Eine Überraschung ohne Happy End

Die Uncoachabulls hatten ein Friday Night Special beim VfL Nagold bestreiten müssen. Dieser eher ungewöhnliche Spieltermin an einem Freitagabend machte den Tübinger Basketballern sogar nichtmal etwas aus. Normalerweise trainieren sie eben zu dieser Zeit ohnehin in Tübingen. Deshalb fanden auch ausreichend Spieler den Weg in die Nagolder Bächlenhalle. Doch dort angekommen, mussten sie sich dann doch nochmal die Augen reiben. Kein geringerer als Ex-Bundesliga Spieler Sascha Kesselring machte sich bei den Gastgebern mit warm. 

Später war dann klar, dass Sascha Kesselring, der sogar schon Bundesliga Playoff-Erfahrung vorweisen kann, tatsächlich ab diesem Spiel für den VfL Nagold in der Bezirksliga auf Korbjagd gehen wird. Aber die Uncoachabulls nehmen wirklich jede Herausforderung sehr gerne an. Als das Spiel dann losging, wurde den wenigen Zuschauern gleich mal Angst und Bange. Fehlwürfe und Ballverluste waren auf beiden Seiten an der Tagesordnung. Es sah einfach nach ganz furchtbarem Sport aus. Ausnahmslos alle Beteiligten schienen aus unerklärlichen Gründen nicht voll in der Spur zu sein. Nach 10 gespielten Minuten stand es gerade mal 11:10 aus Sicht der Tübinger Basketballfreunde.

„Aha, das kann also nur besser werden“, dachte sich dann ein jeder in der Halle. Zugegeben, es wurde besser. Aber wirklich flüssiger lief der schnelle Sport Basketball auch in diesem Viertel nicht. Die Uncoachabulls versuchten es des Öfteren per Zug zum Korb, wenn sie in der Offensive ein Konzept einsetzten. Dies funktionierte dann eigentlich auch ganz gut – bis auf die Tatsache, dass die Freiwurfquote so miserabel war, dass sich die ganzen Foulsituationen und anschließenden Freiwürfe wenig gelohnt hatten. Selbst ein Airball von der Freiwurflinie war mit dabei. Zur Halbzeit konnte das Spiel nur mit einem Gleichstanden enden. 27 Punkte erzielte jede Mannschaft bis dato.

Es war noch nicht viel zu sehen vom ehemaligen BBL-Akteur der Nagolder. Aber wenn er mal auf dem Feld war, dann hatten die Uncoachabulls bei den Rebounds nichts mehr zu melden. Trotzdem war alles drin an diesem Freitagabend. Leider verloren die Unistädter dann nach dem Pausentee ein wenig den Faden. Dies wurde von Nagold glücklicherweise nicht sehr hart bestraft. Dennoch reichte es, um sich leicht von den Gästen abzusetzen. 43:37 war der VfL vor dem letzten Spielabschnitt in Front.

Im letzten Viertel ging es dann recht heiß her. In diesem Zuge wurden vereinzelte Zweifel laut, dass die Beurteilung der Spielsituationen durch das Schiedsrichtergespann eher gut für die Gastgeber gut ausgingen. Tatsächlich ist dies aber in der Regel eher ein subjektives Empfinden. Leider ließ sich Dani Krcmar davon etwas anstecken und wurde aufgrund fortwährenden Meckerns mit einer Disqualifikation bedacht. Er selbst hatte dann nach der Partie eingesehen, dass die Emotionen in eine negative Richtung tendiert hatten. Laut Coach Gianni Greco steht noch nicht fest, ob die Disqualifikation eine Sperre in den kommenden Spielen nach sich ziehen wird. Er geht aber davon aus, dass der Vorfall so gering war, dass es zu keiner Sperre kommen wird. „Sicher weiß man das aber natürlich nicht“, fügte er hinzu.

Jedenfalls waren die Uncoachabulls in dieser Phase in der Folge dann etwas kopflos. Die 4 fälligen Freiwürfe und der darauffolgende Ballbesitz für den VfL Nagold taten den Tübinger Basketballern selbstverständlich sehr weh. Das Momentum drehte sich zugunsten der Hausherren und eine zweistellige Punktdifferenz drohte als Endergebnis zu folgen. Zwischenzeitlich berappelten sich die Uncoachabulls nochmal. Zum Ende hin reicht es dann aber nicht mehr ganz, wieder auf die Siegerstraße zu gelangen.

Das Spiel endete mit 66:57 aus Sicht des VfL. Zwar war es kein überzeugender Sieg der Nagolder, aber er war auf keinen Fall unverdient. Irgendwie hat bei den Neckarstädtern an diesem Abend einfach etwas gefehlt. Einsatzbereitschaft, Leidenschaft, gute Spielzüge. Die meisten Zutaten für einen Sieg waren beisammen, trotzdem fehlte dann das letzte Quäntchen. Man kann aber getrost sagen, dass man sich insgesamt richtig gut verkauft hatte. Der Kontrahent spielt auf jeden Fall um die vorderen 3 Plätze der Bezirksliga mit. Andere Gegner wurden bereits zerlegt, die Uncoachabulls sind aber bisher durch ihre Fightermentalität aufgefallen. So auch in diesem Spiel.

Das nächste Spiel findet dann wieder in Tübingen statt. Die Uncoachabulls werden ein Heimspiel bestreiten, dass leider nicht in einer der Standardhallen für Heimspiele stattfinden wird. Am 17.11.2013 treffen die Basketball Freunde aus Tübingen um 13.00 Uhr in der Spielhalle des Sportinstituts auf den VfL Herrenberg. Nach derzeitigem Stand bedeutet das, dass der Tabellenachte (Herrenberg Hurricanes) auf den Tabellenneunten (SV 03 Tübingen 3) treffen wird. Es handelt sich also um ein Kellerduell, bei dem beide Mannschaften ihren zweiten Saisonsieg einfahren wollen. Spannung dürfte allemal vorhanden sein.

Für die Uncoachabulls traten an: Herwig (11 Punkte), Schaefer (10), Gronbach (8 Punkte), Kehrer (8), Manevski (8), Leibßle (5), Krcmar (3), Bitzer (2), Kaempf (2), Greco (0)

 

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