Viel Prominenz beim zweiten Saisonerfolg

Das vierte Saisonspiel der Schläfer vom Neckar bedeutete gleichzeitig das zweite Heimspiel der aktuellen Spielzeit. Nachdem die Tübinger Basketballer sich im ersten Heimspiel noch in ungewohnter Umgebung (Unisporthalle) aufhielten, war die zweite Heimspielstätte ein besonderes Schmankerl. Die Paul-Horn-Arena war Schauplatz des Aufeinandertreffens des SV 03 Tübingen 4 gegen den SV Böblingen 3.

Was den Spielort noch besonderer machte, war die Tatsache, dass nur vier Stunden später das Beko BBL Derby zwischen den WALTER Tigers Tübingen und ratiopharm Ulm an selber Stelle stattfinden sollte. Parkettierte Spielfläche, Bundesliga taugliche Körbe und eine besondere Atmosphäre waren das Eine, besondere Prominenz auf den Rängen das Andere. Vor den Augen von Edelfan Siggi H., weiteren Tigers Anhängern aber auch vor Schläfer-Gründungsmutter Regina Henschke und verschiedenen Familienmitgliedern der Schläfer-Akteure konnten die Tübinger Kreisliga Basketballer einen kämpferischen 72:58 Sieg erreichen.

Den zweiten Sieg in Folge einzufahren war das Ziel der Schläfer vom Neckar als mit dem SV Böblingen 3 ein unangenehmer Gegner in Tübingen aufschlug. Die Voraussetzungen dafür hätten hierfür eigentlich kaum besser sein können. Ein hoch motiviertes Team bestehend aus 8 Spielern, ein ersatzgeschwächter Gegner und ein Spielort, der in der Basketball Kreisliga seinesgleichen sucht. Die Tübinger Paul-Horn-Arena war vier Stunden vor dem großen Beko BBL Derby der WALTER Tigers Tübingen gegen den SSV ratiopharm Ulm die Spielstätte der Schläfer. Tolles Parkett, Bundesligakörbe, ausgefahrene Tribünen und eine deutlich ungewohnte Atmosphäre inklusive. Zwar waren natürlich lange nicht alle Plätze in der Arena besetzt, dafür war neben Edelfan Siggi H. nun auch – nach etlichen Jahren der Abstinenz – Schläfer-Mutter Regina Henschke auf den Rängen zu finden. Nur zur Info für alle, die die Schläfer vom Neckar noch nicht so lange kennen: ohne Regina gäbe es heute definitiv keine Schläfer-Mannschaft! Sie organisierte die Geburtsstunde quasi im Alleingang. Passend zu diesem besonderen Ereignis konnten die Schläfer auch ihre neuen Shooting Shirts präsentieren, die dankenswerter Weise durch das Sponsoring-Engagement der Edelmetall-Reserve AG ermöglicht wurden. Soviel also zur anwesenden Prominenz und den Rahmenbedingungen.

Der Gegner aus Böblingen war bislang noch nicht so gut in die Saison gestartet, was vor allem daran liegt, dass sie immer wieder verletzungsbedingt auf Leistungsträger verzichten mussten und gleichzeitig auch eine enorme Verjüngungskur über sich ergehen lassen müssen. Dennoch starteten  sie deutlich besser in das Spiel als die Schläfer. Scheinbar wurden die Schläfer vom Szenario etwas  gelähmt. Sie brauchten fast das gesamte erste Viertel um ihre Nervosität zumindest ein wenig abzuschütteln. Vor allem Patrick „Matze“ Schaefer konnte sich in dieser Phase der Partie gut durchsetzen. Mit seinem unnachahmlichen Zug zum Korb riss er die vergleichsweise langsame Defensive der Gäste auseinander und brachte seine Farben damit wieder zurück ins Spiel. In den letzten zwei Minuten des ersten Viertels egalisierten sich beide Teams fast komplett und es war für die Zuschauer leider kein attraktives Schauspiel geboten. Dafür blieb das Spiel zumindest offen. Nach zehn gespielten Minuten führten die Schläfer knapp mit 17:14.

Wirklich zufrieden über das geleistete im ersten Viertel war man seitens der Schläfer selbstverständlich nicht. Die Gäste aus Böblingen konnten dagegen glücklich über die bisherige Leistung sein. Immerhin fanden sie gegen die Zonenverteidigung der Hausherren geeignete Mittel.  Der ausgeglichene Spielverlauf übertrug sich dann auch auf das zweite Viertel. Allerdings nur zu Beginn des Abschnitts. Dann stellten die Schläfer ihre Verteidigungsform um, was sich auch gleich als Fehler herausstellen sollte. Waren die Gäste bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht gefährlich von jenseits der 6,7- Meter-Linie, so änderte sich dies innerhalb von zwei Spielminuten gewaltig. Der Böblinger Topscorer Thorsten Baumann verwandelte zielsicher drei Dreier in Folge. Zwar konterte  Gianni Greco ebenfalls mit zwei Dreiern, aber insgesamt durfte die gewählte Verteidigungsform als ungeeignet abgehakt werden. Beim Stand von 29:31 (17. Spielminute) kämpften die Gastgeber mit allen fairen Mitteln, die ihnen zur Verfügung standen, aber außer einer beeindruckenden Reboundüberlegenheit – allein Schläfer-Rookie Martin Leibßle müsste in dieser Phase 4 bis 5 Abpraller geholt haben – sprang nicht viel dabei für sie heraus. Das lag vor allem daran, dass selbst zweite oder dritte Chancen, die sich aus den erkämpften Rebounds ergaben, nicht genutzt wurden.   Frustration machte sich nun etwas breit und Coach Gianni Greco sah sich gezwungen seinem Unmut mittels eines Ur-Schreis Luft zu machen. Bis zur Halbzeitpause brachte diese Reaktion aber leider noch keine Verbesserung. Die Schläfer lagen vor sich füllenden Rängen (waren das schon mehr als 15 Zuschauer?) mit vier Punkten im Hintertreffen.

Dass man den Spielstand von 32:36 nicht auf sich sitzen lassen wollte, war natürlich Ehrensache. Es war aber nicht nur das Ziel, die ersten beiden Spielabschnitte vergessen zu machen. Die Schläfer wollten unbedingt gewinnen und die nächsten zwei Saisonpunkte ergattern. Dazu war aber deutlich mehr Aufwand notwendig und das sahen die Schläfer auch so. Trotzdem, die Böblinger kamen besser zurück auf das Parkett. Ein 10:4 Lauf der Gäste war die Folge. Wie das geschehen konnte?  Irgendwie wollten die Neckarstädter wohl zuviel auf einmal reißen. Aber als die gestandenen Männer aus Böblingen dann mit 10 Punkten in Führung lagen, wachten die Schläfer auf einmal auf. Keine Hektik war ausgebrochen, sondern die Anstrengungen wurden einfach nochmal erhöht. Die Defense wurde extrem intensiviert und in der Offensive wurde jetzt besser zusammengespielt. Bis zur neunten Spielminute des dritten Viertels war der Spielstand durch einen 13:3 Run der Schläfer  ausgeglichen worden. Bis zum Viertelende folgten dann noch weitere sechs Punkte und die Schläfer waren endlich wieder zurück im Geschäft. Angefeuert von Edelfan Siggi H., Schläfer-Mutter Regina und den inzwischen recht zahlreich anwesenden Fans und Sympathisanten mobilisierten die Schläfer alle zur Verfügung stehenden Kräfte. Stellvertretend für die Leistungssteigerung aller Tübinger Spieler innerhalb des Viertels darf hier Stilian Manevski genannt werden, der mannschaftsdienlich agierte und auch mit eigenen Punkten glänzte. Spielstand nach drei Spielabschnitten: 55:50 für die Schläfer vom Neckar.

Gewonnen war natürlich immernoch nichts. Die Schläfer mussten weiterhin dort weitermachen, wo sie aufhörten. Besonders die Defensive hielt auch weiterhin, was sie gegen Ende des dritten Viertels versprochen hatte. Kämpferisch wie immer setzte sich Stoffel Kehrer in den Dienst der Mannschaft und auch Matze Schaefer und Nils Gottfried kämpften um jeden Ball. Stili, Daniel Krcmar und Bradley Endecott konnten dagegen vor allem im Angriff glänzen. Die Mannschaft ergänzte sich  nun optimal. Jeder brachte seine Stärken ins Spiel. Der taumelnde Gegner wurde nun konsequent   Schlag um Schlag auf die Bretter der Paul-Horn-Arena geschickt. Als sich dann noch vier Spielminuten vor Schluss Böblingens bester Mann (T. Baumann) mit seinem fünften persönlichen Foul verabschieden musste, waren die Gäste endgültig mit stumpfen Waffen unterwegs. Die Hausherren nutzten dagegen das Momentum zu ihren Gunsten und hielten den SV Böblingen in diesem Schlussabschnitt bei 8 Punkten. Da sie ihrerseits 17 Punkte erzielten, stand am Ende der Partie ein doch noch recht sicherer 72:58 Sieg auf der Anzeigetafel.

Nein, es war kein Feuerwerk, was die Schläfer auf das Parkett brachten. Aber es war ein Erfolg, den sich die gesamte Mannschaft aufgrund des unermüdlichen Einsatzes verdient hat. Siggi H. bestätigte dies nach der Partie in einem Interview: „Es macht wirklich viel Spaß mit anzuschauen, wie die Jungs sich in das Spiel hineinkämpfen!“ Auch Coach Gianni Greco war mit dem Erreichten  sehr zufrieden. „Klar, der Gegner war geschwächt. Dennoch handelt es sich um einen unangenehmen Kontrahenten, der mit allen Wassern gewaschen ist. Ein toller Sieg vor einer wunderbaren Kulisse.“, meinte er nach der Schlusssirene. Besonders erfreulich war, dass die Schläfer merklich besser zusammen harmonieren und sich auch mehr zutrauen. Ganz nebenbei bleiben die Schläfer-Jungs mit diesem Erfolg auf dem Parkettboden der Paul-Horn-Arena weiterhin unbesiegt.

Damit haben die Schläfer nun ein ausgeglichenes Punktekonto. Nach vier Spielen stehen 2 Siege und 2 Niederlagen zu Buche. Dass der Aufwärtstrend sich fortsetzt, ist dennoch nicht selbstverständlich. Die Schläfer vom Neckar werden auch weiterhin um jeden Punkt kämpfen müssen. Nach einer längeren Spielpause von 3 Wochen treffen die Tübinger Basketballer am 20.11.2011 um 13 Uhr in der heimischen Uhlandhalle auf den VfL Herrenberg. Dass der VfL Herrenberg erstmal besiegt werden muss, sollte nach der knappen Hinspiel-Niederlage in Herrenberg jedem klar sein. Der Bezirksliga-Absteiger ist aber nicht unbesiegbar. Mit der entsprechenden Unterstützung tun sich die Schläfer dann vielleicht noch etwas leichter in die wichtige Begegnung zu finden, zumal das dritte Heimspiel der Saison auch in der dritten unterschiedlichen Halle stattfindet. Zuschauer sind deshalb herzlichst willkommen!

Ein besonderer Dank soll an dieser Stelle an den Sponsor der neuen Warm-Up Shirts ausgesprochen werden. Die Edelmetall-Reserve AG erklärte sich bereit dem SV 03 Tübingen 4 den entsprechen Betrag zur Verfügung zu stellen. Die Schläfer sind nun im neuen Look in den Hallen der Region unterwegs.

Ebenfalls ein besonderer Dank geht an Herrn Schaefer, der die Schläfer vom Neckar samt seines Sohnes nach der Begegnung ablichtete und damit auch die neuen Shirts gut in Szene setzte. Nebenbei entstanden auch einige Actionfotos während der Partie, die hoffentlich bald auf www.schwaben-basketball.de zur Verfügung stehen werden.