Sleep well, UncoachaBULL!

Den Saisonauftakt haben die Tübingen Uncoachabulls mal so gründlich verschlafen. Fast schon traditionell wurde das Auftaktspiel aufgrund von Lethargie garniert mit einem Schuss Unentschlossenheit hergeschenkt. Es begann eigentlich schon alles mit dem Warm-Up, das im Prinzip gar nicht stattgefunden hat.Die Uncoachabulls hatten vor, sich 45 Minuten vor Spielbeginn in der Böblinger Hermann-Raiser-Halle zu treffen. Spielbeginn beim Aufsteiger SV Böblingen 2 war für 15.30 Uhr angesetzt. Um 15 Uhr waren gerade einmal drei Spieler der Tübinger Mannschaft anwesend. Eine Viertelstunde später konnte dann endlich mit dem Warm-Up begonnen werden.

Gut, wenn man ehrlich ist, dann kommt eine unkoordinierte Vorbereitung auf ein Spiel schonmal vor bei den Uncoachabulls. Trotzdem konnte man bemerken, dass eine gewisse innere Unruhe durch die Hektik entstanden ist. Nachdem man den Hochball zu Beginn des Spiels für sich entscheiden konnte, fanden die Unistädter sogar ganz gut in die Partie. Zwar war die Anfangsphase von Nervosität geprägt, aber im Großen und Ganzen waren die Gäste in den ersten 2 Minuten der Saison 2014/2015 recht erfolgreich.

Doch dann konnten die zahlreichen Zuschauer feststellen, dass das Heimteam plötzlich an Überwasser gewann. Das gab keineswegs von ungefähr. Mit einer aggressiven Mannverteidigung brachten die Hausherren die Uncoachabulls immer wieder in die Bredouille. Vor allem der ehemalige Regionalliga-Akteur Nenad Podunavac konnte die daraus resultierenden Ballgewinne und Fehlwürfe in schnelle Punkte umwandeln. Und auch der andere ehemalige Regionalligaspieler und jetziger Spielertrainer der Böblinger Oliver Schlipf konnte mit einigen guten Offensivaktionen das Momentum auf die Seite der Gastgeber einpendeln.

Den Uncoachabulls fiel in der ersten Halbzeit leider nicht mehr soviel ein. So war der deutliche Halbzeitrückstand von 28:40 auch nur die Schlussfolgerung einer sehr zahnlosen Spielhälfte des Gästeteams. Nach der Halbzeit hatten sich die 8 angetretenen Uncoachabulls einiges vorgenommen. Schließlich ist ein 12-Punkte-Rückstand innerhalb von 20 Spielminuten egalisierbar. Tatsächlich trat dann zunächst das Gegenteil ein. Der Rückstand wuchs auf über 20 Punkte an und man musste befürchten, dass es eher ein Debakel werden könnte.

Dann aber fanden die Tübinger Basketballer doch noch Mittel und Wege dem Aufsteiger Paroli zu bieten. Die Halfcourt Press, die von den Gastgebern zwischenzeitlich angewandt wurde, konnten die Uncoachabulls geschickt umspielen. So kamen sie nun ihrerseits zu einigen schnelleren Punkten. Bis zum Viertelende sollte sich der Rückstand bei 14 Punkten einpendelt haben.

Das letzte Viertel der Partie war dann auch eindeutig das stärkste aus Sicht der Neckarstädter. Es war dann endlich eine Begegnung auf Augenhöhe. Die Böblinger hatten kurzzeitig sogar etwas Bange, dass es doch nochmal eng werden könnte. Deshalb wurde in den letzten Minuten nochmals auf die beste 5 gesetzt. Die Uncoachabulls hatten in der Zwischenzeit ihren Biss gefunden und versuchten sich nochmal richtig reinzuhängen. Letztlich half es dann aber doch nicht mehr. Zu spät kam das Aufbäumen und auch die Lösungswege zum Erfolg wurden viel zu spät gefunden. Am Ende siegte die Reserve der Böblinger Regionalligamannschaft verdient mit 74:59.

Die SV Böblingen Panthers 2 hatten sich ganz offensichtlich im Sommer sehr gut auf die Bezirksligasaison vorbereitet. Man konnte ganz klar eine Struktur und eingespielte Systeme offensiv und defensiv erkennen. Zwar ist es noch früh in der Saison, aber es kann durchaus sein, dass die Gastgeber am Ende der Spielzeit 2014/2015 einen der ersten 5 Plätze belegen. Mit dem Abstieg dürften sie sehr wahrscheinlich nichts zu tun haben, sollte das Team so bestehen bleiben.

Die Uncoachabulls müssen sich ehrlich eingestehen, dass die erste Halbzeit widerspiegelt, was in den wenigen Trainingseinheiten schon zu bemerken war. Es fehlt noch etwas an der Fitness, der Koordination und dem Willen etwas zu bewegen. Man könnte auch sagen, dass momentan noch eine zu große Gelassenheit herrscht. Wer das Team kennt, weiß aber, dass sich das auch ganz schnell wieder ändern kann – auch ohne „echtes“ Training.

Was auf keinen Fall unerwähnt bleiben sollte: Neuzugang Vali Schagerl hat ein gelungenes Debüt gefeiert. Auch wenn sein Eifer am Ende nicht belohnt wurde, konnte er selbst 13 Punkte sammeln und auch einige Ballgewinne verbuchen. Jetzt muss er nur noch seine Ideen auf dem Court etwas verständlicher ausdrücken, dann verstehen ihn auch seine unbelehrbaren Mitspieler. Die vielen Fachausdrücke, die der Nachwuchscoach häufig wählte, führten bei den meisten UNCOACHabulls zu Irritationen.

Nach der ersten Enttäuschung heißt es nun „Mund abwischen, weiter machen“.

Die Gamestats der Tübingen Uncoachabulls:

Nachname
Vorname
Punkte
FTA
FTM
2er
3er
Fouls
 Bitzer  Alexander  3  2  1  1  0  2
 Greco  Gianvito  0  0  0  0  0  0
 Gronbach  Jörg  14  3  2  6  0  3
 Kaempf  Jason  4  2  2  1  0  2
 Klaus  Michael  4  4  2  1  0  4
 Krcmar  Daniel  15  6  5  2  2  4
 Netzel  Lothar  6  0  0  3  0  2
 Schagerl  Valentin  13  5  4  3  1  2

 

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