Ein hartes Stück Arbeit

Am vergangenen Samstag gab es einen scheinbar ungefährdeten 69:57-Sieg im Topspiel gegen den VfL Nagold. Doch war der Spielverlauf so deutlich, wie es das Ergebnis vermuten lässt? Mitnichten!

Sowohl die Gäste aus Nagold als auch die Uncoachabulls waren zahlenmäßig sehr dünn besetzt. Die Nagolder konnten sogar nur mit sechs Spielern antreten und mussten dabei auch auf einen kurzfristigen Zugang zurückgreifen. Die Tübinger Basketballer waren aber auch nur zu siebt – leichte Vorteile also.

Der Start ins Spiel war dann auch erstmal schwere Kost für den Basketballromantiker. Hüben wie drüben gab es etliche Fehlwürfe trotz gar nicht mal so übler Spielsituationen und Chancen. Aber irgendwie wollte das synthetische rund Teil nicht durch den Ring. Beim Stand von 9:13 gab es dann die erste Viertelpause.

Auch das zweite Viertel geht definitiv nicht in die Annalen ein – zumindest nicht für Offensivfanatiker. In der Defensive wurde nämlich auf beiden Seiten so richtig geackert. Diesmal hatten sich aber die Uncoachabulls kleine Vorteile erarbeitet. So schafften sie es aus dem 9:13-Rückstand, eine knappe 25:24-Führung zur Halbzeit zu machen.

Nach der Halbzeitpause ging es dann etwas punktereicher zu. Dennoch blieb das Spiel weiterhin spannend und offen. Wer Basketball immernoch als körperloses Spiel betrachtet, hätte sich an jenem Abend eines besseren belehren lassen können. Das Spiel war nämlich auch deshalb so eng, weil sich beide Teams wahrlich nichts schenkten. Mit vollem Einsatz und etwas mehr Fortune schafften es die Neckarstädter zu einem Spielstand von 42:39 nach dreißig Spielminuten.

Aufgrund der nicht zimperlichen Gangart waren beide Mannschaften körperlich und mental ziemlich am Limit. Da man seitens der Uncoachabulls leichte Zahlen- und große Größenvorteile hatte, wollten man sich diesen Umstand dann im finalen Viertel zu Nutze machen. So richtig absetzen konnten sie sich aber erst als der Nagolder Kapitän und Coach mit fünf persönlichen Fouls auf der Bank Platz nehmen musste. Dies war letztlich auch ein Schlüsselmoment, da fortan auch der Spielaufbau der Gäste nicht mehr so flüssig lief. Die Uncoachabulls konnten nun ihrerseits nochmal ein letztes Hurra starten, was letzten Endes auch dazu führte, dass das Endergebnis mit 69:57 deutlicher ausfiel als es vielleicht verdient sein mag.

Es war ein richtig heißer Fight! Auch wenn die Gäste natürlich enttäuscht waren, stimmten sie zu, dass es wirklich Spaß gemacht hatte. Auch die Zuschauer äußerten ihre Begeisterung mit lautem Beifall für beide Mannschaften. Selbst wenn der Start nicht besonders attraktiv war, darf der Spielverlauf als eine Art Werbung für den Sport gesehen werden.

Die Uncoachabulls sind erstmal froh, dass sie ihre Serie ausbauen konnten. Gleichzeitig äußerten sie ihren Respekt für die Leistung des Gegners noch vor Ort. R-E-S-P-E-C-T! Tolle Leistung aber auch von den Uncoachabulls! Weiter so!