus. Wie sich im Verlauf des dritten Spielabschnittes zeigen sollte, war dies eine Fehlentscheidung. Die 2-1-2 Zone konnte in keinster Weise überzeugen, was vor allem daran lag, dass die Schläfer mit dieser Verteidigungsvariante und dieser Formation im Vorfeld keinerlei Erfahrungen sammeln konnte. Vor allem der britische Neuzugang Nicholai Wilson, der vor dieser Partie noch nie an einem offiziellen Spiel teilgenommen hatte, tat sich mit den taktischen Vorgaben schwer. Dennoch zeigte er eine sehr ansprechende Leistung und sammelte einige Rebounds. Schnell musste Coach Greco die Defense wieder in den alten Zustand versetzen. Der TVD hatte nämlich inzwischen zu einem regelrechten Lauf angesetzt und die Hausherren fanden dagegen nur sehr schwer ein probates Mittel. Nachdem die Schläfer zwischenzeitlich mit 21 Punkten ins Hintertreffen geraten waren, endete das dritte Viertel bei einem Spielstand von 35:53 aus Sicht der Gastgeber.

Egal wie der bisherige Spielverlauf war, die Schläfer verlieren ihren Kampfgeist nicht so schnell, wie sich das so manch ein Gegner vielleicht wünschen mag. Deshalb wollten die Tübinger Basketballer die drohende Niederlage nicht einfach so hinnehmen. Punkt um Punkt schmolz der Rückstand dann auch wieder. So recht glauben, mochte aber keiner der Anwesenden mehr daran, dass es nochmal eng werden könnte. Die All Stars vom TV Derendingen nahmen die ersten Warnsignale ebenfalls nicht so ernst. Der unermüdliche Einsatz der Schläfer zeigte aber seine Wirkung und plötzlich war der Rückstand auf 9 Punkte verringert worden. Da konnte man sich doch nochmal die Augen reiben. Kann das Unmögliche doch noch realisiert werden? Man kann es vorweg nehmen: es hatte nicht mehr gereicht. Leider agierten die Schläfer ab diesem Zeitpunkt nicht mehr so glücklich und leisteten sich kleinere Fehler, die die Gäste dann aber auch gnadenlos ausnutzten. Als dann noch auf ein Unsportliches Foul durch Stoffel Kehrer entschieden wurde, war der Zug endgültig abgefahren. Gegen Ende der Partie fingen sich die Schläfer dann noch ein paar wilde Dreier ein, die die Niederlage weiter besiegelten. Das Derby ging mit 58:73 verloren und Freude kam natürlich nur bei den Gästen auf, die bereits ihren zweiten Saisonsieg feiern konnten.

Vielleicht hätten die Schläfer in der Schlussphase einfach noch mehr Geduld beweisen müssen. Vielleicht lag es aber auch eher an den chaotischen Umständen, die sich auch auf das Spielfeld übertragen haben. Vielleicht war der TVD aber auch einfach die Spur besser, die man an einem solchen Tag haben muss. Sei es, wie es ist, aber Schläfer dürfen sich nicht in „hätte, wäre, wenn“ Situationen verrennen, sondern müssen sich erstmal an die eigene Nase fassen. Eine Analyse der Fehler ist aber unausweichlich, weil sich doch einige Baustellen aufgezeigt haben. Total positiv zu vermerken, ist der absolut unermüdliche Einsatz aller Schläfer-Akteure. An der Einstellung hat es nicht gemangelt und auch die Moral war stets vorhanden. Mit dem entsprechenden Konzept und der  passenden Taktik kann gerade diese Arbeitsmoral noch ein entscheidender Faktor in dieser Saison werden.

Noch ist die Saison 2011/2012 jung und eine Niederlage kann leider immer vorkommen. Wichtig ist nun, dass die Schläfer nicht den Mut verlieren, sondern dort ansetzen, wo es noch klemmt. Die Gelegenheit zu beweisen, dass sie es besser können, besteht gleich am kommenden Samstag (08.10.2011), wenn die Schläfer beim Bezirksliga-Absteiger VfL Herrenberg antreten werden. Die Herrenberger sind mit einem beeindruckenden Sieg in die Kreisliga-Spielrunde gestartet. Hochball wird um 18 Uhr in der Herrenberger Kreissporthalle sein. Mitreisende Fans sind natürlich immer gerne gesehen und Unterstützung können die Schläfer nun auch sehr gut gebrauchen.