Uncoachabulls verlieren den vereinsinternen Infight

Tübingen Uncoachabulls vs SV 03 Tigers Tübingen 2 41:69

Ein Spiel, auf das sich beide Mannschaften des SV 03 Tübingen schon seit Wochen freuten, endete mit einem klaren Endergebnis: 41 zu 69 für den Tabellenführer Herren 2. Aber so richtig freuen, vermochte sich nach wenigen Sekunden eigentlich niemand mehr. Was in den 40 Spielminuten zu sehen war, glich eher einem MMA Spektakel als einem Basketballspiel.

Von der ersten Aktion an wurde deutlich, dass beide Teams hoch-/(über?-)motiviert und die anwesenden Schiedsrichter nicht auf eine solche Situation vorbereitet waren. Das erste Viertel war deshalb wahrlich schon kein Augenschmaus. Sobald ein Spieler den Ball auch nur ansatzweise in die Hände bekam, flog ein Handkantenschlag oder ein Uppercut des Gegenspielers in Richtung des Balles. Getroffen wurde aber in Regel Hand, Arm oder ein anderes Körperteil, welches wahlweise nicht nach einem Basketball aussah. Aus dieser Phase gingen die Uncoachabulls noch als „Sieger“ hervor, konnten sie dieses Viertel nämlich mit 10:9 für sich entscheiden.

Das gruselige Treiben setzte sich auch im folgenden Abschnitt fort. Nun aber mit Vorteilen für die Gäste aus der Herren 2. Zwar setzten sich die Uncoachabulls bis Mitte des zweiten Viertels noch leicht auf 18:13 ab, dann spielte aber die Mannschaft um die Ex-Bundesliga-Legenden Pille Janovsky und Volze Zürn all ihre Erfahrung auf höherem Niveau aus.

Dabei sollte dies erst der Anfang sein. Denn die Führung zur Halbzeit (Spielstand: 23:30) wurde spätestens ab der 27. Spielminute in einen wahren Run verwandelt, in dem die Uncoachabulls mit 24:0 über einen Zeitraum von zehn Spielminuten mal so richtig überrannt wurden. Klar, die Gastgeber waren zu diesem Zeitpunkt bereits am Leistungslimit angelangt und konnten fast nur noch mit stumpfen Waffen dagegenhalten. Aber dennoch fehlte in jener Phase auch das gewisse Feuer, sich gegen die drohende Niederlage zu stemmen. Eigentlich ist dies ja eine echte Stärke der Uncoachabulls.

An jenem Nachmittag war aber die Gegenwehr wohl auch aufgrund der Nahkampf ähnlichen Spielsituationen schneller gebrochen. Weil Spaß machte das ja echt nicht … 🙄 Wenigstens kam man dann in den letzten beiden Spielminuten noch zu zwei Korberfolgen, sodass das letzte Viertel nicht mit einem 0:13 über die Bühne ging. Mehr als ganz leichte Ergebniskosmetik war das aber nicht. Endstand: 41:69.

Der Frust nach einem solchen Spiel war selbstverständlich recht groß. Jedoch wollte Coach Greco auch nochmal darauf aufmerksam machen, dass sich seine Jungs nicht grämen sollten. Immerhin kann man nicht von einem Spiel auf Augenhöhe sprechen, wenn der Kontrahent im Kern aus einem Kader besteht, in dem einzelne Mitglieder in den letzten fünf Jahren auf deutlich höherem Niveau – teilweise als Leistungsträger – unterwegs waren. Von daher sollte man diese Begegnung nicht als Maßstab nehmen, sondern die Kräfte auf die bevorstehenden Aufgaben bündeln.

Allen Zuschauern, die sich extra auf den Weg in die Uhlandhalle gemacht hatten, um ein spannendes (Basketball-)Derby zu sehen, widmen die Uncoachabulls eine ehrliche Entschuldigung für das grausige Ereignis. Es wird alles dafür getan, dass bei kommenden Besuchen stets Teamgeist, voller Einsatz und Spaß im Vordergrund stehen werden! 🤝