Dünne Personaldecke und dennoch ein Derbysieg

Stell dir vor, es ist Derby-Time und niemand schaut vorbei. So oder so ähnlich könnte die Zusammenfassung zum Aufeinandertreffen der Tübingen Uncoachabulls beim SV Pfrondorf 2 sein. Einerseits fanden nur sehr wenige Zuschauer ihren Weg in die Pfrondorfer Schönbuchhalle, die Tigers Tübingen bestritten zeitgleich ihr ProA-Derby gegen Kirchheim, andererseits war das Lazarett so groß und die Abwesenheitsliste so lang, dass seitens der Gäste gerade einmal sechs Mann aufgeboten werden konnten – und das auch nur kurz vor dem Hochball.
Kein Wunder, dass die Uncoachabulls zwei, drei Minuten benötigten, um in diesem Derby anzukommen. Dann kamen die Tübinger Basketballer dafür aber so richtig in Fahrt. Das erste Viertel ging gleich mal mit 19:9 an die Uncoachabulls. Das war dann doch etwas überraschend, auch wenn die Gastgeber zuletzt am Tabellenende zu finden waren. Auch bis zur Halbzeit ließen die Gäste nichts anbrennen und zockten mit viel Elan vorne wie hinten verhältnismäßig groß auf. Das Pfrondorfer Team schien gerade in den ersten 20 Minuten recht ratlos zu sein, wie man den erfahrenen Uncoachabulls entgegentreten könnte. Zur Halbzeit führten die Tübinger mit 13 Punkten.
In der zweiten Halbzeit agierten dann die Hausherren mit deutlich mehr Schwung. Das war wirklich erfrischend zu sehen, dass sie sich nicht aufsteckten. Allerdings blieb dies auch den Uncoachabulls nicht verborgen, dass sie ihre Anstrengungen selbst hochschrauben mussten. Und das taten sie dann auch. Damit konnte der Vorsprung dann auch weiter ausgebaut werden. Aus +13 wurden nach 30 Spielminuten +17.
Wer nun einen lockeren Aufgalopp erwartete, wurde eines besseren belehrt. Die Gastgeber blieben weiterhin mit viel Elan bei der Sache und die Uncoachabulls behielten ebenso ihren eigenen Fokus. Erst gegen Ende hin, merkte man bei wenigen Gästen, dass das Tempo der Partie recht hoch gewesen und auf der Bank immer nur ein Auswechselspieler zu finden waren. Das letzte Viertel bot wahrlich nochmal viel Tempo und auch sehr konzentrierte Leistungen. Der Endstand von 53:72 bedeutete dann einen letztlich verdienten (fast) Start-Ziel-Sieg der Uncoachabulls.
Zugegebenermaßen nährten sich die Uncoachabulls von der starken ersten Halbzeit und konnten so die Gastgeber in diesem Derby größtenteils auf Distanz halten. Doch gerade aufgrund der widrigen Personalsituation durfte man keinesfalls von einem sicheren Sieg der Tübinger Basketballer ausgehen. Dass es am Ende doch so kam, kann man getrost der großen Erfahrung anrechnen. Ebenso haben sich alle sechs Uncoachabulls durch auffallend gute Fitness und starkes Teamplay ausgezeichnet. Das war richtig toll anzuschauen!