Ein Sieg ohne Glanz und Gloria

Am vergangenen Samstag gastierte der TSV Calw in der Tübinger Uhlandhalle. Wahrscheinlich erwartete die gesamte Kreisliga West Konkurrenz, dass sich die Uncoachabulls keine Blöße geben werden. Besonders wenn man bedenkt, dass die Gäste aus dem Tal der Nagold mit nur sechs Mannen antreten konnten.

Die Uncoachabulls, die ihrerseits selbst nur zu siebt an den Start gingen, konnten dann auch von Beginn an für klare Verhältnisse sorgen. Es wirkte nicht so, als ob der TSV Calw an eine Siegchance glaubte, weshalb die Neckarstädter kaum auf Gegenwehr stießen. Dies hatte zur Folge, dass bereits nach zehn Spielminuten ein komfortables Polster von 22:8 auf der Anzeigetafel zu sehen war.

Wer die Uncoachabulls kennt, der weiß, dass eine solche Spielentwicklung auch ganz schnell mal nach hinten losgehen kann. Das liegt wahrscheinlich daran, dass man sich in solchen Fällen bereits zu einem frühen Zeitpunkt in Sicherheit wähnt. Die Gäste aus Calw hatten nun aber wohl doch was anderes vor. Plötzlich gaben sie kontra, plötzlich spielten sie mit. Derweil waren die Uncoachabulls mit sich selbst beschäftigt, da sie in dieser Phase irgendwie nichts auf die Kette brachten. Ein kurzer Lichtblick zum Ende des zweiten Viertels machte das Viertelerebnis von 14:16 kurzzeitig bekömmlicher, da der Pausenstand von 36:24 nach wie vor komfortabel aussah.

Nach der Halbzeitpause folgte dann etwas, das man getrost als Blackout bezeichnen kann. Die Unistädter waren völlig von der Rolle. In der Offensive gelang recht wenig und vor allem in der Defensive war nun gehörig Sand im Getriebe. Die Gäste nutzten diese Schwächephase der Hausherren gekonnt zu ihren Gunsten. Nachdem dieses Viertel mit 18:24 an den TSV Calw ging, war der Vorsprung auf sechs Punkte geschmolzen.

Die Uncoachabulls, die ihrerseits mittlerweile ebenfalls nur noch zu sechst waren, wollten diesen Blackout nicht so auf sich sitzen lassen. Mit etwas mehr Intensität und Elan gelang dann endlich auch wieder etwas mehr. Besonders in der Defensive machte man es jetzt den Calwern wieder schwerer zu Punkten zu kommen. Es war zwar keine Premium-Verteidigung, aber es reichte dennoch, um den Sieg irgendwie ins Ziel zu bringen. Ein Schlussviertel, welches mit 18:11 an die Gastgeber ging, führte letztlich zu einem 72:59 Erfolg für die Uncoachabulls.

Ein Sieg ohne Glanz und Gloria. Ein Erfolg ohne eine überzeugende oder gar überlegene Vorstellung. Da heißt es jetzt, nicht lange darüber nachzudenken, sondern es einfach als Warnschuss zu akzeptieren. Jedenfalls darf man dem Gegner gerne auch Respekt zollen – der TSV Calw hat trotz widriger Umstände eine tolle Leistung gezeigt.

Die Uncoachabulls dürfen ihrerseits kurz durchatmen, dass es am Ende doch keine Enttäuschung gab. Als Learning nehmen sie mit, dass kein Gegner auch nur im Ansatz unterschätzt werden darf. Die Warnung ist angekommen!