Da ist endlich der erste Sieg!

Die Schläfer vom Neckar mussten am vergangenen Samstag bei der Spvgg Holzgerlingen 2 vorspielen und um die ersten zwei Saisonpunkte kämpfen. Ob es an der ungewohnten Unterstützung (durch Edelfan Siggi H.) bei einem Auswärtsspiel lag oder nicht, es hat dieses Mal mit einem Sieg geklappt. Es war zwar noch nicht alles Gold, was da glänzte, aber immerhin hat es für die 2 so wichtigen Wertungspunkte gereicht. Mit viel Geduld mussten die Schläfer in dieser Auswärtspartie agieren, denn es lief lange Zeit nicht so rund, wie man es von den Tübinger Basketballern aus der Vergangenheit gewohnt ist. Am Ende reichte ein sehr gutes Viertel, um den ersten Saisonerfolg der aktuellen Spielrunde feiern zu können.

2 Spiele, 2 Niederlagen. So lautet die bisherige Bilanz der Schläfer vom Neckar in der aktuellen Spielzeit. Natürlich ist man damit beim vielleicht schon etwas erfolgsverwöhnten Kreisliga-Urgestein nicht zufrieden. Bei der Spvgg Holzgerlingen 2 sollte deshalb gezeigt werden, dass der Erfolgshunger noch nicht gestillt ist. Ein Sieg musste her. Für das Ego und für den Erhalt der Chance, einen der ersten beiden Plätze der Staffel Nord 2 zu erreichen. Da die Gastgeber bisher aus drei Partien erst einen Sieg errungen haben, handelte es sich sogar um ein gewisses Kellerduell. Natürlich beanspruchten beide Mannschaften die zwei Punkte, die es in dieser Begegnung zu gewinnen gab. Die Schläfer vom Neckar reisten mit einem ambitionierten 10-Mann-Kader an den Ursprungsort der Aich.

Aufgrund der Statistikwerte der Holzgerlinger Mannschaft waren die Schläfer darauf vorbereitet, dass es mit M. Müller einen Spieler in Reihen der Dynamite Reserve gibt, der die offensive Struktur  prägt. Leider haben die Scoutinginformationen, die Coach Gianni Greco über Ecken zugespielt bekam, in keinster Weise gestimmt. Das Holzgerlinger Team begann mit einer 3-2 Zone und damit hatten die Schläfer nun wirklich nicht gerechnet. Vielleicht noch etwas irritiert von der Defensivtaktik der Gastgeber, konnten auch die Offensivbemühungen von Müller nicht konsequent genug gestoppt werden. Die Folge: Holzgerlingen machte einen gefestigten Eindruck und die Unistädter gerieten schon recht früh – zumindest auf den kleinen Positionen – in Foulnot. Trotzdem blieben die Schläfer am Ball und ließen sich erstmal nicht abschütteln. Und so blieb es bei der ersten Viertelpause der Partie beim Spielstand von 19:21 aus Sicht der Schläfer noch sehr knapp.

Im zweiten Spielabschnitt hatten die Schläfer dann akute Startprobleme. Vor den Augen von Siggi H. (Anmerkung d. Redaktion: langjähriger Fan der Tübinger Bundesligamannschaft und seit der Geburtsstunde der Schläfer vom Neckar Edelfan der Kreisligamannschaft) verpassten sie es die Lücken der 3-2 Zone zu erkennen und schalteten im Gegenzug nur sehr langsam in die defensiven Positionen zurück. Zwar konnte die Spielvereinigung aus Holzgerlingen dadurch kaum Fastbreak-Erfolge feiern, dafür trafen sie ihre Würfe von außen recht souverän. Plötzlich hatten sie sich nach vier Spielminuten im zweiten Viertel mit 7 Punkten abgesetzt. Es führte kein Weg an einer Auszeit vorbei. Was in der Auszeit gesagt wurde, ist nicht mehr ganz nachvollziehbar, aber es muss irgendwie geholfen haben. Die Schläfer attackierten nun deutlich konsequenter den Korb der Hausherren. Vor allem Patrick „Matze“ Schaefer hatte in dieser Phase zum wiederholten Male in dieser noch jungen Saison den richtigen Dreh und notwendigen Biss gefunden, um die Tübinger Basketballer wieder in Schlagdistanz zu befördern. Kurz vor der Halbzeitpause verursachte er dann zwar noch ein Offensivfoul, dies geschah aber während Stilian Manevski einen seiner drei Dreier in dieser Partie verwandelte. Die Schläfer waren mit dem Pausensignal wieder auf zwei Punkte herangekommen, nachdem sie zwischenzeitlich schon mit 8 Punkten zurück lagen. Alles war wieder offen.

Auch in der Halbzeitpause schienen die richtigen Worte gewechselt worden zu sein, denn die Schläfer agierten sehr variabel. Neuzugang Martin Leibßle konnte gleich zwei Körbe erzielen, nachdem er beide Male schön von Nils Gottfried in Szene gesetzt worden ist. Ein Bild mit Seltenheitswert, wenn man bedenkt, dass die Schläfer nur im Notfall ihre Center ins Offensivspiel einbeziehen. Holzgerlingen konnte in der Anfangsphase allerdings noch dagegenhalten. Erst als sie drei Dreier in Folge von Gianni Greco kassierten, war die Führung futsch und der Bann irgendwie gebrochen. Siggi H. konnte nun seinen Schläfern zujubeln und auch die Schläfer selbst traten nun mit deutlich mehr Selbstbewusstsein auf. In der Defense lief es nun besser als in der ersten Halbzeit und endlich spielte man wieder Teambasketball. Beides sind ja eigentlich die Kernstärken der Tübinger Basketballer. Eine gewisse Frustration machte sich nun bei den Gastgebern bemerkbar. Manche Angriffe wurden überhastet abgeschlossen und sogar ein Doppelfoul gab es verhängen. Nils und sein Gegenspieler hatten sich beim Rebound nach einem Freiwurf etwas zu lieb gewonnen und fielen eng umschlungen auf den Boden. Der gut pfeifende Schiedsrichter entschied auf Doppelfoul, auch wenn die Liebe/Aggression ein wenig mehr von Holzgerlinger Spieler ausging.  Daniel Krcmar und wiederum Stili Manevski trafen kurz vor dem Viertelpausenton noch per Dreier und der Vorsprung der Schläfer war nun auf ein 59:51 angewachsen. Dass es sich um ein starkes Quarter der Unistädter handelte, zeigt das Viertelergebnis von 23:13 aus Schläfer-Sicht.

Im letzten Viertel konnte das Ergebnis nun sogar auf einen zweistelligen Vorsprung ausgebaut werden. Mit einem Plus von 12 Punkten sollte der erste Saisonsieg endlich eingetütet werden. Aber jetzt folgte erstmal eine Durststrecke mit wenig Spielwitz und sehenswerten Aktionen. Das einzige,  das es aus den ersten fünf Minuten des letzten Spielabschnitts erwähnenswert ist, dass Brad Endecott, der bislang noch nicht so richtig in die Saison gefunden hat, mit seinem fünften persönlichen Foul auf der Bank Platz nehmen musste. Spielerisch war es wirklich kein Leckerbissen mehr. Die Schläfer machten es dennoch nochmal spannend. Zumindest für kurze Zeit. Dadurch, dass sie das Punkten versäumten, schlich sich der Gastgeber ganz vorsichtig heran. Glücklicherweise war dies aber nur ein kurzes Strohfeuer, denn im Anschluss nahmen sich die Holzgerlinger selbst aus dem Spiel. In jedem Angriff der letzten Spielminuten versuchten sie eine wilde Einzelaktion, die dann nicht zum gewünschten Erfolg führte. Die Schläfer konnten dagegen recht gemütlich zum Sieg trudeln. Da das letzte Viertel kein Highlight war, änderte sich am Spielstand nicht mehr viel. Mit 71:62 gewannen die Schläfer vom Neckar letztlich verdient die Begegnung bei der Spvgg Holzgerlingen 2.

Die ersten zwei Punkte der Saison sind also unter Dach und Fach. Es wurde aber auch allerhöchste Zeit dafür. Nach wie vor bleibt festzuhalten, dass die Schläfer noch nicht die gewohnte eingespielte Spielweise auf das Spielfeld bringen. Aber dafür wissen sie jetzt, dass sie über den Kampf und mit viel Geduld zum Erfolg kommen können. Denn in diesem Auswärtsspiel waren beide Attribute notwendig und die Schläfer haben sie letztlich gut eingesetzt. Der Anfang ist nun also gemacht.

Jetzt gilt es, diese Einstellung nochmal abzurufen. Der nächste Gast hat es nämlich in sich. Der SV Böblingen 3 ist nicht gerade als zimperliche Mannschaft bekannt und ist vor allem aufgrund seiner immensen Erfahrung ein sehr gefährlicher Gegner. Die Lokalität der Begegnung dürfte aber einen passenden Rahmen für ein großes Spiel bieten. In der Paul Horn Arena dürfen die Schläfer vom Neckar ab 14 Uhr quasi das Vorspiel der Derby-Begegnung zwischen den WALTER Tigers Tübingen und ratiopharm Ulm auf Parkett und allem drum und dran bestreiten. Das letzte Spiel unter solchen Bedingungen haben die Schläfer ja eigentlich noch sehr positiv in Erinnerung. Anfeuernde Zuschauer – wie z.B. Siggi H. – sind natürlich sehr willkommen! Auf in den Kampf!

Achja, bevor wir es vergessen: Siggi, vielen Dank, dass du da warst!!!