Der Fluch der Weilheimer Rammerthalle bleibt bestehen

Es gibt Serien die einfach nicht reißen wollen. Eine davon ist der Niederlagenserie der Schläfer in der Weilheimer Rammerthalle. Bereits seit einigen Jahren müssen die Schläfer vom Neckar, egal in welcher Besetzung, ohne die beiden heiß ersehnten Punkte für einen Sieg nach Hause fahren. Der letzte Sieg in Weilheim datiert vom 21.11.1999, als die Schläfer noch mit Andi „Sucho“, Jens Melchert und Nico „D.“ Dietrich an den Start gingen und das Spiel mit 72:60 für sich entscheiden konnten. Seither gab es aber in den zahlreichen Begegnungen im Tübinger Vorort nichts mehr zu holen. Zuhause gab es schon sehr schöne Siege, aber auswärts … Dieses Mal hatten die Schläfer zwar ihren Glücksbringer Siggi H. mitgebracht, aber auch er konnte nur mit ansehen, wie die Weilheimer sich letztlich verdient mit 82:68 durchsetzen konnten. Immerhin war die Halle proppenvoll und die Partie kampfbetont und spannend.

Und da war es endlich. Das lang ersehnte Derby gegen den SV Weilheim, dem aktuellen Tabellenführer der Kreisliga Nord 2, stand für die Schläfer vom Neckar auf dem Programm. Obwohl das Spiel, wie in Weilheim üblich, an einem Donnerstag Abend ausgetragen wurde, fanden sich ganze 24 Spieler in der Rammerthalle ein. Sowohl die als Crocodiles bekannten Gastgeber als auch die Basketballer vom SV 03 Tübingen konnten jeweils 12 Teilnehmer zur Begegnung anmelden. Damit aber nicht genug. Auch auf den Zuschauerrängen, oder besser gesagt auf den Zuschauerbänken, waren alle Plätze besetzt. Man könnte also sagen, dass dieses Topspiel in ausverkaufter Halle stattfinden konnte. Der unter den Schläfern inzwischen zum Glücksbringer ernannte Edelfan Siggi H. zählte natürlich ebenfalls zu den anwesenden Zuschauern. Kurz vor der Partie konnte das Management der Schläfer noch einen Transfer-Coup verzeichnen. Vom Oberliga-Team des TV Rottenburg stößt Jörg Gronbach zur „Vierten“ des SV 03. Bevor er in Rottenburg anheuerte und dort Teil einer erfolgreichen Ära war, spielte „Jay“ Gronbach schonmal beim Tübinger Basketballclub. Damals allerdings für die „Dritte“.

Voll motiviert gingen die Schläfer von Beginn an zu Werke. Schließlich wollten sie beweisen, dass sie auch ein Wörtchen um die ersten beiden Tabellenplätze mitzureden haben. In den ersten Spielminuten der Partie waren sie voll und ganz auf dem Parkett. Die Starting Five um Daniel Krcmar, Patrick Schaefer, Martin Leibßle, Brad Endecott und Gianni Greco dominierte die ersten fünf Minuten sowohl offensiv als auch defensiv. Zur Freude der mitgereisten Fans der Schläfer konnte in dieser Phase ein 13:3 Vorsprung herausgespielt werden. Dies nahm Kenny Jones, Headcoach der Gastgeber, zum Anlass für eine Auszeit. Was auch immer er den Weilheimer mit auf den Weg gab, es fruchtete. Plötzlich waren die Schläfer nicht mehr dominant. Vielmehr konnte der SV Weilheim seinen Topscorer, Cornelius Fischer, immer besser in das Spiel bringen. Die nun zahlreichen Wechsel der Schläfer taten dann noch ihr Übriges. Die Konstanz war dahin und das Spiel war wieder offen. Zur Viertelpause führten die Schläfer nur noch mit 18:17, da ihnen in den letzten 5 Minuten des Quarters nur noch 5 Punkte gelingen wollten.

Das zweite Viertel war für die Zuschauer dann leider kein Augenschmaus. Es war vor allem von Ballverlusten auf beiden Seiten geprägt. Hauptgrund: Schrittfehler. Das Balinger Schiedsrichtergespann nahm es mit der Regelauslegung etwas zu genau und griff dadurch ziemlich in den Spielfluss der Partie ein. Fairerweise muss man aber zugeben, dass einige dieser Entscheidungen vertretbar waren. Allerdings oftmals auch nicht korrekt. Die Turnover kamen aber auf beiden Seiten zustande und so blieb die Begegnung auch weiterhin offen. Es war aber schon deutlich zu spüren, dass beide Mannschaften durch die vielen Spielunterbrechungen den Rhythmus verloren und gleichzeitig verunsichert wirkten. Das war zwar sehr schade, passte aber zu den Gegebenheiten eines Derbys. Da die Gastgeber das Viertel mit 13:10 für sich entscheiden konnten, lagen die Schläfer zur Halbzeit mit 28:30 zurück.

Nach der Halbzeitpause ging es dann wieder munter weiter. Beide Mannschaften hatten sich viel vorgenommen und wollten gestärkt ans Werk gehen. Den Gästen gelang aber leider nur ein klassischer Fehlstart. Nachdem die Defense in der ersten Halbzeit ziemlich gut funktionierte, waren nun deutliche Lücken erkennbar. Dies nutzten die Gastgeber aus der Tübinger Vorstadt eiskalt aus. Drei erfolgreiche Dreipunktwürfe fanden innerhalb kurzer Zeit ihr Ziel und trafen die Schläfer mitten ins Herz. Coach Gianni Greco musste seine Mannen beim Spielstand von 30:41 aus Sicht der Schläfer zur Auszeit bitten. Ähnlich wie bei seinem Gegenüber Kenny Jones schienen die gewählten Worte zu wirken. Die Schläfer nahmen nun den Kampf an und versuchten sich wieder Punkt um Punkt zurückzukämpfen. Dies war zwar leichter gesagt als getan, war aber trotzdem einigermaßen von Erfolg gekrönt. Zumindest konnte der Rückstand von 11 Punkten zwischenzeitlich auf 4 Zähler verkürzt werden. Danach war es dann wieder ein offener Schlagabtausch auf beiden Seiten. Trotzdem liefen die Schläfer zur letzten Viertelpause einem 51:58 Rückstand hinterher.

Nun wollten die Gäste aber nochmal alles auf eine Karte setzen. 7 schnelle Punkte durch Jörg Gronbach in den ersten zwei Minuten des letzten Spielabschnitts bedeuteten ein kleines Defizit von 2 Punkten. Alles schien wieder offen. Jedoch war nun plötzlich wieder der Wurm drin. Das Umstellen der Defensivtaktik hatte leider nur einen kurzen positiven Effekt. Ab der 32. Spielminute war dieser Effekt aber wieder dahin. Eiskalt zauberten die Gastgeber die richtigen Asse aus dem Ärmel und fanden stets die richtige Möglichkeit zum Korberfolg zu gelangen. Keine drei Spielminuten dauerte es und schon war der Rückstand der Tübinger Basketballer auf 14 Punkte angestiegen. Eine Auszeit musste her. Sie brachte auch etwas, nämlich mehr Stabilität in der Verteidigung. Offensiv war aber nach wie vor fast tote Hose bei den Schläfern. Es wollte wieder nichts gelingen und dann kamen auch wieder die Turnover, vor allem durch Schrittfehler, ins Spiel.  Man spürte, dass die Schläfer das Spiel noch nicht verloren geben wollten, aber es blieb beim Versuch. Bis zum Ende der Partie konnten sie sich den Gastgebern nicht mehr gefährlich nähern und scheiterten am Ende einmal mehr in der Weilheimer Rammerthalle. Endergebnis war ein ernüchterndes 82:68 für die Weilheim Crocodiles.

Damit bleibt es dabei. Die Schläfer vom Neckar können in der Rammerthalle zu Weilheim einfach nicht gewinnen. Der letzte Sieg vor Ort datiert aus dem Jahre 1999 als beide Teams noch vollkommen anders aufgestellt waren. Man muss aber zugeben, dass das Derby mit dem SV Weilheim einen verdienten Sieger fand und die Schläfer in einigen Situationen einfach zu leblos wirkten. Den Kampf um Platz 1, und damit um den direkten Weg in die Aufstiegsrunde, muss man zwar noch nicht begraben, Weilheim bleibt aber momentan das Maß aller Dinge. Jetzt gilt es erstmal, die eigenen Fehler zu analysieren und dann schnell wieder zurück in die Spur zu finden.  Die Kreisliga Staffel Nord 2 ist nämlich nach wie vor spannend und sehr eng.

Schon am kommenden Sonntag, den 11.12.2011, müssen die Schläfer vom Neckar wieder ran. Dann erwarten sie um 13 Uhr in der heimischen Uhlandhalle den VfL Sindelfingen 2. Auch wenn der Gegner in der Tabelle auf dem letzten Platz steht, so darf er niemals unterschätzt werden. Nach der enttäuschenden Niederlage in Weilheim, kann man aber sicher davon ausgehen, dass die Neckarstädter alles für einen Sieg tun werden. Da die Zuschauerzahlen in den letzten Spielen deutlich angestiegen sind, möchten sich die Schläfer zunächst bei den Fans und Supportern bedanken. Im letzten Heimspiel des Jahres 2011 würden sich die Schläfer gerne mit einem Sieg als Dankeschön für den recht großen Zuspruch bedanken. Hoffentlich ist auch hier dann wieder der Zuspruch groß genug, dass das Dankeschön einige Zuschauer erreichen wird.