Eigenkorb als Initialzündung

Das achte Saisonspiel der Uncoachabulls war auch gleichzeitig das zweite Auswärtsspiel in Folge. Für dieses „Road Game“ mussten die Tübinger Basketballer nur dem Neckar entlang folgen – es fand nämlich beim TV Rottenburg in der Otto-Locher-Halle statt. Die Gastgeber hatten die vorherigen zwei Begegnungen gegen den SV Pfrondorf 2 und beim VfL Herrenberg 1 für sich entscheiden können und waren auch sichtbar motiviert, den Uncoachabulls die erste Saisonniederlage zuzufügen.

Bei den Uncoachabulls lichtete sich zwar das Lazarett nicht wie erhofft, dafür konnten aber trotzdem 8 Jungs an den Start gebracht werden. Coach Gianni Greco warnte seine Mannen noch davor, dass man das Spiel nicht zu sehr auf die leichte Schulter nehmen sollte, auch wenn die Tabellensituation etwas anderes suggerieren möge. Der flotte Beginn im ersten Viertel sollte seine Einschätzung untermauern. Das Wort „Defense“ blieb in den ersten zehn Spielminuten nur eine Art Floskel. Die Anfangsphase war vielmehr durch ein Offensivspektakel geprägt. Das erste Viertel endete mit 23:26 mit leichten Vorteilen für die Gäste.

Im zweiten Spielabschnitt gab es dann doch etwas mehr Defensive zu sehen. Vor den Augen der Derendinger Konkurrenz zeigten die Rottenburger, angeführt durch den Topscorer der Liga (Lopatin), wie man die Verteidigung der Gäste ins Schwimmen bringen kann. Und selbst packten sie beherzt zu. So gelangen den etwas rätselnden Uncoachabulls bis zur Halbzeit nur 12 weitere Zähler für ihr Punktekonto. Der Zwei-Punkte-Rückstand stellte dennoch keine große Sorge dar.

Besorgniserregender dürfte da dann eher der Start in das dritte Viertel gewesen sein. Die Tübinger waren nun ziemlich von der Rolle und gerieten schnell mit 50:43 ins Hintertreffen. Nach einer Auszeit war die Konfusion der Uncoachabulls sogar so groß, dass sie einen Eigenkorb verursachten. Wer sich nun aber schon darauf gefasst machte, dass die Gäste in ihre Einzelteile zerfallen würden, sah sich eines Besseren belehrt. Die Uncoachabulls rückten nun zusammen und zogen das Tempo an als ob der Eigenkorb eine Initialzündung gewesen wäre. Das ging sogar so weit, dass es nach drei Vierteln eine kleine Führung von +4 Punkten festzuhalten gab.

Im letzten Viertel wurde der Vorsprung dann schnell auf 10 Punkte ausgebaut und bis zum Spielende nicht mehr hergegeben. Zwar kamen die Gastgeber aus der ehemaligen Römerstadt nochmals etwas näher heran, aber schlussendlich ließen sich die Uncoachabulls nicht mehr die Butter vom Brot nehmen.

Am Ende gewannen die Uncoachabulls das Spiel mit 74:83. Doch nicht nur die zwei Punkte waren damit auf der Habenseite zu verbuchen, sondern auch die Erkenntnis, dass es wirklich sehr viel wert ist, wenn man als Team zusammenhält und sich für die anderen einsetzt. Besonders nach dem äußert chaotischen Abschnitt im dritten Viertel wäre so manche Mannschaft auseinander gebrochen. Die Uncoachabulls hingegen, schienen irgendwie ihre Kraft aus diesen Umständen gezogen zu haben. Es war also wieder ein Sieg der Mannschaft!

Den Gastgebern des TV Rottenburg muss man aber wirklich Respekt zollen. Sie haben den Tübinger Basketballern wirklich alles abverlangt. Hut ab!